Zinswende bremst Liquid Alternatives aus

  • Ralf Lochmüller
  • Lupus alpha

FRANKFURT – 2023 haben Investoren netto 35,1 Milliarden Euro aus UCITS-Hedgefonds abgezogen. Zwar erreichte die Anlageklasse eine Performance von im Durchschnitt 5,28%, wie Ralf Lochmüller, CEO von Lupus alpha, einräumt. Diese lag aber deutlich hinter Aktien und Anleihen. Mittel- und langfristig unterstrichen die Fonds indes ihren stabilisierenden Beitrag für das Gesamtportfolio.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

Ausgangspunkt der massiven Abflüsse bei UCITS-Hedgefonds sind die „historisch hohen Umschichtungen“ in festverzinsliche Kapitalanlagen, wie sie die Deutsche Bundesbank schon für das erste Quartal 2023 vermeldete, ein Trend, der sich im weiteren Jahresverlauf noch verstärkte. Zu dieser neuen Zinswelt passt, dass beinahe 40% der Brutto-Zuflüsse in Liquid Alternatives auf die beiden Fixed-Income-Strategien fielen: Alternative Credit Focus und Absolute Return Bond, deren Marktanteil damit auf 28% angestiegen ist. Netto mussten 13 der 14 im Segment abgebildeten Strategien Abflüsse verbuchen. Insgesamt ist das Marktvolumen um knapp 12% auf 231,6 Milliarden Euro gesunken.

Mit einer durchschnittlichen Performance von 5,28% lagen Liquid Alternatives 2023 hinter Aktien (Euro Stoxx 50: 22,23%) und Anleihen. Letztere holten ihre großen Verluste nach den Zinsanhebungen teilweise wieder auf (Euro Staatsanleihen: 7,15%). Über drei und fünf Jahre jedoch schlagen regulierte Hedgefonds die Anleihenmärkte deutlich. Im Gesamtportfolio positionieren sie sich mit ihren diversifizierenden Eigenschaften zwischen Aktien und Anleihen.

Grafik: Performancevergleich über 3 Jahre verschiedener Assetklassen

Quelle: Lupus alpha

Bei Volatilität und Maximalverlusten zeigen Liquid Alternatives mittelfristig Stärke

„Der Schlüssel zu einer hohen Rendite lag 2023 im Aktienmarkt. Der Blick auf die reine Performance blendet jedoch den stabilisierenden Beitrag Liquider Alternativer Strategien im Gesamtportfolio aus“, sagt Ralf Lochmüller, CEO und Managing Partner bei Lupus alpha. „Ihre diversifizierenden Effekte zeigen sich gerade in schwierigen Märkten wie 2022, als Aktien- und Anleihenmärkte gleichermaßen einbrachen.“

Der Mehrheit der Fonds gelang es 2023, Verluste effektiv zu begrenzen, der Maximum Drawdown bewegte sich im Durchschnitt bei 5,71%. Auch langfristig zeigt sich die stabilisierende Rolle der Strategien: Mit einem Maximalverlust von durchschnittlich 17,9% über fünf Jahre lag er deutlich unter Euro-Staatsanleihen (21,3%). Die Volatilität liegt über diesen Zeitraum betrachtet mit durchschnittlich 9,9% nahe bei europäischen Staats- und Unternehmensanleihen sowie weit unter der von europäischen Aktien (Euro Stoxx 50: 19,2% p. a.).

Alternatives-Strategien setzen sich durch

Insgesamt gewinnt die Gruppe der Alternatives-Strategien gegenüber Absolute Return immer mehr an Dominanz und macht mittlerweile mehr als die Hälfte des Marktvolumens aus. Offenbar schätzen Investoren bei Alternatives die Möglichkeit, Strategien besser auf die eigenen Präferenzen abstimmen und so das Rendite-Risko-Profil ihres Portfolios zielgenauer optimieren zu können. Ralf Lochmüller: „Die Vielfalt alternativer Strategien erlaubt es, sich flexibel auf den Markt einzustellen, mit defensiven bis hin zu offensiv-gehebelten Konzepten. Ist eine Verlustbegrenzung gewünscht, lässt sich auch das mit entsprechenden derivativen Instrumenten abbilden.“

Das Whitepaper mit weiteren Daten im Detail inklusive einer Aufschlüsselung der Performance einzelner Strategien findet sich hier.

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