Kirschblüte in Japan: Abseits der ausgetretenen Pfade blühen Gelegenheiten

  • Junichi Inoue
  • Head of Japanese Equities
  • Janus Henderson Investors

MÜNCHEN – Die Kirschblütenzeit in Japan lockt immer mehr ausländische Besucher an – nicht zuletzt wegen des günstigen Wechselkurses, wie Junichi Inoue von Janus Henderson betont. Doch nicht nur die Tourismusbranche profitiere, auch in anderen Bereichen sei ein stetiges Gewinnwachstum zu verzeichnen, was japanische Aktien insgesamt attraktiv mache.

Die Kirschblütenzeit in Japan, die in der Regel von März bis April dauert, ist bei ausländischen Besuchern sehr beliebt. 2025 dürfte die Besucherzahl einen Rekordwert von 40 Millionen überschreiten, erklärt Junichi Inoue, Head of Japanese Equities, Janus Henderson Investors. Das bedeutet einen enormen Aufschwung – nach Angaben der Nationalen Tourismusorganisation Japans habe die Zahl der Besucher 2014 bei 13,4 Millionen gelegen. Zehn Jahre später sei diese Zahl auf 36,9 Millionen gestiegen.

Als Hauptgrund für den Besucheransturm nennt Inoue die für sie fast halbierten Koten. Zur Erinnerung: Der US-Dollar/Yen-Wechselkurs, der im März 2014 bei 103 Yen für einen US-Dollar lag, fiel 2024 auf ein Rekordtief von fast 162 Yen. Zwar sind auch in Japan die Preise gestiegen. Doch für Touristen wirkt sich der günstige Wechselkurs selbst in einem traditionell teuren Land positiv aus.

Japanische Aktien sind gut bewertet

„Investitionsentscheidungen scheinen eher von kurzfristigen Kursbewegungen als von veränderten Fundamentaldaten beeinflusst zu werden“, schließt Inoue. Nachdem japanische Aktien im ersten Halbjahr 2024 starke Zuflüsse verzeichneten, seien diese Positionen bis zum Jahresende größtenteils wieder abgebaut worden. Dabei erzielten sie in den letzten zehn Jahren eine Rendite von rund 8 % pro Jahr in US-Dollar. Entsprechend beurteilt er die Bewertungen im historischen Vergleich als zu niedrig.

Yen-Aufwertung steht bevor

Nach Einschätzung von Janus Henderson Investors liegt der US-Dollar/Yen-Wechselkurs gegenwärtig auf einem unterbewerteten Niveau, was auf die große Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan zurückgeführt wird. Da die Bank of Japan jedoch vermittelt, ihre Negativ- bzw. Niedrigzinspolitik aufgeben zu wollen und die Zinssätze kontinuierlich anzuheben, dürfte sich der Wechselkurs zum US-Dollar allmählich wieder der Kaufkraftparität annähern – ein Trend, der bereits begonnen hat, wie der Japan-Experte berichtet. Er geht überdies davon aus, dass die Abschwächung des US-Dollars zu Zuflüssen in japanische Aktien führen werde.

Die Attraktivität der japanischen Aktien: alles andere als vorübergehend

Mehrere Faktoren sprechen für eine positive Markteinschätzung, fasst Junichi Inoue zusammen: das stetige Gewinnwachstum, die positiven Auswirkungen der Erholung einer inflationären Wirtschaft und die drastischen positiven Veränderungen in der Unternehmensführung. Seiner Ansicht nach dürften sich diese Entwicklungen weiter fortsetzen, weshalb Anleger eine Allokation in japanische Aktien in Betracht ziehen sollten.

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