„Warum die EZB Gold entwertet – und Bitcoin die Rettung ist“
- Steffen Bassler
- SwissOne Capital
FRANKFURT – Gold ist bei Anlegern derzeit en vogue und eilt von Rekord zu Rekord. Steffen Bassler von SwissOne Capital ist indes skeptisch, ob das gelbe Metall die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann. Mit 5 hauseigenen Thesen beschreibt er die Vorzüge von Bitcoin gegenüber Gold.
Ab hier folgt der Marktkommentar von Steffen Bassler, CEO von SwissOne Capital:
„Die Europäische Zentralbank steht kurz davor, die nächste Zinssenkung einzuleiten, und damit ein neues Kapitel in der Geschichte der globalen Geldentwertung aufzuschlagen. Für Sparer und Anleger gibt es schlechte Nachrichten: Gold, der einstige Anker für Werterhalt in Krisenzeiten, wird durch die aktuelle Geldpolitik systematisch entwertet. Doch während Gold an Glanz verliert, erstrahlt eine neue, digitale Alternative immer heller: Bitcoin. Fünf Thesen, warum die Kryptowährung für Anleger langfristig der bessere Gold-Ersatz ist.
These 1: Gold ist nicht länger der sicherste Hafen – Bitcoin übernimmt diesen Platz.
In einer Welt, in der Notenbanken endlose Liquidität in die Märkte pumpen und die Zinsen nahe null oder sogar im negativen Bereich bleiben, hat sich Gold bisher immer als sicherer Hafen für Investoren erwiesen. Doch das Blatt wendet sich. Die Inflationsrate von Gold, also das jährliche Wachstum der globalen Goldvorräte im Verhältnis zum bestehenden Gesamtangebot, liegt im Durchschnitt mittlerweile zwischen 1,5 und 2 %. Bitcoin weist, dank seiner festgelegten Angebotsobergrenze von 21 Millionen Einheiten, hingegen eine Inflationsrate von gerade einmal 0,85 % auf. Und während neue Technologien möglicherweise die Goldvorräte durch effizienteren Bergbau ausweiten, bleibt das Bitcoin-Angebot endgültig limitiert. Was bietet also noch Stabilität in einem endlichen Angebot? Die Antwort: Bitcoin.
These 2: Die EZB schürt Inflation – und Gold kann das nicht mehr abfedern.
Die geldpolitische Strategie der EZB zielt klar darauf ab, Inflation zu erzeugen. Und das wird mit der nächsten Zinssenkung noch verstärkt. Während Gold traditionell als Inflationsschutz galt, zeigt die Realität, dass seine Rolle schwindet. So hat Gold in den vergangenen Jahren trotz expansiver Geldpolitik schwächer performt als erwartet. Im vergangenen Jahr, vor der ersten Zinssenkung in den USA und inmitten bedeutender globaler geopolitischer Risiken, übertraf Gold Bitcoin zwar um ein Plus von rund 20 %. Seit der ersten Zinssenkung in diesem Zyklus hat Bitcoin das Edelmetall jedoch um ein Plus von 5 % übertroffen. Zudem gibt das Potenzial für eine größere relative Nachfrage in den kommenden Jahren Bitcoin ein viel höheres Preispotenzial. Mit anderen Worten, Gold hat nicht das gleiche Potenzial für Netzwerkeffekte.
These 3: Bitcoin ist Gold in allen wesentlichen Punkten überlegen.
Portabilität, Divisibilität, Liquidität und Verifizierbarkeit – in all diesen Kategorien schlägt Bitcoin das physische Gold um Längen. Gold mag traditionell ein verlässlicher Wertaufbewahrer gewesen sein, aber es kann mit der Geschwindigkeit und Flexibilität der digitalen Welt nicht Schritt halten. Bitcoin kann rund um die Uhr, weltweit, sofort und ohne hohe Transaktionskosten gehandelt werden. Im Vergleich dazu wirkt Gold wie ein Relikt aus einer vergangenen Ära.
These 4: Die EZB treibt uns in eine digitale Zukunft – und Bitcoin ist die Antwort.
Während die EZB weiterhin mit den Mitteln des 20. Jahrhunderts versucht, eine Wirtschaft des 21. Jahrhunderts zu steuern, ist Bitcoin das natürliche Ergebnis einer zunehmend digitalisierten und globalisierten Welt. Der Übergang von physischem zu digitalem Geld ist unausweichlich – und mit jeder weiteren Zinssenkung, die den Wert von Fiat-Währungen weiter erodiert, wird Bitcoin stärker und relevanter. Wer heute noch Gold als sicheren Hafen betrachtet, verpasst die entscheidende Transformation der Finanzwelt. Gleichzeitig ist Bitcoin zensurresistent, die Kryptowährung funktioniert unabhängig von einer zentralen Autorität, während der Besitz von Gold von Regierungen kontrolliert, konfisziert oder eingeschränkt werden kann.
These 5: Bitcoin ist wesentlicher Teil einer vielseitigen Finanztechnologie
Bitcoin ist mehr als ein digitaler Goldersatz, es ist Teil einer alternativen dezentralen Ökonomie auf Basis der Blockchain. Während physisches Gold an sich weitestgehend unbrauchbar ist, eröffnet Bitcoin im Zusammenspiel mit dezentralen Finanzmärkten zahlreiche Renditemöglichkeiten. Anleger können ihre Bitcoins zum Beispiel dezentralen Finanzplätzen als Liquidität bereitstellen und so an Transaktionen über das Netzwerk mitverdienen, ihre Bitcoins gegen Gebühren verleihen oder beim Trading als Sicherheit hinterlegen. All das funktioniert schnell, reibungslos, komplett digital und technisch sicher über die Blockchain. Es sind zahlreiche Strategien möglich und für keine ist ein Intermediär notwendig, Investoren können also den vollen Umfang der Renditemöglichkeiten für sich nutzen.
Fazit: Bitcoin statt Gold – die Zeit ist reif.
Die kommende Zinsentscheidung der EZB markiert einen weiteren Schritt in Richtung eines geldpolitischen Szenarios, das für traditionelle Anlageformen wie Gold immer bedrohlicher wird. Bitcoin hingegen ist bereit, diese Rolle zu übernehmen. In einer Welt, in der Zentralbanken die Regeln ständig ändern, bleibt Bitcoin mit seiner festen Angebotsgrenze und dezentralen Struktur die einzige echte Alternative für Anleger, die langfristige Stabilität suchen.“
