Nachfrage nach Katastrophenanleihen hält an

  • Dr. Rom Aviv
  • GAM Investments

MÜNCHEN – Starke Nachfrage, stabile Spreads und ein bislang schadenfreies Quartal: Der Markt für Katastrophenanleihen zeigte sich auch im zweiten Quartal 2026 widerstandsfähig, wie Dr. Rom Aviv von GAM Investments berichtet. Zwar rücke nun der Start der atlantischen Hurrikansaison in den Fokus der Anleger, gleichwohl erachtet er den langfristigen Wachstumskurs dieser Anlageklasse als intakt.

„Der Markt für Katastrophenanleihen (Cat Bonds) hat sich im zweiten Quartal 2026 erneut als robuste Anlageklasse erwiesen“, sagt Dr. Rom Aviv, Head of ILS bei GAM Investments. Trotz eines außergewöhnlich hohen Emissionsvolumens sei die Nachfrage hoch geblieben – bei zahlreichen Transaktionen habe sie das Angebot deutlich überstiegen, ohne dass die strukturelle Qualität der Anleihen darunter litt.

Widerstandsfähiger Markt trotz hoher Emissionstätigkeit

„Die Marktbedingungen im zweiten Quartal waren durch ein starkes Emissionsvolumen und eine sehr gute Nachfrage gekennzeichnet“, fasst Aviv zusammen. Auch angesichts der erheblichen Emissionsvolumina sei der Markt weiter gewachsen, ohne dass sich die strukturelle Qualität nennenswert verschlechterte. Die Spreads stabilisierten sich weiter auf einem im historischen Vergleich attraktiven Niveau, und die Anlageklasse blieb von geopolitischen Schocks gänzlich unberührt.

Naturkatastrophen ohne Marktauswirkung

Insbesondere hebt der Experte hervor, dass die Naturkatastrophen des vergangenen Quartals keine Spuren im Katastrophenanleihemarkt hinterließen. Zur Erinnerung: Im April erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,4 die Küste vor Miyako, Japan. Da die Bausubstanz in der Region größtenteils erdbebensicher ist, blieben erhebliche Schäden aus – und damit auch Auswirkungen auf den Markt.

Im Juni wiederum sorgte ein Erdbeben-Doppelereignis in Venezuela – zwei starke Beben in engem zeitlichen und räumlichen Abstand – für weitreichende Schäden in städtischen Gebieten und erhebliche wirtschaftliche Verluste. Hier dürften indes aufgrund der relativ geringen Versicherungsdurchdringung im Land die versicherten Schäden begrenzt bleiben. Auch dieses Ereignis sei daher ohne Auswirkung auf den Katastrophenanleihemarkt geblieben. „Insgesamt war das Quartal von einem günstigen Katastrophenumfeld geprägt“, so Aviv, „die Kuponerträge blieben der maßgebliche Renditetreiber der Anlageklasse.“

Hurrikansaison: Unterdurchschnittliche Aktivität im Atlantik erwartet

Im dritten Quartal rückt für Anleger vor allem der Beginn der atlantischen Hurrikansaison in den Vordergrund. Unabhängig vom jüngsten Erdbeben am 17. Juli vor der Südküste Mexikos, dessen Gesamtschäden begrenzt bleiben dürften, erwarten führende Prognoseagenturen für den Atlantik jedoch eine unterdurchschnittliche Aktivität mit weniger benannten Stürmen und Hurrikanen als im langjährigen Mittel, wie der GAM-Manager erklärt. Maßgeblich für diesen Ausblick sei die erwartete Entwicklung von El-Niño-Bedingungen, die die Entstehung und Intensivierung atlantischer Hurrikane – insbesondere in den Spitzenmonaten der Saison – erfahrungsgemäß dämpfen.

Allerdings liegen die Meeresoberflächentemperaturen im Atlantik weiterhin über den historischen Durchschnittswerten und könnten den dämpfenden Effekt von El Niño teilweise kompensieren. Im östlichen und zentralen Pazifik hingegen dürften die gleichen El-Niño-Bedingungen zu einer überdurchschnittlichen Hurrikanaktivität führen – ein Beispiel für die unterschiedlichen regionalen Auswirkungen der aktuellen Klimalage.

Wichtig für Anleger

Saisonale Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die Höhe versicherter Schäden. Bereits ein einziger schwerer Hurrikan, der auf Land trifft, kann erhebliche versicherte Schäden verursachen. Dies gilt unabhängig davon, wie viele Stürme sich insgesamt in der Saison entwickeln.

Ausblick: Wachstumskurs der Anlageklasse bleibt intakt

Für die kommenden Monate erwartet GAM, dass sich die Neuemissionstätigkeit bis Juli verlangsamt, bevor sie im weiteren Verlauf der atlantischen Hurrikansaison den historischen saisonalen Mustern folgend zurückgeht. Die anhaltende Ausweitung des Emittentenkreises, der abgedeckten Gefahrenbereiche und der Transaktionsstrukturen untermauert derweil den langfristigen Wachstumskurs dieser Anlageklasse.

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