Vier Schlüsselfaktoren für den Tech-Sektor – Wachstum wird breiteren Markt übertreffen

  • Jonathan Curts
  • Franklin Technology Fund

FRANKFURT – „Nach einer Zeit der IT-Budgetkürzungen müssen die Unternehmen nun wieder investieren, da sie sonst Gefahr laufen, bei ihren Digitalisierungsinitiativen ins Hintertreffen zu geraten“, sagt Franklin-Manager Jonathan Curts. Er rechnet mit einer Stabilisierungsphase „und einer erneuten Beschleunigung im Jahr 2024“.

Ab hier folgt die Marktanalyse von Jonathan Curts, Portfolio Manager des Franklin Technology Fund:

„Insgesamt blickt der IT-Sektor auf ein ereignisreiches Jahr 2023 zurück, das unserer Meinung nach gute Voraussetzungen für ein weiteres Jahr mit starker Performance bietet. Es gibt vier Schlüsselfaktoren, die zu starken Renditen für den Sektor führen könnten: eine Trendwende beim Umsatz- und Ertragswachstum nach mehreren Quartalen der pandemiebedingten Nachfrageverdauung, eine stabile säkulare Nachfrage nach digitaler Transformation und der Anwendungsphase der generativen KI, ein stabileres Inflations- und Zinsumfeld und angemessene Bewertungen auf einer wachstumsbezogenen Basis.

IT-Investments lösen Budgetkürzungen ab

Das Wachstum des Sektors wird den breiteren Markt voraussichtlich übertreffen. Denn der IT-Bereich ist im vergangenen Jahr disziplinierter und profitabler geworden ist, da die Kapitalkosten gestiegen sind und sich das Wachstum nach der übergroßen Nachfrage der COVID-Ära verlangsamt hat. Nach dieser Zeit der IT-Budgetkürzungen müssen die Unternehmen nun wieder investieren, da sie sonst Gefahr laufen, bei ihren Digitalisierungsinitiativen ins Hintertreffen zu geraten. Die Signale deuten darauf hin, dass diese Rationalisierungsphase in eine Stabilisierungsphase übergeht und eine erneute Beschleunigung im Jahr 2024 wahrscheinlich ist. Dies spiegelt sich in den aktuellen Marktschätzungen für die Umsatzwachstumsraten des Sektors wider, die deutlich über dem breiteren Markt (S&P 500) liegen.

Aufbau und Experimentierphase bei generativer KI

Unser Vertrauen in ein über dem Markt liegendes Wachstum des Technologiesektors wird zusätzlich durch eine starke Nachfrage nach generativen KI-Anwendungen gestärkt, die unserer Meinung nach 2024 in die Anwendungsphase für Unternehmen übergehen wird. Wir befinden uns derzeit in der Aufbau- und Experimentierphase – einer Phase mit hoher F&E-Intensität und umfangreichen Investitionsausgaben, die 2023 Halbleiter-, Hardware- und Cloud-Computing-Unternehmen zugutekam, darunter mehrere der sogenannten Magnificent Seven (Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, NVIDIA und Tesla).

Wir sehen jetzt, dass Unternehmen in die Infrastruktur und die Tools investieren, die notwendig sind, um ihre riesigen Mengen an eigenen Daten besser zu nutzen. Diese Daten können auch in Kombination mit generativen KI-Modellen verwendet werden, um die Produktivität und das Kundenerlebnis drastisch zu verbessern. In der Anwendungsphase werden wir mehr praktische Fälle sehen und mehr Technologieunternehmen, die generative KI einsetzen, um den Wert ihres Produkts oder ihrer Dienstleistung zu steigern. Wir erwarten, dass in dieser Übergangsphase mehr Unternehmen aus dem unteren Bereich des Marktkapitalisierungsspektrums profitieren werden, insbesondere in Branchen wie Software und Internetdienste.

Angemessene wachstumsrelative Bewertung

Die Rallye im Jahr 2023 brachte zwar einen Anstieg der Bewertungsmultiplikatoren des Sektors mit sich, doch diese Ausweitung der Multiplikatoren hat sich auf die Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung konzentriert und fiel im Allgemeinen mit einer Verbesserung der Gewinnerwartungen im Laufe des Jahres zusammen. Trotz der starken Performance des Sektors im bisherigen Jahresverlauf sind wir der Meinung, dass die Anleger derzeit nicht übermäßig viel für die attraktiven langfristigen Wachstums- und Qualitätsmerkmale des Sektors zahlen.“

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