US-SmallCaps: Vielfältige Chancen in einem ineffizienten Markt

  • Oren Shiran
  • Lazard AM

FRANKFURT – „Der US-SmallCap-Markt ist von einem hohen Maß an Ineffizienzen geprägt“, sagt Oren Shiran, Portfoliomanager bei Lazard AM. Um die sich daraus ergebenden Investmentmöglichkeiten zu nutzen, empfiehlt er eine Strategie, die zwischen traditionellen fundamentalen und quantitativen Ansätzen angesiedelt ist.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

Die Ineffizienzen im US-SmallCap-Segment eröffnen Anlegern aus Sicht Shirans vielfältige Chancen zur Alpha-Generierung: „Aktiven US-SmallCap-Managern bieten sich im Vergleich zu ihren Kollegen im LargeCap-Segment deutlich mehr Chancen, den Markt zu übertreffen“, sagt der Experte. „In der hocheffizienten Assetklasse der US-LargeCaps ist es hingegen schwer, dauerhaft die Nase vorn zu haben.“

Der Russell 2000 Index, das populärste Marktbarometer für kleinere US-Aktien, umfasse 2000 sehr unterschiedliche Unternehmen aus allen Bereichen der US-Wirtschaft, wobei ihre Erträge stärker auf den Inlandsmarkt ausgerichtet seien als bei den Unternehmen im S&P 500 Index. „Entscheidend ist jedoch, dass US-SmallCaps weniger im Fokus der Investoren stehen und deshalb deutlich weniger Research-Abdeckung erfahren als ihre Pendants aus dem BigCap-Segment“, erklärt Shiran.

Das Coverage-Paradoxon

Im Gegensatz zu den großen und mitunter behäbigen Unternehmen im LargeCap-Segment würden sich kleinere Unternehmen meist schneller verändern. „Die Betriebsergebnisse von SmallCap-Unternehmen wirken sich in der Regel unmittelbarer und stärker auf ihren Aktienkurs aus, als das bei LargeCaps der Fall ist, und sie haben ein weitaus größeres Potenzial für überdurchschnittliches Wachstum als größere Aktien“, sagt Shiran.  

Zudem gelte es gerade unter den SmallCaps, die Spreu vom Weizen zu trennen: „Es gibt im US-SmallCap-Universum zwar viele qualitativ hochwertige Unternehmen, aber auch viele spekulative und teure Unternehmen sowie einen hohen Prozentsatz unrentabler Namen“, erläutert Shiran. Rund 40 Prozent der im Russell 2000-Index enthaltenen Unternehmen seien zum 31. Dezember 2023 in der Verlustzone gewesen.

Aus Sicht des Experten sind die ständig wiederkehrenden Ineffizienzen auf dem US-amerikanischen SmallCap-Markt fundamentaler Natur, weshalb aktienspezifisches Bottom-up-Research unerlässlich sei. Die Größe und Vielfalt des Universums stelle jedoch eine Herausforderung für traditionelle Investmentmanager dar.

„Eigentlich müssten Unternehmen mehr Analysten beschäftigen, als es angesichts der Kapazitätsbeschränkungen des SmallCap-Marktes wirtschaftlich machbar ist“, sagt der Portfoliomanager. In der Folge umfasse eine typische US-SmallCap-Strategie etwa 75 Titel und sei damit recht konzentriert. „Das kann zu hohen idiosynkratischen Risiken und Volatilität führen, während gleichzeitig viele unterbewertete Unternehmen unentdeckt und Gelegenheiten zur Alpha-Generierung ungenutzt bleiben“, so Shiran.

Dieses Problem lasse sich durch Automatisierung bestimmter Research-Prozesse lösen: „Die Analyse von Unternehmensergebnissen und Unternehmensnachrichten sollte unvoreingenommen, rational und konsistent sein und auf soliden wirtschaftlichen Prinzipien beruhen – alles Eigenschaften, die sich für eine Automatisierung eignen“, erklärt der Experte.

Automatisierte Fundamentalanalysen

Shiran und seine Teamkollegen haben deshalb 25 untereinander unkorrelierte Ansätze entwickelt, die jeweils eine bestimmte fundamentale Ineffizienz in den Blick nehmen. „Diese verschiedenen Ansätze, die wir Automated Fundamental Analysts nennen, sind leicht zu verstehen, aber komplex in der Umsetzung“, sagt der Portfoliomanager. Beispiele hierfür seien „Wettbewerbsvorteil“, also Unternehmen, die eine nachhaltige Margenverbesserung aufweisen, oder „Beschleunigtes Wachstum“, das heißt Unternehmen, die einen bedeutenden Wendepunkt bei ihren Betriebsergebnissen erreicht haben. „Diese automatisierten Fundamentalanalysten bewerten den gesamten Markt kontinuierlich in Echtzeit neu und geben Kauf- und Verkaufsempfehlungen auf der Grundlage der Frage ab, ob ein Unternehmen derzeit falsch bewertet ist“, erklärt Shiran. „Durch die Automatisierung können wir diesen großen Markt viel schneller und effizienter abdecken und entsprechend handeln.“

Der Erfolg scheint dem Portfoliomanager recht zu geben: Seit ihrer Auflegung im August 2015 bis zum 31. März 2024 hat die Lazard US Systematic Small Cap Equity-Strategie den Russell 2000 Index um 387 Basispunkte auf Jahresbasis (ohne Gebühren) übertroffen und unter den US Small Cap Core-Strategien eine Information Ratio im ersten Perzentil erzielt.

„Mit Blick auf die Zukunft sind wir von den Chancen, die sich am Markt für US-SmallCaps bieten, begeistert“, sagt Shiran. „Trotz deutlich höherer Umsatz- und Gewinnwachstumsprognosen waren die Bewertungen von US-SmallCap-Aktien im Vergleich zu ihren LargeCap-Pendants selten so attraktiv wie heute, denn der Russell 2000 Index weist aktuell einen Abschlag gegenüber dem S&P 500 Index auf, der zuletzt um die Jahrhundertwende erreicht wurde.“

Innerhalb des SmallCap-Universums würden zahlreiche hochwertige Unternehmen mit attraktiven Abschlägen gehandelt. „Das ist eine gute Ausgangslage für aktives Management, und wir glauben, mit unserem automatisierten Analyseprozess gut für die aktuellen Marktchancen positioniert zu sein“, sagt der Investmentexperte abschließend.

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