Infrastruktur als nachhaltiger und krisensicherer Erfolgsfaktor

  • Tekla Linsner
  • Bayerninvest

FRANKFURT – „Beim Blick auf die Merkmale von Alternativen Investitionsmöglichkeiten sticht vor allem eine Assetklasse hervor: Infrastruktur – ein Thema, das buchstäblich mehr als eine Baustelle und somit vor allem Investitionsbedarf aufweist“, sagt Tekla Linsner von Bayerninvest. Ihre Analyse.

Ab hier folgt der Marktkommentar von Tekla Linsner, Leiterin Product & Business Development, Bayerninvest:

„Unsere Wirtschaft funktioniert nicht ohne Infrastruktur: Ohne stabile Stromversorgung läuft keine Produktion, ohne solide Straßen- und Schienennetze kein verlässlicher Transport. Folglich würden Waren erst gar nicht produziert und könnten nicht in den Handel gebracht werden. Dieses Beispiel zeigt: Eine Basisinfrastruktur, die noch einige weitere Bereiche umfasst, ist Grundvoraussetzung dafür, dass Volkswirtschaften überhaupt funktionieren.

Die Welt der Infrastruktur ist groß und vielfältig. Und genau diese Vielfältigkeit verdeutlicht auch einen signifikanten Vorteil der Infrastruktur-Anlagen: Eine Vielzahl an Branchen profitiert sowohl direkt als auch indirekt von Investitionen in Infrastruktur. Das Geld fließt in den Straßen- und Brückenbau, den Ausbau des Schienennetzes, die Erweiterung von Flughäfen und in den Aufbau des 5G-Netzes. Aber auch die sogenannten neuen grünen Branchen profitieren: So gibt es viele Projekte, die den Ausbau von Erneuerbarer Energieerzeugung oder Energietransition vorantreiben wollen.

Obwohl die Bedeutung einer einwandfreien Infrastruktur weithin bekannt ist, haben knappe Kassen in sehr vielen Ländern dazu geführt, dass es einen immensen Nachholbedarf bei Investitionen gibt – sei es, um neue Infrastruktur aufzubauen oder bestehende zu erhalten und zu modernisieren. Hinzu kommen Bestrebungen von globalen Organisationen, wie etwa den Vereinten Nationen, die 17 Ziele für eine nachhaltige Lebensweise der Menschheit auf der Erde definiert haben. Um diese Ziele zu erreichen, sind bis 2040 weltweit rund 93.000 Milliarden Euro an Infrastruktur-Investitionen notwendig.

Infrastruktur als wichtiger Diversifikations-Baustein im Portfolio

Infrastruktur-Investitionen sorgen dafür, dass eine Wirtschaft langfristig wettbewerbsfähig bleibt. Für Institutionelle Anleger eröffnen Investments in Infrastruktur vielfältige Chancen, denn viele Unternehmen sind börsennotiert und bieten die Aussicht auf Kurssteigerungen und attraktive Ausschüttungen.

In einer kurz- bis mittelfristigen Perspektive sind Infrastruktur-Investitionen ein wirkungsmächtiges Instrument zur Ankurbelung der Wirtschaft. Viele Regierungen haben daher zur Überwindung der wirtschaftlichen Folgen aus der Corona-Pandemie Infrastruktur-Programme aufgelegt. Da zudem in der Vergangenheit zu wenig Investitionen in diesem Bereich getätigt wurden und der gesellschaftspolitische Druck angesichts unzureichender und veralteter Infrastruktur zunimmt, ist zu erwarten, dass zahlreiche Länder in den kommenden Jahren mehr investieren werden, um diese Investitionslücke zu schließen.

Die „drei Ds“ als Haupttreiber für das globale Infrastrukturwachstum

Die sogenannten „drei Ds“ – Digitalisierung, Dekarbonisierung und Dezentralisierung – sind die Haupttreiber für das globale Infrastrukturwachstum der Zukunft – eine Entwicklung, von der auch Anlegerinnen und Anleger nachhaltig profitieren können.

Auch wenn die letzten Monate gezeigt haben, dass das Investitionsvolumen in diesem Bereich abgenommen hat, ist Infrastruktur mittlerweile ein konstanter Bestandteil in den Portfolien Institutioneller Anleger, wie beispielsweise Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, Versorgungswerke und Stiftungen.

Investitionen in Infrastruktur bieten folgende Vorteile:

1. Stabile Erträge und langfristige Einkommensströme: Infrastrukturprojekte bieten [oft] stabile und vorhersehbare Einkommensströme. Dies ist besonders attraktiv für institutionelle Anleger, die laufende Auszahlungsverpflichtungen haben, wie beispielsweise Rentenzahlungen.

2. Diversifikation: Infrastrukturinvestitionen weisen eine geringe Korrelation mit dem Gesamtmarkt auf. Investorinnen und Investoren können folglich durch Beimischung von Infrastrukturinvestments Risiken in ihren Portfolien streuen.

3. Inflationsschutz: Da Infrastrukturanlagen in der Regel auch bei hohen Inflationsraten stabile Erträge bieten, eignen sie sich gut, um sich gegen inflationäre Tendenzen abzusichern.

4. Nachhaltigkeit: Eine klimafreundliche, grüne Infrastruktur ist ein Indikator für eine nachhaltige Wirtschaft. Investitionen in Bereiche wie erneuerbare Energien oder umweltfreundliche Transportinfrastruktur können Anlegerinnen und Anleger dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitskriterien im Portfolio zu erreichen.

5. Volatilitätsreduktion: Da Infrastrukturinvestitionen in der Regel eine längere Laufzeit haben, kann durch Beimischung die Volatilität im Portfolio reduziert werden.

Fazit

Infrastrukturanlagen sind von Natur aus widerstandsfähig und können über verschiedene Konjunkturzyklen hinweg ein inflationsgebundenes, langfristiges und nachhaltiges Ertragswachstum generieren. Investments in diese Assetklasse haben sich nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Krisen und Marktverwerfungen der vergangenen Jahre (beispielsweise Corona-Krise und Niedrigzinsphase) als sehr widerstandfähig, verlässlich und ertragsseitig attraktiv erwiesen.“

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