Potenzial bei deutschen Aktien

  • Philipp Schweneke
  • DWS

FRANKFURT – Nach dem fulminanten Aufschwung am deutschen Aktienmarkt, der beispielsweise den DAX auf neue Rekordhöhen brachte, stellt sich Anlegern die Frage, ob die Aktien ihre Erfolgsspur halten können. DWS-Manager Philipp Schweneke zeigt sich durchaus positiv. Er sieht weiteres Kurspotenzial und baut auf anziehende Gewinne im Jahr 2026.

„Die Bilanz im laufenden Jahr fällt immer noch sehr gut aus“, betont Philipp Schweneke vom Deutschland-Aktien-Team der DWS. Das gelte vor allem für den deutschen Leitindex DAX, der seit Jahresbeginn knapp 20 Prozent im Plus liegt. Allerdings hätten die Kurse seit dem proklamierten US-Zoll auf europäische Exporte etwas gelitten. Gleichwohl sieht Schweneke bei dem derzeitigen erhöhten Bewertungsniveau weiter Chancen.

Hohe Ertragskraft

Sein Argument: Die Qualität und die Ertragskraft vieler DAX-Unternehmen würden die aktuellen Bewertungen im internationalen Vergleich rechtfertigen, wobei sich ein Großteil der Entwicklung auf die Erwartungshaltung zurückführen lasse. So gebe es gute Gründe, dass sich deutsche Aktien weiterhin gut entwickeln. Beispielsweise aufgrund der Gewinnentwicklung. „Wenn die Bewertungen stabil bleiben und die Gewinnschätzungen des Marktes eintreffen, könnten die Unternehmensgewinne ein höheres Kursniveau rechtfertigen“, sagt der Experte.

Einen Favoritenwechsel sieht er in der nächsten Zeit aber eher nicht. Die Rahmenbedingungen hätten sich nicht verändert: Fiskalstimulus, NATO-Budget, US-Zölle. Das würde die bisherigen Favoriten bestätigen.

Auch Standardwerte mit Potenzial

Indes verortet Schweneke nicht nur für die deutschen Standardwerte nach wie vor Potenzial, sondern auch für Aktien aus der zweiten Reihe. „Nebenwerte, die sich im laufenden Jahr nach einer langen Durstphase schon gut entwickelt haben, bleiben ebenfalls chancenreich“, bestätigt der Experte. Ausgewählte Titel würden teilweise sogar noch stärker als die großen Werte von dem Infrastrukturpaket, den erhöhten Verteidigungsausgaben und der Strompreisreform profitieren.

Der Blick auf 2026

Andererseits könnte sich in den nächsten Wochen die leichte Schwächephase zunächst noch fortsetzen, wofür Schweneke drei Gründe anführt: Die traditionell eher schwachen Sommermonate an den Börsen, eine Ertragssaison der Unternehmen, die zwar in Ordnung gewesen sei, aber mehr auch nicht. Und schließlich schwächelnde Wirtschaftsdaten aus den USA. Ab Mitte September dürften Anleger aber ihr Augenmerk auf die zu erwartenden Gewinne des Jahres 2026 richten. „Hier sind die Aussichten positiv. Zyklische Standard- und Nebenwerte sollten profitieren“, resümiert Schweneke.

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