Lokale Schwellenländer- anleihen profitieren vom schwachen Dollar
- Anthony Kettle
- RBC BlueBay Asset Management
MÜNCHEN – „Der US-Dollar ist geschwächt und wir gehen davon aus, dass sich ein moderater Abwärtstrend weiter fortsetzen wird“, sagt Anthony Kettle von RBC BlueBay Asset Management. Als Resultat daraus rechnet er mit Mittelzuflüssen in Emerging Bonds und entsprechenden Renditechancen.
Die Dollarschwäche ist für Anthony Kettle, Senior Portfolio Manager im Emerging Markets Team von RBC BlueBay Asset Management, indes nur ein Faktor, der Vorteile für Schwellenländeranleihen bringen sollte. Als weitere strukturelle Faktoren, die den Markt stützen, nennt er:
- die hohen US-Aktienbewertungen,
- die starke Konzentration von Anlegern in US-Anlagen und die damit verbundene Notwendigkeit der Diversifizierung weg von den USA,
- das Nachlassen des US-Exzeptionalismus durch Normalisierung des Wirtschaftswachstums.
In der Vergangenheit seien in Phasen einer Dollar-Schwäche stärkere Kapitalzuflüsse in Schwellenländer zu verzeichnen gewesen, da der Dollar an Attraktivität verlor, während Schwellenländeranlagen relativ an Attraktivität gewannen, wie der Experte ausführt. Gleichwohl rät er, hinsichtlich des Tempos der jüngsten Entwicklungen vorsichtig zu bleiben – zumal eine Übertreibung immer möglich sei.
Indes schaffe die Kombination aus moderater Inflation, unterstützender Geldpolitik und robustem Wachstum in Schwellenländern ein Umfeld, in dem der Carry zum dominierenden Renditetreiber werde. „Wir gehen davon aus, dass dies weiterhin positive Mittelzuflüsse in Lokalwährungsanleihen sowohl von Unternehmen als auch staatlichen Emittenten der Schwellenländer bewirken wird“, betont Kettle.
Innerhalb des Segments der Schwellenländeranleihen erachtet er wiederum die Aussichten für Emerging Bonds in lokaler Währung als besonders attraktiv. „Wir gehen davon aus, dass sie Schwellenländer-Unternehmensanleihen in US-Dollar in diesem Jahr übertreffen werden, angetrieben durch eine Kombination aus attraktiven Realrenditen und günstigen Währungsentwicklungen“, so sein Resümee.
