Schwellenländer-Hedgefonds legen weiter zu

  • Kenneth J. Heinz
  • Präsident von HFR

FRANKFURT – Schwellenländer-Hedgefonds haben Ende 2023 kräftig zugelegt, berichtet HFR-Präsident Kenneth J. Heinz aus dem aktuellen HFR Emerging Markets Hedge Fund Industry Report. Insgesamt hätten EM-Hedgefonds in den vergangenen 18 Monaten sowohl makroökonomische als auch geopolitische Herausforderungen erfolgreich gemeistert.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

Der HFRI EM: Latin America Index stieg im November um +8,0 Prozent und erhöhte seine Rendite im Jahresvergleich auf +18,3 Prozent, so der Emerging Markets Hedge Fund Industry Report von HFR, dem Weltmarktführer in der Indexierung, Analyse und Forschung der globalen Hedgefonds-Branche. „Schwellenländer-Hedgefonds, insbesondere Fonds mit Schwerpunkt Lateinamerika und Indien, haben seit Mitte des vierten Quartals stark zugelegt“, betont auch Kenneth J. Heinz, Präsident von HFR. Dies sei eine deutliche Umkehrung des volatilen Risk-Off-Trends, der den Großteil des Jahres dominierte, hin zu einer starken Risk-On-Stimmung, die durch den überraschenden Rückgang der Inflation und der Zinssätze angetrieben wurde.

„Trotz des jüngsten Rückgangs der makroökonomischen Risiken bleiben die geopolitischen Risiken historisch hoch, einschließlich des Potenzials für Verwerfungen oder Unterbrechungen auf den Energie-, Rohstoff- und Lieferkettenmärkten“, führt Heinz weiter aus. „Führende globale Institutionen und Investoren, die einen opportunistischen Zugang zu diesen Trends suchen, werden ihre Allokationen in spezialisierte EM- und Cryptocurrency-Hedgefonds bis 2024 wahrscheinlich erhöhen, die den Erfolg und die Robustheit ihrer Strategie durch die jüngste und anhaltende Volatilität bewiesen haben.“

Hedgefonds-Ergebnisse im Detail

Der HFRI EM: India Index stieg im November ebenfalls um +7,0 Prozent, womit er im gesamten letzten Jahr um +27,3 Prozent zulegte. Hedgefonds mit einem hohen Engagement in Kryptowährungen in allen EM-Regionen, einschließlich Korea, Russland, China, dem Nahen Osten und Japan, sind im Jahr 2023 bisher stark gestiegen, wobei der volatile HFR Cryptocurrency Index im November um +9,9 Prozent zulegte und damit eine YTD-Rendite von +49 Prozent erzielte; dies nach einem Einbruch von -54,0 Prozent im Jahr 2022.

Der HFRI Emerging Markets (Total) Index, der alle Schwellenländerregionen abdeckt, stieg im November um 4,0 Prozent und steigerte damit seine Jahresrendite auf +6,0 Prozent. Der HFRI Fund Weighted Composite Index, der sich aus Fonds zusammensetzt, die sowohl in Schwellenländer als auch in Industrieländer investieren, legte bis November um 4,9 Prozent zu, angeführt vom HFRI Equity Hedge (Total) Index, der in den ersten elf Monaten des Jahres um 6,7 Prozent zulegte.

Hedgefonds für Osteuropa und Russland wieder mit Plus

Obwohl der militärische Konflikt nach der russischen Invasion in der Ukraine bereits das zweite Jahr andauert, legten Hedgefonds, die in Osteuropa und Russland investieren, in den letzten Monaten trotz beispielloser Unsicherheit und Volatilität kräftig zu. Nach einem Rückgang von -15,6 Prozent in den ersten fünf Monaten des Jahres befindet sich der Index nun wieder im positiven Bereich, mit einem geschätzten Anstieg von +4,8 Prozent bis November; dies nach einem steilen Performance-Rückgang von -40,3 Prozent im Jahr 2022.
Das Gesamtvermögen der Hedgefonds in den Schwellenländern und in Asien war zu Beginn des vierten Quartals 23 stabil, wobei die AUM in den Schwellenländern auf 245,8 Milliarden USD geschätzt werden, während das in asiatische Hedgefonds investierte Gesamtkapital zu Beginn des vierten Quartals mit 126,6 Milliarden USD ebenfalls stabil war.

Neben Indien und Lateinamerika zeigten auch andere regionale Schwellenländerindizes zum Jahresende eine gemischte Performance. Der HFRI EM: MENA Index legte bis November um +3,9 Prozent zu, während der volatile HFRI EM: China Index um -3,9 Prozent zurückging, nachdem er im Jahr 2022 um -19,3 Prozent gefallen war. Der HFRI Japan Index verzeichnete bis November einen starken Zuwachs von +8,2 Prozent im Jahresvergleich, da der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar stark nachgab.

Zurückzum Seitenanfang