Liquid Alternatives 2025 – Interesse ist zurück

  • Ralf Lochmüller
  • Managing Partner und CEO
  • Lupus alpha

FRANKFURT – Liquid-Alternatives-Strategien verzeichneten in allen sechs Monaten des ersten Halbjahres 2025 Nettozuflüsse – insgesamt 6,9 Milliarden Euro, wie Ralf Lochmüller, CEO von Lupus alpha, aus einem aktuellen Report seines Hauses zitiert. Das sei ein klares Signal für das neu erstarkte Interesse an dieser Anlageklasse.

Das mit Abstand meiste Investorenkapital floss in den Monaten Mai und Juni in die Assetklasse der Liquid Alternatives – knapp 70 Prozent der Nettozuflüsse des ersten Halbjahres. „Auslöser für diese ausgeprägte Nachfrage war offenbar die Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump im April und die darauffolgenden Markturbulenzen“, erklärt Ralf Lochmüller, Managing Partner und CEO von Lupus alpha. Dies hätte auf viele Anleger wie ein Impulsgeber für eine Neubewertung ihrer Risikotoleranz gewirkt und zu einer spürbaren Umschichtung in liquide alternative Strategien geführt – vor allem in risikoärmere.

So entfielen laut der von Lupus alpha halbjährlich erstellten Liquid-Alternatives-Studie, die auf Daten von LSEG Lipper basiert, die stärksten Zuflüsse auf die beiden Fixed-Income-Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus – zusammen knapp 4,9 Milliarden Euro. Auch defensive Aktienstrategien wie Alternative Equity Market Neutral und Alternative Long/Short Equity profitierten von der erhöhten Nachfrage.

Institutionelle Anteilsklassen machten im ersten Halbjahr 2025 knapp die Hälfte des Marktvolumens aus (49,5%) – nur wenig unter dem Rekordwert von Ende 2024 (51,7%). Ihr hoher Anteil unterstreiche das Vertrauen institutioneller Anleger in die robusten Strukturen der Liquid Alternatives, so Lochmüller. Besonders risikoärmere Absolute-Return-Fonds konnten bei dieser Anlegergruppe zulegen (+0,8 Mrd. Euro).

Magere Rendite wegen Dollar-Schwäche

Die im Durchschnitt aller Fonds negative Rendite von -1,87% im ersten Halbjahr war vor allem der US-Dollar-Schwäche geschuldet, erklärt der Experte. Diese wirkte sich negativ auf global ausgerichtete Strategien mit hohem US-Anteil aus. Strategien mit Währungsabsicherung oder Fokus auf Europa waren damit für europäische Investoren klar im Vorteil. Auf Sicht von 5 Jahren dagegen hätten Liquid-Alternatives ihre unverändert stabilisierende Rolle in den Portfolios von Investoren mit einer durchschnittlichen Performance von knapp 4,6% p.a. bestätigt. Die starke Streuung der Fonds-Performance innerhalb der Strategien erfordere insofern von Investoren eine sorgfältige Due Diligence bei der Fondsauswahl.

Positiv überzeugen konnten die analysierten Strategien in punkto Risikoverhalten: Trotz der Marktverwerfungen im April blieben die Maximalverluste vieler Strategien moderat. Im Median lagen sie bei den meisten Strategien unterhalb des MSCI World. Besonders die Fixed-Income-Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus überzeugten mit defensiven Risikoprofilen. Auch über einen Zeitraum von fünf Jahren zeigen sich die Strategien stabil: Elf von 14 Kategorien verzeichneten geringere Rücksetzer als globale Aktien oder Euro-Anleihen, bilanziert Lochmüller.

„Liquid Alternatives haben sich als unverzichtbarer Portfoliobaustein etabliert“, resümiert er. „Die Daten aus dem ersten Halbjahr belegen deutlich den Wert dieser Assetklasse gerade für professionelle Anleger. Mit ihren spezifischen Rendite-Risiko-Profilen helfen Liquid Alternatives Investoren, ihre Portfolios besser auszubalancieren.“

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