Reform der Schuldenbremse: Portfolioallokation anpassen

  • Daniel Kerbach
  • BayernInvest

MÜNCHEN – Die Reform der Schuldenbremse und das neu geschaffene Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro setzen wichtige Impulse für die wirtschaftliche Erholung Deutschlands, sagt Daniel Kerbach, CIO der BayernInvest. Er nennt dies „eine Initialzündung, um Deutschland wieder auf den Wachstumspfad zurückzuführen“.

Das von Bundestag und Bundesrat abgesegnete Fiskalpaket sowie das Sondervermögen ermöglichen dringend benötigte Investitionen in zentrale Wirtschaftsbereiche und stärken zugleich die Verteidigungsfähigkeit des Landes, wie Kerbach weiter ausführt. Als direkte Reaktion auf die verschärfte geopolitische Bedrohungslage werden künftig Verteidigungsausgaben von mehr als 1 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von den Budgetbeschränkungen ausgenommen. „Die Beschlüsse sind die Initialzündung, um Deutschland wieder auf den Wachstumspfad zurückzuführen“, kommentiert der CIO der BayernInvest, der damit rechnet, dass das BIP-Wachstum in den kommenden Jahren um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte steigen könne. Spürbare Effekte seien jedoch frühestens ab 2026 zu erwarten.

Mehr Spielraum im Handelskonflikt

Das Fiskalpaket biete zudem eine strategische Antwort auf die drohende Eskalation der Handelskonflikte mit den USA. Eine potenzielle Erhöhung der Zölle um 10 % könne das deutsche BIP um 20 bis 30 Basispunkte belasten. Hier soll der erweiterte fiskalische Spielraum Deutschland helfen, um gegenzusteuern und absehbaren wirtschaftlichen Verwerfungen entgegenzuwirken. Allerdings bringe die Reform auch Herausforderungen mit sich, etwa wenn sich die wachsende Staatsverschuldung inflationssteigernd auswirkt. Als besonders betroffen bezeichnet Kerbach Sektoren mit hohen Kapazitätsengpässen, wie etwa den Bausektor, wo die steigende Nachfrage nach Fachkräften und Material potenziell zu Preissteigerungen führen könne.

Portfolioallokation vorausschauend anpassen

Insgesamt seien die Reform der Schuldenbremse und das Sondervermögen wichtige Maßnahmen, um die wirtschaftliche Resilienz Deutschlands zu stärken, resümiert Kerbach. Neben den kräftigen Impulsen für Wachstum und Sicherheit eröffneten sie langfristige Perspektiven für Investitionen und erweiterten den finanzpolitischen Spielraum Deutschlands. Sein Haus habe entsprechend die Portfolioallokation angepasst und das Exposure in Infrastrukturaktien und Infrastrukturfinanzierungen ausgebaut. „Zudem haben wir inflationsgeschützte Anleihen übergewichtet, um Portfolios gegen mögliche Preissteigerungen abzusichern“, so der Stratege.

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