US-Präsident Trump im Amt – Booster für die Börse

  • Luca Pesarini
  • ETHENEA

MÜNCHEN – Am 20. Januar wird Donald Trump als 47. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Seine angekündigte Politik hat aber schon im Vorfeld Wellen erzeugt. Die Ökonomen gehen von einem verstärkten Wirtschaftswachstum in den USA aus, Anleger setzen auf steigende Aktienkurse. Luca Pesarini, CIO bei ETHENEA, erwartet ein reales Wachstum von bis zu drei Prozent – eine Rezession sei nicht in Sicht

„Während Europa in einer Depression aus politischer Instabilität und Bürokratie versinkt, wird die neue US-Regierung alles dransetzen, den Businesszyklus weiter am Laufen zu halten“, zeigt sich Pesarini sehr zuversichtlich für die US-Wirtschaft. Damit dürfte sich die Schere zwischen den USA und Europa weiter öffnen. Während dem alten Kontinent allenfalls ein leicht positives Wachstum zugetraut wird, erwartet der ETHENEA-Chef für die USA ein reales Wachstum zwischen 2,5 und drei Prozent.

Hintergrund ist, dass der neugewählte US-Präsident Donald Trump die Förderung des Wirtschaftswachstums ganz oben auf die Agenda gesetzt hat. Allerdings benötigt er dafür unter anderem niedrigere Zinssätze. Die Frage ist, inwieweit die Fed ihm hier entgegenkommen kann. Einerseits hat sie für Preisstabilität zu sorgen, andererseits aber auch für ein günstiges Umfeld für eine florierende Wirtschaft.

Gute Ausgangslage für die US-Wirtschaft

Aus Pesarinis Sicht sei die Inflation mit 2,5 Prozent auf einem auskömmlichen Niveau, weshalb die Fed an ihrem Zinssenkungspfad festhalten könne. Er erwartet 2025 weitere Zinssenkungen, eine Verlängerung der Steuersenkungen sogar über 2025 hinaus und eine Reihe von Deregulierungs- und Fiskalmaßnahmen, die die Wirtschaftsentwicklung zusätzlich stützen.

Nicht investieren ist keine Option

„Natürlich lauern auch Gefahren“, dämpft Pesarini allzu überbordenden Optimismus. Er erinnert einerseits an die geopolitischen Herausforderungen, andererseits aber auch an innenpolitische Schwierigkeiten sowie die Gefahr eines ausufernden Handelskriegs, weshalb investieren mit Augenmaß angezeigt sei. „Ob, wie und in welchem Ausmaß sich mögliche Ereignisse in den Weg stellen, bleibt abzuwarten – deshalb nicht zu investieren, ist dennoch keine Option“, betont Pesarini. Sich neu orientieren und Alternativrouten finden, sei daher eine sinnvolle Lösung. Unter dem Strich geht er nach wie vor von einem guten Investitionsumfeld in den USA aus.

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