Trendwende bei Liquid Alternatives

  • Ralf Lochmüller
  • CEO von Lupus alpha

FRANKFURT – Hedgefonds-Strategien im UCITS-Mantel haben im Jahr 2024 eine durchschnittliche Fonds-Performance von 9,26% erzielt und damit das beste Ergebnis seit 2008, berichtet Ralf Lochmüller, CEO von Lupus alpha, aus der aktuellen Liquid-Alternatives-Studie seines Hauses. Zugleich verzeichnete die Anlageklasse erstmals seit zwei Jahren im zweiten Halbjahr wieder Nettozuflüsse.

„Hedgefonds-Strategien im UCITS-Mantel haben das Jahr 2024 bemerkenswert erfolgreich abgeschlossen“, erklärt Ralf Lochmüller, CEO von Lupus alpha. Mit 9,26% durchschnittlicher Fonds-Performance erreichte die Anlageklasse die beste Rendite seit Studienbeginn im Jahr 2008. Dies zeigt die halbjährliche Liquid-Alternatives-Studie von Lupus alpha basierend auf Daten des Analysehauses LSEG Lipper. Doch nicht nur bei den Erträgen, auch im Risikomanagement überzeugte das Segment – mit einstelligen Drawdowns bei fast allen Strategien und positiver Sharpe Ratio bei knapp zwei Dritteln der Fonds.

Ein weiteres positives Signal kommt von den Mittelflüssen: Erstmals seit zwei Jahren verzeichnete die Anlageklasse im zweiten Halbjahr wieder Nettozuflüsse – „die Trendwende ist eingeleitet“, sagt Lochmüller.

Überzeugende Performance

Beinahe 90% aller in Deutschland zugelassenen Absolute-Return- und Liquid-Alternatives-Fonds erzielten 2024 positive Erträge. Im Durchschnitt aller Strategien entwickelte sich die Assetklasse fast auf Augenhöhe mit europäischen Aktien und deutlich stärker als Euro-Anleihen. Die UCITS-regulierten Hedgefonds übertrafen auch ihre unregulierten Pendants klar. Einzig globale Aktien lagen deutlich vor den Liquid Alternatives – angetrieben vom S&P 500 (+25,02%) und hier besonders von den Magnificent 7.

Hohe Qualität im Risikomanagement

Die Maximalverluste hielten sich bei fast allen Strategien im einstelligen Bereich. Hier überzeugten vor allem die alternativen Fixed-Income-Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus mit maximalen Drawdowns von weniger als -3%. Über fünf Jahre zeigten sich 9 der 14 Strategien auch in Stressphasen robuster als Euro-Staats- und Unternehmensanleihen. Die hohe Qualität im Risikomanagement zeigt sich zudem in den Sharpe Ratios: 62,4% aller Fonds kommen auf positive Werte, jeder fünfte sogar auf eine Sharpe Ratio von 1 oder mehr.

Die Mittelflüsse zeigen eine Trendwende

Nach Rekordabflüssen von 35,1 Milliarden Euro im Vorjahr verzeichnete das Segment im zweiten Halbjahr 2024 wieder Zuflüsse. Damit reduzierten sich die Nettoabflüsse im Gesamtjahr deutlich auf nur noch 4,29 Milliarden Euro. Jede zweite Strategie wies zum Jahresende positive Nettomittelflüsse auf, angeführt von Absolute Return Bond mit einem Plus von 4,7 Milliarden Euro. Das führte zu einem Anstieg des Marktanteils dieser Strategie um fünf Punkte auf 21,4%. Die beiden alternativen Fixed-Income-Strategien bilden mit 30% weiterhin die größte Gruppe im Markt.

Bemerkenswert ist zudem, dass das Anlageverhalten von institutionellen und Retail-Investoren 2024 auffällige Unterschiede zeigte, wie die Studie ergab. Privatanleger offenbaren teilweise eine hohe Risikobereitschaft und setzen verstärkt auf Strategien mit mehr Aktienrisiko, insbesondere Equity Leveraged. Für institutionelle Anleger steht der diversifizierende Beitrag der Assetklasse im Vordergrund. Sie bevorzugen Anlagestrategien mit geringeren Drawdowns, insbesondere die alternativen Fixed-Income-Strategien sowie Equity Market Neutral.

„Angesichts einer unverändert hohen Krisenwahrscheinlichkeit und hoher Bewertungen globaler Aktien schichten Investoren stärker in alternative Anlagesegmente mit höherer Downside-Absicherung um“, weist Lochmüller auf ein wieder gewachsenes Vertrauen institutioneller Investoren in die Anlageklasse hin. „Investoren erweitern so das Spektrum ihrer strategischen Asset Allocation, um ihre Portfolios stabiler aufstellen zu können.“

Die Liquid-Alternatives-Studie von Lupus alpha steht hier zum Download bereit.

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