Kupfer – eine attraktive Rohstoffanlage

  • Ben Shrewsbury
  • Aberdeen Investments

MÜNCHEN – Gold steht eindeutig im Fokus der Anleger. Allerdings wurde die jüngste Rallye von Faktoren getragen, die sich als vorübergehend erweisen könnten, wie Ben Shrewsbury von Aberdeen Investments warnt. Er sieht in Kupfer einen „nachhaltigeren strukturellen Nachfragetreiber“.

„Die Rallye des Goldes war beeindruckend“, betont Ben Shrewsbury, Investment Manager – Global Emerging Market Equities bei Aberdeen Investments. Allerdings hänge dies zunehmend von Faktoren ab, die sich als vorübergehend erweisen könnten – gestützt durch eine ungewöhnliche Mischung aus Goldkäufen der Zentralbanken, geopolitischen Risikoprämien und erneuten Sorgen über eine Entwertung von Währungen, wie er weiter ausführt. Diese Faktoren würden zwar die Preisstärke qualitativ rechtfertigen, aber andererseits auch zu einer gewissen Fragilität führen, sofern etwas davon entfallen sollte. „Zudem bleiben wir auch gegenüber Goldminenunternehmen vorsichtig, da sie strukturell eine schwächere Kapitalallokation aufweisen und ihre Margen im Laufe der Zeit erodieren“, erweitert der Fondsmanager seine Skepsis.

Positiv für Kupfer-Investments

Im Gegensatz dazu zeigt sich Shrewsbury von Kupfer und Kupferminenunternehmen überzeugter, da sowohl die Nachfrage- als auch die Angebotsdynamik auf ein anhaltendes strukturelles Defizit hindeuten würden und Bergbauaktien in der Vergangenheit „eine klarere Hebelwirkung auf den zugrunde liegenden Rohstoff“ geboten hätten.

Der Aberdeen-Manager ist der Ansicht, dass die Fundamentaldaten von Kupfer eher auf dauerhaften strukturellen Trends beruhen als auf den volatilen geopolitischen oder finanziellen Strömungen, die bei Gold zu beobachten sind. Zudem würde sich die Nachfrage beschleunigen, in dem die globale Elektrifizierung durch erneuerbare Energien, den Ausbau der Stromnetze, Elektrofahrzeuge, Rechenzentren und digitale Infrastruktur an Fahrt gewinnt. „Gleichzeitig verknappt sich das Angebot, da bestehende Minen ausgereift sind, die Kupferreserven zurückgehen und jahrelange Unterinvestitionen die Pipeline neuer Projekte einschränken“, erklärt er.

Da die Entwicklungszeit für neue Kupfervorkommen oft fast ein Jahrzehnt beträgt, sei es unwahrscheinlich, dass höhere Preise zu einer schnellen Reaktion auf der Angebotsseite führen. Unter dem Strich deutet dies auf ein strukturelles Defizit und eine anhaltende Marktverknappung hin – „ein Umfeld mit langen Zyklen, in dem Kupferminenunternehmen offenbar gut positioniert sind, um attraktive Renditen zu erzielen“, so der Experte.

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