US-Small-Caps auf dem Vormarsch
- Tim Murray
- T. Rowe Price
MÜNCHEN – US-Small-Caps laufen zurzeit besser als Large-Caps und haben ihre Phase der Underperformance beendet, erklärt Tim Murray von T. Rowe Price. Zudem würden Fundamentaldaten darauf hindeuten, dass es sich keineswegs um eine kurzfristige Erholung handelt. Die Gewinne von Small-Cap-Unternehmen hätten sich beschleunigt, eine Übergewichtung sollte in Erwägung gezogen werden.
„Small-Cap-Aktien am US-Markt haben in den letzten Monaten ein bemerkenswertes Comeback erlebt und damit nach einer längeren Phase der Underperformance eine deutliche Trendwende vollzogen“, sagt Tim Murray, Kapitalmarktstratege bei T. Rowe Price. Seit Oktober 2025 laufen sie deutlich besser, was für Anleger die wichtige Frage aufwirft, ob es sich hierbei nur um eine kurzfristige Erholung handelt, oder um etwas Dauerhafteres?
Fast drei Jahre lang haben US-Small-Cap-Aktien gegenüber US-Large-Cap-Aktien stetig an Boden verloren. In dieser Zeit blieb der S&P SmallCap 600 Index kumulativ um fast 30 Prozentpunkte hinter dem S&P 500 Index zurück. Im Herbst 2025 änderte sich dies indes schlagartig. Von Ende Oktober bis zum 27. Januar dieses Jahres erzielten Small Caps eine Rendite von 8,95 %, während Large Caps nur 2,33 % zulegten. Infolgedessen verringerte sich die kumulierte Underperformance seit Ende 2022 auf etwa 25 Prozentpunkte, was verständlicherweise die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich gezogen habe, wie Murray erinnert.
Eine gewinnorientierte Trendwende
Bedeutsam sei, dass die Erholung der Small Caps nicht allein durch die Stimmung getrieben werde, sondern auch durch veränderte Fundamentaldaten. So hätte sich die Gewinnentwicklung nach einem fast dreijährigen starken Rückgang deutlich verbessert. Eine Ertragswende, die eine bedeutende Veränderung gegenüber den letzten Jahren darstellt.
Zudem hat die US-Notenbank ihre Zinssenkungen wieder aufgenommen und damit den Druck auf zinssensitive Unternehmen verringert. Small-Cap-Unternehmen sind in der Regel stärker verschuldet als Large-Cap-Unternehmen und haben auch einen höheren Anteil an kurzfristigen und variabel verzinslichen Schulden, erklärt der Experte. Daher würden sie in der Regel überproportional profitieren, wenn die die Geldpolitik gelockert wird.
Auch die Unsicherheit hinsichtlich der Zölle hat nachgelassen, weshalb sowohl Verbraucher als auch Unternehmen zuversichtlicher geworden seien, was ihre Ausgaben- und Investitionsentscheidungen angeht. Der schwächere US-Dollar wiederum hat den Small-Cap-Unternehmen mit Fremdwährungsumsätzen zusätzlichen Rückenwind verschafft.
Die Vorteile der KI beginnen sich auszuweiten
„Während in der Anfangsphase des Ausbaus der künstlichen Intelligenz (KI) vor allem Large-Cap-Technologieunternehmen profitierten, sehen wir zunehmend eine Ausweitung der Nachfrage auf kleinere Unternehmen“, führt Murray weiter aus. So würden einige Small-Cap-Unternehmen direkt von KI-bezogenen Infrastrukturausgaben profitieren, während andere Produktivitätssteigerungen durch die Implementierung von KI in ihren eigenen Geschäftsprozessen erzielen.
Fazit
Nach fast drei Jahren relativer Schwäche gibt es deutliche Anzeichen, dass US-Small-Cap-Aktien eine Renaissance erleben. Die Performance hat sich verbessert, und was noch wichtiger ist: Das Gewinnwachstum hat sich in eine positive Richtung gewendet. Der Experte geht daher davon aus, dass die verbesserten fundamentalen Rahmenbedingungen eine dauerhafte Grundlage für die künftige Performance von Small Caps bilden.
