US-Wirtschaft im Übergang zur moderaten Beschleunigung
- Frank Rybinski
- Aegon AM
MÜNCHEN – Dank ihrer geld- als auch fiskalpolitischen Unterstützung dürfte die US-Wirtschaft nach einem unter dem Trend liegenden Wachstum im vierten Quartal 2025 im Verlauf des Jahres 2026 eine allmähliche Beschleunigung erfahren, sagt Frank Rybinski von Aegon AM. Die bisherige „Abkühlung“ dürfte sich damit in eine „Auftauphase“ verwandeln.
Nach Einschätzung von Frank Rybinski, Head of Macro Strategy bei Aegon Asset Management, verdecken die jährlichen BIP-Wachstumsraten der US-Wirtschaft – im Schnitt zwischen 1,8 % und 2,0 % – die Schwankungen auf Quartalsbasis. So verlasse die US-Wirtschaft das Jahr 2025 mit einer unter dem Trend liegenden Run-Rate, die sich seiner Einschätzung nach bis zum vierten Quartal 2026 wieder auf leicht überdurchschnittliches Niveau beschleunigen werde. Als zentrale Katalysatoren hierfür nennt er die anhaltende Lockerung der Geldpolitik und die expansive Fiskalpolitik. „Erstere dürfte die Kontraktion der privaten Kreditmärkte begrenzen und einen positiven Kreditimpuls auslösen; letztere – einschließlich des „One Big Beautiful Bill“ – stimuliert über Sonderabschreibungen und gezielte Ausgaben die Kapitalinvestitionen und stärkt zugleich die Kaufkraft der Verbraucher durch höhere Steuerrückerstattungen“, so das Kalkül des Aegon-Strategen.
Senkungen der US-Zinsen erwartet
Letztlich geht er davon aus, dass die Fed ihre Leitzinsen im Jahr 2026 weiter senken und final ein Niveau von 3 % erreichen werde. Der Hauptgrund hierfür sei die rasche Abkühlung des Arbeitsmarktes. Eine anhaltend akkommodierende Geldpolitik dürfte wiederum eine Auftauphase am Arbeitsmarkt, der sehr träge reagiert, unterstützen. Zugleich sei die Inflation trotz des erheblichen Trubels rund um die Zollinflation hinter den Erwartungen zurückgeblieben, wie der Experte betont – wenn auch nicht in einem Ausmaß, welches die Falken im Offenmarktausschuss der Fed besänftigen würde.
