Kryptomarkt 2024: Das Jahr des Bitcoin-Halvings

FRANKFURT – „Der Markt der Kryptoassets verändert sich zum Positiven“, erklärt das Forschungsteam des Krypto-ETP-Emittenten 21Shares. Neben anstehenden Innovationen bei Bitcoin wurde auch die künftige Rolle der Kryptowährung Ethereum sowie die zunehmende Tokenisierung aller möglichen Vermögenswerte unter die Lupe genommen.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

Bitcoin – künftig mehr als nur Wertaufbewahrung

Bitcoin (BTC) gehe laut den Researchern von 21Shares 2024 mit einer gefestigten Rolle als aufstrebendes Wertaufbewahrungsmittel und durch die Bankenkrise 2023 bewährte Absicherung gegen Kontrahentenrisiken ins Rennen.

Bitcoin-Halving im April erwartet

Das am meisten erwartete Ereignis des Jahres stelle für Bitcoin sicherlich das voraussichtlich im April stattfindende Halving dar. Dadurch sinke die Prämie, die Bitcoin-Miner für das „Schürfen“ neuer Blöcke erhalten, um die Hälfte – von aktuell 6,25 auf 3,125 BTC. Als Folge werde sich die annualisierte Inflationsrate von BTC von circa 1,70 auf circa 0,85 Prozent halbieren. Als sei der durch die Halbierung der Emission neuer BTC erzeugte Angebotsschock nicht schon groß genug, falle dieses Ereignis aller Voraussicht nach mit einer Phase fallender Zinsen auf der Makroseite und der nun erfolgten Zulassung von Spot-ETFs in den USA zusammen. Dies bringe insgesamt eine entscheidende Veränderung der Marktstruktur von Bitcoin mit sich.

Die Fundamentaldaten des Kryptoassets seien gleichzeitig nie so stark wie aktuell, da Innovationen wie beispielsweise Ordinals es ermöglichten, neue Anwendungsfälle zu erkunden, die über die Funktion dieser Blockchain als reines Wertaufbewahrungsmittel deutlich hinausgehen.

Ethereum – Konkurrenz Solana holt auf

Ethereum (ETH), die Entwicklerplattform für sogenannte Smart-Contract-Lösungen, bleibe die zentrale Liquiditätsdrehscheibe für Kryptos und das dezentrale Finanzwesen (DeFi). Zugleich sei die zugehörige Kryptowährung ETH die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte nach Bitcoin – und mit einem Marktanteil von 75 Prozent sogar führend in der Kennzahl Total Valued Locked (TVL), der Gesamtwert aller in einem DeFi-Protokoll eingeschlossenen Werte.

21Shares hat untersucht, ob die mit Ethereum konkurrierende Blockchain Solana im Wettbewerb aufholen kann. Solana zeichne sich vor allem durch seine hohe Geschwindigkeit und Kosteneffizienz aus, selbst im Vergleich zu den auf Ethereum aufbauenden Layer-2-Lösungen. Nach mehreren Problemen in den Jahren 2021 und 2022 werde Solana populärer und seine Community zudem versuchen, die modulare Architektur von Ethereum mit seinem integrierten Ansatz herauszufordern.

Tokenisierung – Institutionelle Einführung von Token-Standards in Sicht

Wenn klassische Finanzwerte wie Aktien als digitale Werte zentral auf der Blockchain gespeichert werden, spricht man von Tokenisierung. Nach einer über 18 Monate dauernden Bärenmarktphase werde der Kryptomarkt wieder von neuem Kapital geflutet – ein guter Indikator dafür sei der Anstieg der Marktkapitalisierung Fiat-gestützter Stablecoins.

Die jüngsten Nettozuflüsse in Stablecoins deuteten darauf hin, dass sich die Marktstruktur verändert habe. Vor allem Institutionelles Geld kehre in rasantem Tempo in das Ökosystem zurück. Im Jahr 2023 ermöglichten Cross-Chain-Lösungen, beispielsweise von Chainlink, es Institutionen, Transaktionen mit tokenisierten Vermögenswerten über öffentliche und private Blockchains hinweg durchzuführen.

Die entscheidende Herausforderung bei der Tokenisierung sei 2024 die institutionelle Einführung von Token-Standards, wie der ERC-3643 von Ethereum, der Token22 von Solana und KYC-Tools (Know your Customer). Mithilfe dieser Standards würden auch regulatorische Anforderungen erfüllt werden können.

Anwendungen – Uniswap dürfte dominierende Rolle behaupten

DeFi, das dezentral organisierte Finanzwesen im Web der dritten Generation, entwickle sich langsam, aber sicher immer weiter. So gehe die dezentrale Kryptobörse Uniswap mit ihrem „v4-Upgrade“ an den Start. Die neuen Funktionen würden dieselbe User-Erfahrung bieten wie auf zentralisierten Kryptobörsen (CEX). Gemeint sind beispielsweise Limit-Orders sowie spannende Innovationen wie Hooks zur Identitätsprüfung.

21Shares geht daher davon aus, dass Uniswap weiterhin den Markt der vertikalen dezentralen Börsen (DEX) dominieren wird, wo sein Vorsprung unangefochten bleibt. In Bezug auf die Kreditprotokolle erwarten die Krypto-Experten, dass diese in die Fußstapfen von MakerDAO treten und zunehmend reale Vermögenswerte (RWAs) integrieren würden, um ihre Rentabilität zu steigern. Schließlich sei der Erfolg des Liquid Staking auf Ethereum ein Vorgeschmack auf das ähnliche Wachstum, das in Ökosystemen wie Solana und Cosmos im Jahr 2024 zu erwarten sei, insbesondere mit innovativen Protokollen wie Jito und Stride.

Regulatorischer Wettbewerb – Großbritannien und Hongkong wollen Anziehungsmagnet für innovative Krypto-Unternehmen werden

Es ist ein harter Vorwurf, den der Chief Legal Officer von Coinbase gegen die US-Regulatoren erhebt: Die Regulierung von Kryptowährungen in den USA diene bislang lediglich „der strikten Durchsetzung einseitiger Maßnahmen“. Das sei ein Ansatz, der nur das Verbraucherrisiko erhöht und Kunden sowie Innovationen aus dem Land vertrieben habe.

Das könnte sich laut 21Shares 2024 ändern, wenn Coinbase weiter an Legitimität gewinne und Institutionen regulierte Finanzprodukte einführten, um in großem Umfang in Kryptowährungen zu investieren. Es liege im besten Interesse der US-Regierung, regulatorische Klarheit in Bezug auf Dollar-gebundene Stablecoins zu schaffen, da diese die globale Nachfrage nach dem US-Dollar stärken würden. In großen Teilen der restlichen Welt herrsche schon heute ein Wettbewerb, um Krypto-Talente bestmöglich anzuziehen. Zwei Vorreiter – Großbritannien als auch der chinesische Stadtstaat Hongkong – hätten Bemühungen unternommen, Krypto-Hotspots zu werden. Als Folge könnten sich der Einschätzung von 21Shares zufolge 2024 vermehrt Unternehmen an diesen Orten niederlassen.

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