Schwellenländer – attraktive Geschäftsmodelle und günstige Bewertungen

  • Rasmus Nemmoe
  • First Sentier Investment Managers

FRANKFURT – „Die Performance von Schwellenländeraktien war 2023 durchwachsen und auch der Jahresstart zeigt sich holprig“, sagt Rasmus Nemmoe, Portfoliomanager bei First Sentier Investment Managers. Jedoch sei es aus strategischer Sicht sinnvoll, „langfristig in Schwellenländer zu investieren“.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

„Durch die schwache Entwicklung des chinesischen Aktienmarkts blieben Global Emerging Markets in den vergangenen drei Jahren hinter den Industrieländern und insbesondere hinter dem US-Aktienmarkt zurück“, bringt es Rasmus Nemmoe, Portfoliomanager Global Emerging Markets bei FSSA Investment Managers, in einem aktuellen Marktkommentar auf den Punkt. Es sei verständlich, dass sich Investoren Sorgen über die wirtschaftlichen Aussichten Chinas, anhaltende Probleme des Immobiliensektors, die Geopolitik und weitreichende regulatorische Eingriffe machen. Strukturell habe sich jedoch das Bild kaum geändert. „Angesichts der wahllosen Verkäufe, die wir in mehreren Schwellenländern – vor allem in China – beobachten, erscheinen die Bewertungen vieler unserer Portfoliounternehmen attraktiv. Wir gehen davon aus, dass die meisten ihren freien Cashflow 2024 um zehn oder mehr Prozent steigern können.“

Kein struktureller Bruch

Obgleich die Anlageklasse der Schwellenländer auch unabhängig von China eindeutig mit einer Reihe von Problemen konfrontiert ist, wird die Weltwirtschaft dem FSSA-Experten zufolge zunehmend von Schwellenländern angeführt. „Der Trend wird sich fortsetzen“, so Nemmoe. „Denn inzwischen entfällt nicht mehr nur die Mehrheit der Weltbevölkerung auf diese Länder, sondern sie machen nun auch die Mehrheit der Weltwirtschaft aus – auch wenn sich das nicht ausreichend an den Kapitalmärkten widerspiegelt.“ So sei in den letzten zehn Jahren der Anteil der Schwellenländer am weltweiten BIP von 56 % auf 59 % gestiegen, ihr Anteil an den globalen Aktienmärkten ist jedoch von 12 % auf 11 % gesunken.

Säkulare Trends und Zukunftsbranchen

Die säkularen Wachstumstreiber Demografie und Urbanisierung sprechen eine andere Sprache. In den Schwellenländern dürfte laut UN die Arbeitsbevölkerung zwischen 2020 und 2040 um 800 Millionen steigen, und bis 2050 könnten weitere 1,5 Milliarden Menschen in Städten leben. Auch in der digitalisierten Wirtschaft rechnet FSSA mit einer wachsenden Dominanz der Schwellenländer. So verfügten die chinesischen Internetgiganten Tencent, Alibaba oder Douyin über die nötigen Datenmengen, um KI-Modelle zu trainieren. Asiatische Unternehmen seien auch führend in den Bereichen Halbleiter (TSMC), Solarpanels (Longi), Batterieproduktion (CATL und LG Group) sowie bei Elektroautos (BYD).

Der Schwellenländerexperte empfiehlt: „Man sollte sehr gezielt in Unternehmen investieren, die von den langfristigen Wachstumstrends der Schwellenländer profitieren und über Wettbewerbsvorteile wie Marke, Größe oder Netzwerk verfügen, um hohe Margen und hohe Renditen zu erzielen.“ Die anhaltende Stärke und Dominanz dieser Geschäftsmodelle mache es aus strategischer Sicht sinnvoll, langfristig in Schwellenländer zu investieren.

Index bildet das Potenzial der Märkte ungenügend ab

Die besten langfristigen Chancen in den Schwellenländern hat der Index dem FSSA-Fondsmanager zufolge noch nie gut abgebildet. „Die Dominanz staatlicher Unternehmen hat dazu geführt, dass ein großer Teil des Index im Laufe der Jahre immer wieder Werte für Anleger vernichtet hat.“  Es wäre aber ein Fehler, Schwellenländer bei der Kapitalanlage gänzlich zu ignorieren. Mit mehr als 3.000 börsennotierten Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über einer Milliarde US-Dollar finden langfristig orientierte Investoren dort interessante Anlagemöglichkeiten.

„Häufig sind die Märkte, weil sie noch nicht vollständig entwickelt sind, durch eine geringe Wettbewerbsintensität geprägt“, führt Fondsmanager Rasmus Nemmoe aus. Insbesondere Investoren mit einem Fokus auf Qualitätsunternehmen wie FSSA werden daher in Schwellenländern fündig. Die dominierenden Konsum-, Finanz- und Dienstleistungsunternehmen der Schwellenländer können mit defensiven Merkmalen wie hohen Renditen und stabilen, wiederkehrenden Cashflows punkten. Wenn Unternehmen langfristig in der Lage sind, überdurchschnittliche Renditen zu erwirtschaften, potenziere sich das Gewinnwachstum und damit das Potenzial für Outperformance.

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