Keine Angst vorm ELTIF

  • Uwe Lill
  • Hedgework

Liebe Hedgeworkerinnen und Hedgeworker,

mit der Novelle des European Long Term Investment Fund (ELTIF) scheint seit längerem mal wieder ein in sich stimmiges Produkt für die Depots auch von Privatanlegern initiiert worden zu sein. Der politisch induzierte Wunsch, privates Sparkapital in die Finanzierung von Infrastruktur und die Energiewende zu leiten, scheint aufzugehen. Seit der Novellierung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den ELTIF 2.0 kommen immer mehr Angebote auf den Markt und diese treffen offenbar auf entsprechend große Nachfrage.

Die Vorteile des ELTIF als Beimischung für ein privates Depot sind ausreichend beleuchtet worden: Diversifikation, eine an Illiquiditätsprämien angelehnte Renditechance sowie die niedrige Korrelation zu Public Markets mögen da nur an erster Stelle genannt werden. Aber wo ist der Haken an der Sache? Langjährigen Marktbeobachtern drängt sich hier der Vergleich zu offenen Immobilienfonds auf, die vor mehr als 15 Jahren in einen Konflikt gerieten. Auf der einen Seite standen die langfristigen Investitionsobjekte und die daraus abgeleitete erwünschte vergleichsweise hohe Illiquiditätsprämie. Auf der anderen Seite stand das Konstrukt der täglichen Verfügbarkeit des Investments. Das konnte nicht gut gehen – und das ging auch nicht gut.

Muss sich Geschichte hier beim ELTIF zwangsläufig wiederholen? Nein. Das muss sie nicht! Da gibt es – je nach Produktanbieter – sehr unterschiedliche Regelungen was Mindesthaltedauer und Rückgabeankündigung betreffen. Hier ist also eine deutliche Lernkurve zu konstatieren. Und wer sich an das Debakel der offenen Immobilienfonds erinnert, dem wird einfallen, dass es nicht die Privatanleger waren, die das System zum Wanken brachten, sondern große institutionelle Adressen, die die offenen Immobilienfonds als quasi Festgeldersatz missbrauchten. Diese Gefahr besteht hier nicht, da Adressen mit großem Investitionsbedarf ohnehin der gesamte Private Market, ob Equity oder Debt, zur Verfügung steht.

Viel Spaß bei der Lektüre unseres Interviews mit Margareta McConnell, Head of DACH bei Moonfare, die beim Hedgework Event im März einen aktuellen Einblick in die Welt des Private Equity gab und dabei auch die eigenen Pläne zum Start eines ELTIF erläuterte. Und wem das Interview nicht genug ist: Hier geht es zum 70. Hedgework-Talk mit Frau McConnell.

Ich wünsche eine gelungene Diversifikation und freue mich, Sie bald wieder auf einem Hedgework begrüßen zu können.

Ihr

Uwe Lill

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