Sauberer Wasserstoff vor dem Durchbruch?

  • Nicolas Jacob
  • ODDO BHF AM

FRANKFURT – „Die USA haben sich zum Ziel gesetzt, zum Weltmarktführer für sauberen Wasserstoff zu werden“, sagt Nicolas Jacob, Portfoliomanager bei ODDO BHF AM. Neue Projekte werden mit Milliardensummen gefördert, wovon nicht zuletzt auch Anleger profitieren könnten.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

Im Oktober gab das US-Energieministerium der USA sieben Projekte für Regionalzentren zur Produktion von sauberem Wasserstoff bekannt, die mit insgesamt 7 Milliarden US-Dollar von der öffentlichen Hand finanziert werden sollen. Hinzu könnten weitere 40 Milliarden US-Dollar an privaten Investitionen kommen, schätzt Nicolas Jacob von ODDO BHF Asset Management.

Aus Sicht des Portfoliomanagers des ODDO BHF Green Planet können auch Anleger davon profitieren. So seien die beiden Industriegasgiganten Air Liquide* und Linde* bei sechs bzw. einem der Regional-Hubs als Kooperationspartner engagiert. Sie sollen ihre Expertise entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette von Produktion über Verflüssigung und Verteilung bis Speicherung dort einbringen. Auch das auf grünen Wasserstoff spezialisierte US-Unternehmen Plug Power* trete bei vier der Hubs als Kooperationspartner im Bereich der Elektrolyse-Anlagen auf.

Solide Wachstumsaussichten durch Dekarbonisierung der Industrie und des Schwerlastverkehrs

„Die USA haben sich zum Ziel gesetzt, zum Weltmarktführer für sauberen Wasserstoff zu werden“, schreibt Nicolas Jacob in einem aktuellen Marktkommentar. Darunter falle die Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien, Kernenergie oder Erdgas mit CO2-Abscheidung und -Speicherung.

Den Grundstein für dieses Bestreben bildeten das Infrastrukturgesetz vom November 2021 sowie die Schaffung einer speziellen Behörde („Office of Clean Energy Demonstration“, OCED), die dem US-Energieministerium angegliedert ist. Die Mittel sind Jacob zufolge Bestandteil des Fahrplans, nach dem die USA bis 2050 40 Millionen Tonnen sauberen Wasserstoff produzieren sollen. Als komplementäre Technologie zur Elektrifizierung bietet sauberer Wasserstoff mittel- bis langfristig solide Wachstumsaussichten, insbesondere im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung der Industrie und des Schwerlastverkehrs.

Förderung ermöglicht Skaleneffekte

Das OCED ist mit Finanzmitteln in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar ausgestattet, die hauptsächlich in neue grüne Technologien zur Energieerzeugung und -speicherung fließen sollen. Dabei gibt es laut dem Experten von ODDO BHF drei Schwerpunkte: „Zunächst strategische Bereiche mit hohem Dekarbonisierungspotenzial wie Industrie, Schwerlastverkehr und Energiespeicherung; zweitens die Senkung der Preise für sauberen Wasserstoff durch Innovation und Skaleneffekte sowie drittens die Fokussierung auf regionale Infrastrukturnetze, um dem Markt zum Durchbruch zu verhelfen.“

Fondsmanager Jacob macht dabei folgende Rechnung auf: Der im August 2022 verabschiedete „Inflation Reduction Act“ sieht Steuergutschriften von bis zu 3 US-Dollar je produziertem Kilogramm sauberen Wasserstoff vor, bei Kosten von derzeit 4 bis 5 US-Dollar. „Zusammen mit der finanziellen Förderung für den Aufbau regionaler Zentren von 7 Milliarden US-Dollar sollte dies die wirtschaftliche Gleichung für sauberen Wasserstoff in den USA sehr positiv beeinflussen“, resümiert Jacob.

*Hinweis: Keines der genannten Unternehmen stellt eine Anlageempfehlung dar.

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