Portfolio-ETFs werden zum Mainstream

  • Manuela Sperandeo
  • BlackRock

MÜNCHEN – „Portfolio-ETFs gewinnen zunehmend an Bedeutung, da die Nachfrage nach einfachen, breit gestreuten Anlagelösungen wächst“, sagt Manuela Sperandeo von BlackRock. Ihr Haus hat zusammen mit „extraETF“ eine Studie erstellt, die zeigt, dass rund 40 % der befragten deutschen Privatanleger bereits Portfolio-ETFs besitzen, während weitere 32,4 % eine Investition aktiv in Erwägung ziehen.

Die Studie „The Rise of Portfolio ETFs in Europe“, die auf 1607 befragten Nutzern der extraETF-Plattform basiert, bescheinigt die wachsende Bedeutung von Portfolio-ETFs. Die Gruppe dieser ETFs umfasst mittlerweile ein Vermögen von mehr als 5,5 Milliarden Euro, wobei sich rund drei Viertel des gesamten Marktvolumens auf die fünf größten Produkte konzentrieren, wie extraETF berichtet.

Das Besondere an Portfolio-ETFs ist, dass sie verschiedene Anlageklassen wie Aktien und Anleihen innerhalb eines einzigen börsengehandelten Fonds kombinieren. Sie sind somit darauf ausgelegt, Anlegern einen einfachen Zugang zu einem breit diversifizierten Portfolio zu verschaffen – und dabei gleichzeitig von der Transparenz, Kosteneffizienz und einfachen Handelbarkeit von ETFs zu profitieren.

Diversifikation treibt die Akzeptanz bei Anlegern

Ein wesentlicher Vorteil laut Studie ist die breite Streuung über mehrere Anlageklassen hinweg, die von 68 % der Befragten genannt wird; 42 % nennen ein automatisches Risikomanagement als entscheidenden Faktor, während 36 % die zusätzliche Risikominderung hervorheben. Ein Drittel der Befragten schätzt es besonders, dass sie ihre Portfolios via Rebalancing nicht regelmäßig neu ausrichten müssen.

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Anleger zunehmend nach einfachen, professionell gemanagten Portfoliolösungen suchen, die dabei helfen, häufige Fehler wie eine unzureichende Diversifikation oder emotional getriebene Anlageentscheidungen zu vermeiden“, erklärt Manuela Sperandeo, Co-Head of European iShares bei BlackRock.

Hohe Sparraten bei Portfolio-ETF-Anlegern

Rund 31 % der befragten Anleger nutzen Portfolio-ETFs für Sparpläne, während weitere 29 % Sparpläne mit Einmalanlagen kombinieren. Besonders bemerkenswert ist die Höhe der monatlichen Einzahlungen: 28 % der Anleger investieren monatlich mehr als 500 Euro. Insgesamt investieren fast drei Viertel der Nutzer von Sparplänen mindestens 100 Euro pro Monat.

Dabei sei die Nutzerzufriedenheit bemerkenswert hoch, wie Sperandeo anfügt. Insgesamt 82,7 % der Anleger würden Portfolio-ETFs weiterempfehlen, während nur rund 4 % dies nicht tun würden. Diese hohe Weiterempfehlungsrate zeige, dass Portfolio-ETFs den Nutzern einen konkreten Mehrwert bieten und die Erwartungen vieler Anleger erfüllen.

Zögerliche Anleger

Trotz wachsender Bekanntheit und Akzeptanz zögern einige Anleger, Portfolio-ETFs in Betracht zu ziehen. 52,8 % der Nichtnutzer ziehen es laut Studie vor, ihre Portfolios selbst zusammenzustellen. Weitere 23 % der Befragten halten Portfolio-ETFs für zu teuer, während 17 % angeben, nicht ausreichend über die Produkte informiert zu sein. Insofern haben Anleger mit Blick auf die Zukunft klare Erwartungen: 59 % wünschen sich niedrigere Gebühren, 39 % erwarten mehr Transparenz von den Anbietern und 31 % wünschen sich eine breitere Produktpalette.

Erhebliches Potenzial bei jüngeren Anlegern

Die Ergebnisse weisen auch auf eine potenzielle Wachstumschance bei jüngeren Anlegern hin, erklärt Sperandeo, indem sie einen einfachen und kostengünstigen Einstieg in das diversifizierte Anlegen bieten – insbesondere bei diejenigen, die noch am Anfang ihres Anlagewegs stehen. „Portfolio-ETFs helfen Menschen, mit einer einzigen Anlage eine hohe Diversifikation zu erreichen“, so die Expertin weiter.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
78,2 % kennen Portfolio-ETFs
39,5 % investieren bereits in Portfolio-ETFs
32,4 % ziehen eine Investition in Erwägung
68,0 % nennen Diversifikation als zentralen Vorteil
82,7 % würden Portfolio-ETFs weiterempfehlen
27,9 % der Sparplan-Nutzer investieren mehr als 500 Euro pro Monat
52,8 % der Nicht-Nutzer stellen ihr Portfolio lieber selbst zusammen
59,1 % wünschen sich niedrigere Gebühren

Über die Studie
Für die Studie „The Rise of Portfolio ETFs in Europe" wurden 1607 Nutzer der extraETF-Plattform in Deutschland online zu ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihrem Anlageverhalten in Bezug auf Portfolio-ETFs befragt. Die Umfrage wurde von extraETF im Auftrag von BlackRock durchgeführt und steht unter extraETF.com zum Download bereit.

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