Krypto & Politik: Wie Bitcoin & Co. die US-Wahl beeinflussen könnten

  • Altan Cantürk
  • XTB

FRANKFURT – Kryptowährungen könnten auch bei den US-Präsidentschaftswahlen im November eine Rolle spielen, ahnt Altan Cantürk von XTB, einem globalen Fintech-Unternehmen. Insbesondere Herausforderer Donald Trump könnte ein günstigeres regulatorisches Klima für digitale Assets in den USA fördern.

Ab hier folgt der Marktkommentar von Altan Cantürk, Analyst beim europäischen Broker XTB:

„2024 bleibt ein spannendes Jahr für die Krypto-Community. Nach der Zulassung der Spot-ETFs für Bitcoin und Ethereum könnte Krypto auch bis zu den US-Präsidentschaftswahlkampf im November eine wachsende Rolle spielen. So hat der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump Ende Mai bekannt gegeben, sich für Krypto-Investoren einsetzen und die USA kryptofreundlicher machen zu wollen.

Dass Trump schon länger mit Bitcoin & Co anbandelt, ist kein Geheimnis mehr. Zwar stand der Republikaner in seiner Amtsperiode digitalen Assets noch kritisch gegenüber, mittlerweile akzeptiert seine Kampagne aber Wahlkampfspenden in Form digitaler Währungen, auch mit dem Verkauf seines eigenen NFTs, dahinter verbergen sich digitale Trump-Sammelkarten, konnte der Republikaner fast fünf Millionen US-Dollar einsammeln.  

Trump adressiert Krypto-Fans

Trumps genauen Pläne sind derzeit unklar. Seine positivere Haltung zu Kryptowährungen deutet aber darauf hin, dass er ein günstigeres regulatorisches Klima für digitale Assets in den USA fördern könnte, was insbesondere Wähler anspricht, die sich für die digitale Vermögenswerte interessieren. Und diese Wählerschaft ist mittlerweile alles andere als klein. Laut dem Business-Intelligence-Unternehmen Morning Consult gaben im April 17 % der erwachsenen US-Bürger an, dass sie Bitcoin besitzen. Männer, Millennials und Gutverdiener geben am häufigsten an, die Kryptowährung zu haben. Geht man davon aus, dass ein Großteil der erwachsenen Krypto-Besitzer wahlberechtigt ist, dürfte Trump mit seinen Aussagen also um die Gunst von etwa 27 Millionen US-Wählern buhlen.

Der Einfluss von Trumps NFT-Ventures und seiner kryptofreundlichen Rhetorik auf den Wahlausgang könnte jedoch davon abhängen, wie effektiv er Bitcoin-Nutzern seine Haltung vermittelt und sie davon überzeugt, dass seine Politik der Krypto-Industrie zugutekommen wird.  Sollte Trump Präsident werden, könnte eine positive Regulatorik weitreichende Folgen für den Krypto-Sektor haben. Eine stärkere Unterstützung für Kryptowährungen in den USA würde sich höchstwahrscheinlich positiv auf die Branche auf globaler Ebene auswirken, da andere Regierungen und Regulierungsbehörden eine ähnliche Haltung einnehmen könnten.

Krypto als politisches Thema

Dennoch: Trump ist derzeit nicht der einzige Politiker, der die Stimmen der kryptointeressierten Wählerschaft gewinnen möchte. Der unabhängige Präsidentschaftskandidat Robert F. Kennedy Jr. ist für seine kühnen und weitgehend pro-Krypto ausgerichtete Ideen und Initiativen bekannt. So hat Kennedy etwa vorgeschlagen, die Blockchain-Technologie zu nutzen, um den US-Haushalt nachzuverfolgen sowie den US-Dollar mit Kryptowährungen zu unterlegen.

US-Präsident Joe Biden geht das Thema deutlich vorsichtiger an und scheint den Kryptomarkt eher an der kurzen Leine halten zu wollen. Zuletzt gab es Andeutungen von Regulierungen durch die Biden-Administration, wie etwa eine 30%ige Steuer auf das Mining von Kryptowährungen und die Besteuerung von Wash Trades, also dem gleichzeitigen Kauf und Verkauf von Assets, was zur Marktmanipulation genutzt werden kann.

Möglicherweise durch den Druck der anderen Präsidentschaftskandidaten, gab es von Biden aber auch sanfte Signale. So hielt sich der Präsident mit einem Veto gegen den Gesetzesentwurf zur Strukturierung des Kryptomarktes Ende Mai zurück. Zudem hat die neuerliche Zulassung des Ethereum Spot-ETF für Überraschungen gesorgt. Die US-Börsenaufsicht war bislang nicht für einen krypto-freundlichen Kurs bekannt. Die Zulassung des Ether-ETFs durch die SEC vor wenigen Tagen kann daher durchaus als wohlwollendes Signal für den Wahlkampf gedeutet werden.“

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