Private Markets Outlook 2025: Wichtige Erkenntnisse für Anleger
- Dr. Nils Rode
- Schroders Capital
MÜNCHEN – Das Potenzial privater Märkte zur Bewältigung der vorherrschenden globalen Unsicherheit sei noch nie so groß gewesen wie heute, sagt Dr. Nils Rode von Schroders Capital. Einerseits erachtet er die Bewertungen und Renditen absolut wie auch relativ als attraktiv, andererseits würden sie auch weiterhin vom zyklischen Rückenwind profitieren.
Selektivität und Absicherung gegen Verluste sind entscheidend
„Private Markets haben in der Vergangenheit einen gewissen Schutz vor der Volatilität der öffentlichen Märkte geboten und sich oft in einem Umfeld der Unsicherheit gut entwickelt“, zitiert Dr. Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital, aus dem aktuellen Private Markets Outlook 2025 seines Hauses. Es sei indes davon auszugehen, dass es auch im aktuellen Marktumfeld einige Privatmarktstrategien geben wird, die ein deutlich besseres Risiko-Rendite-Profil aufweisen als andere.
Entsprechend sollten Anleger selektiv vorgehen und sich auf Strategien konzentrieren, die eine Absicherung gegen Kursverluste in Form einer moderaten Fremdkapitalquote oder Vermögensbesicherung bieten, Zugang gewähren zu Unternehmen und Vermögenswerte, die bis zu einem gewissen Grad von globalen Handelsspannungen abgeschirmt sind, und durch eine geringere Korrelation mit börsennotierten Märkten und unterschiedlichen Risikopositionen Diversifizierungseffekte erzielen können.
Drei Schlüsselthemen für den Bereich Private Equity
Im Bereich Private Equity haben die Schroders-Experten drei sich ergänzende Hebel identifiziert, die dazu beitragen können, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.
Lokale Champions:
Das sind dienstleistungsorientierte Unternehmen, deren Umsätze überwiegend im Inland erzielt werden, wodurch das Risiko durch Zölle, Lieferkettenschwierigkeiten und geopolitische Unsicherheiten begrenzt wird. Faktisch könne dies durch eine Fokussierung auf kleine und mittlere Buyouts umgesetzt werden.
Transformatives Wachstum:
Zugleich setzt Rode auf Unternehmen, bei denen die Innovationsagenda kontrollierbare Wertschöpfungspfade und zusätzliche Renditeprämien schaffen und damit allgemeine Marktturbulenzen ausgleichen kann. Im Fokus stehen wiederum kleine und mittlere Buyouts, die das Potenzial haben, in die nächste Wachstumsphase zu gelangen, ohne die Wertschöpfungspläne zu stören.
Multipolare Innovation:
Dahinter verbirgt sich die Allokation in eine wachsende Zahl regionaler Technologiezentren, damit Portfolios ihr spezifisches Wachstum überall dort erfassen können, wo es entsteht, und das Konzentrationsrisiko in einem Einzelmarkt vermeiden. Letztlich führe dies zu einem Fokus auf Early-Stage-Ventures, die sich auf wichtige Sektormöglichkeiten konzentrieren.
Private Credit: spezialisierte Strategien mit attraktiven Renditen
„Je intensiver die Volatilität ist, die wir sehen, und je stärker die Liquidität in regulierten Kanälen – beispielsweise bei Banken und Versicherungen – dadurch beeinträchtigt wird, desto mehr Chancen sehen wir insbesondere im Bereich Private Credit“, erklärt Rode. Konkret hat er einen dringenden Refinanzierungsbedarf für Bau- und fällige gewerbliche Immobilienkredite in den USA ausgemacht, da die Transaktionsaktivität zugenommen habe, während sich die Emissionen an den Konsortialmärkten verlangsamten. Hier können Spezialfinanzierungen bzw. forderungsbesicherte Finanzierungen eine inhärente Diversifizierung sowie Zugang zu differenzierten Risikoprämien bieten – und damit das Potenzial, von Marktineffizienzen aufgrund der Turbulenzen zu profitieren.
Fokus auf Europa und Asien für die Infrastruktur der Energiewende
Im Bereich Energiewende innerhalb der Infrastruktur verortet der Experte die attraktivsten Chancen derzeit in Asien und Europa, wo die Staaten ihre Dekarbonisierungsverpflichtungen weiter verstärken. Als Erfolgsfaktoren nennt er die starke Inflationskorrelation und die sicheren Ertragseigenschaften.
2025 – ein starkes Jahr für Immobilien
Am Immobilienmarkt gebe es immer mehr Anzeichen für positive Bewegungen. So steht zu erwarten, dass sich die Leistung in allen Märkten gegenüber dem Vorquartal verbessern wird. Allerdings sollten Anleger sich auch der stagflationären Risiken bewusst sein, die sich manifestieren könnten. Sowohl die Transaktionspreise als auch die Bewertungen hätten sich im ersten Quartal dieses Jahres leicht verbessert, führt Rode weiter aus, nachdem sich die Transaktionen in allen Regionen und Segmenten erholten, auch wenn das Ausmaß davon in den einzelnen Märkten sehr unterschiedlich sei.
