Japan erntet Früchte eines Jahrzehnts der Restrukturierung und Reformen

  • Michaël Lok
  • UBP Group CIO

FRANKFURT – „2024 können Investoren bei japanischen Aktien mit nachhaltigem Gewinnwachstum gegenüber europäischen und Schwellenländeraktien punkten“, sagt Michaël Lok, UBP Group CIO. Auch konjunkturell sieht der er Japan aufgrund der unterstützenden Wirtschaftspolitik konstruktiver als Europa, das auf der Stelle treten dürfte.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

In Japan könne man jetzt die Früchte der von Shinzo Abe unter dem Schlagwort „Drei Pfeile“ eingeleiteten wirtschaftlichen Umstrukturierungen und Reformen ernten, sagt Michaël Lok, UBP Group CIO. Sie seien die Ursache für die Verbesserung der Fundamentaldaten japanischer Unternehmen. Der schwächere Yen habe die Gewinne der großen Exporteure begünstigt, während die Rückkehr der „animal spirits“ die Neubewertung trage und die Tokioter Börse weiterhin Reformen der Unternehmensführung vorantreibe (der dritte der drei Pfeile). Mit der weitreichenden Entschuldung der japanischen Unternehmen sollten sie in der Lage sein, Aktienrückkäufe zu beschleunigen.

Rückkehr des Gewinnwachstums

„Der japanische Aktienmarkt hat sich in den letzten zehn Jahren von einem liquiditätsgetriebenen Markt, der durch die Ausweitung der Bewertungen und anschließenden Kurseinbrüchen geprägt war, zu einem Markt entwickelt, der fast ausschließlich durch das Wachstum der Unternehmensgewinne angetrieben wird“, sagt Lok.

„Jahrzehntelang hatte das Land gezögert, bevor es dann 2012 breit angelegte Unternehmens- und Wirtschaftsreformen auf den Weg brachte. Seit 2012 hat der MSCI Japan ein jährliches Gewinnwachstum von 10,5% p.a. erzielt und liegt damit nur leicht hinter den beeindruckenden 11,3% des technologielastigen Nasdaq-100 im gleichen Zeitraum zurück“, führt Lok aus.

Vielfältige Gewinntreiber

„Auch wenn viele den schwachen Yen als Haupttreiber für die Performance japanischer Aktien nennen, sind es in Wirklichkeit steigende Gewinnspannen und der Abbau von Schulden in den Bilanzen, die für fast 77% des Gewinnwachstums der Unternehmen in den letzten zehn Jahren verantwortlich waren“, rechnet der UBP-Stratege vor. Der schwache Yen dürfte hingegen nur für 6 bis 7% des Gewinnwachstums der Unternehmen verantwortlich gewesen sein.

Es sei allerdings zu optimistisch, mit einem weiteren Anstieg der Gewinnmargen zu rechnen, da diese bereits mit den Höchstständen der 1960er- und frühen 1970er-Jahren vergleichbar seien. Diese sollten nun für einen beständigen Cashflow sorgen, der er es den Unternehmen erlaube, über Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe die Rendite für die Aktionäre zu steigern.

„Japanische Aktien wiesen 2023 bis Ende November einen beeindruckenden Kursgewinn von 29,6% mit einem Gewinnwachstum von fast 16% und Bewertungsausweitung von fast 9% aus“, schreibt Lok. Dennoch liege die Bewertung nahe des 10-Jahres-Durchschnitts. „Das bedeutet, dass Anleger hier auf nicht-zyklische Erträge, Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe vertrauen können.“

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