Zehn Gründe, die 2026 für Aktien sprechen

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MÜNCHEN – Produktivitätssteigerungen, Wirtschaftswachstum, Margenausweitung und die „Animal Spirits“ – begleitet von einer moderaten Zentralbankpolitik – sind laut Stephen Auth von Federated Hermes bedeutsame Treiber für die Aktienmärkte im neuen Jahr. Er nennt gleich zehn gute Gründe, die 2026 eine neue Ära für Aktien einläuten könnten.

Zehn Gründe, die laut Stephen Auth, CIO Equities bei Federated Hermes, 2026 für Aktien sprechen:

1. Das nominale BIP-Wachstum dürfte 2026 anziehen. Angesichts einer erwarteten Inflationsrate von 2,5 % gehen wir davon aus, dass das nominale BIP der USA 2026 und 2027 über 5 % liegen wird.

2. Der Arbeitsmarkt dürfte nicht zu schwach, aber auch nicht zu angespannt bleiben. Da die US-Notenbank (Fed) nun (verspätet) in einen Zinssenkungszyklus eingetreten ist, rechnen wir mit einem Anstieg der Beschäftigung.

3. Die Produktivitätssteigerungen durch KI dürften sich beschleunigen. Weltweit integrieren Unternehmen aller Art die KI-Revolution in ihre Arbeitsprozesse, was wahrscheinlich eine neue Ära der Produktivitätssteigerungen einläuten wird.

4. Auslandsinvestitionen in den USA dürften ein neuer Treiber sein. Bei unseren Besuchen bei Unternehmensleitungen gaben alle Unternehmen an, dass sie sich besonders auf dieses Thema konzentrieren, und zwar nicht nur in Bezug auf die USA, sondern auch auf andere Länder.

5. Die Fed befindet sich in einem neuen Zinssenkungszyklus. Mit Zinsen von 4 % bei einer Kerninflationsrate von 2,5 % hat die Fed in diesem Lockerungszyklus noch einen langen Weg vor sich. Obwohl die Wirtschaft insgesamt nicht mehr so zinssensitiv ist wie früher, sind bestimmte Sektoren dies nach wie vor – und sie befinden sich seit zwei Jahren in einer Rezession. Eine Entlastung in diesem Bereich würde das Gesamtwachstum enorm ankurbeln.

6. Die Unternehmensmargen dürften aufgrund einer anhaltenden Verschiebung der Wirtschaftsstruktur sowie zunehmender Investitionen in künstliche Intelligenz weiter steigen. In den letzten zehn Jahren war häufig von Spitzengewinnmargen die Rede. Obwohl die Margen schwankten, deutet der langfristige Trend darauf hin, dass die Unternehmensgewinnmargen in den letzten 20 Jahren tatsächlich stetig um durchschnittlich 4 % pro Jahr gestiegen sind. Wenn man alles zusammenfasst, ist es unserer Meinung nach an der Zeit, anzuerkennen, dass das Basisszenario anstelle von Spitzenmargen eine anhaltende Margenausweitung ist.  

7. Die „Animal Spirits“ heizen sich auf. Die Zunahme der M&A-Ankündigungen, die steigende IPO-Aktivität und der Aufschwung in den Vertrauensumfragen sind allesamt gute Vorzeichen für die zukünftige Entwicklung.

8. Die Gewinne pro Aktie (EPS) der im S&P 500 enthaltenen Unternehmen sind auf dem besten Weg, bis 2028 fast 400 USD zu erreichen. Berücksichtigt man selbst relativ konservative Margengewinne in der Zukunft sowie steigende Umsätze aufgrund eines höheren nominalen BIP-Wachstums und der sich ständig verbessernden Rentabilitätsstruktur der Unternehmen, aus denen sich der US-Aktienmarkt zusammensetzt, sind die Gewinne für den S&P unserer Meinung nach ziemlich solide.

9. Auch der Marktmultiplikator sollte weiter steigen. Wie wir bereits in unserem Aktienmarktausblick für 2025 und 2026 festgestellt haben, liegt ein fairer Multiplikator für den Gesamtindex derzeit wahrscheinlich bei etwa 22, wenn man die jüngste Verschiebung des S&P hin zu Technologieunternehmen angemessen berücksichtigt. Dies liegt deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 18, als der S&P noch ein eher industriell orientierter Index war.

10. Dies bringt uns zu unserem langfristigen Marktziel. Wenn man all das zusammenfasst, halten wir ein vernünftiges Zweijahresziel für den S&P von knapp 8.600 Punkten für realistisch, was einem jährlichen Gewinn von über 14 % entspricht. Diese Rendite liegt etwas unter der jährlichen Rendite des S&P von 17 % in den letzten fünf Jahren der Erholung nach der Pandemie, aber über der langfristigen jährlichen Aktienrendite von 12 % in den letzten 50 Jahren.

Fazit

„Wie wir in der jüngeren Vergangenheit festgestellt haben, bewegen sich die Märkte selten geradlinig, und es steht außer Frage, dass es Quellen für kurzfristige Volatilität gibt“, zieht Stephen Auth ein Resümee. Klar sei aber auch, dass Anleger sich allzu oft auf das Tagesgeschehen konzentrieren, sodass sie den Blick für das große Ganze verlieren. Dieses große Ganze sei eine wieder anziehende Weltwirtschaft, in der die Aktionäre der besten Unternehmen praktisch einen Anteil an diesem wachsenden Kuchen besitzen. Es dürfte daher nicht überraschen, wenn geduldige Anleger belohnt werden, sofern die Wirtschaft – und die Gewinne, die dadurch unweigerlich erzeugt werden – weiter wachsen.

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