IG-Corporates: Angesichts starker Fundamentaldaten und günstiger Zinsaussichten attraktiv
- Matthias Busuttil
- Fisch Asset Management
FRANKFURT – „Das robuste Wirtschaftswachstum in den USA und die hartnäckige Inflation haben die Zinssenkungserwartungen der Anleger dämpft und ein schwieriges kurzfristiges Umfeld für die Anleihenmärkte geschaffen“, sagt Matthias Busuttil von Fisch Asset Management. Er favorisiert Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-(IG)-Rating.
Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:
„Trotz der Verzögerungen im Zinssenkungszyklus bleibt das endgültige Ziel unverändert: Die Inflation wird zurückgehen und die Fed die Zinsen entsprechend senken. Dies lässt bonitätsstarke Anleihen weiterhin attraktiv erscheinen, da sie einer wirtschaftlichen Abschwächung gut standhalten können“, sagt Matthias Busuttil, Portfoliomanager bei Fisch Asset Management in Zürich.
Das beherrschende Thema in diesem Jahr war die anhaltende Auspreisung der erwarteten Zinssenkungen durch die großen Zentralbanken angesichts eines Wachstums und einer Inflationsrate, die jeweils höher als erwartet ausgefallen waren, führt Busuttil weiter aus. „Mittelfristig dürfte sich die Inflation jedoch abschwächen, was es den Zentralbanken aufgrund der schwächeren Konjunktur erlauben würde, die Zügel zu lockern. Unserer Ansicht nach unterschätzt die derzeitige Zinsstruktur das Tempo der Lockerung um rund zwei Zinssenkungen (das heißt um 50 Basispunkte), wenn sich die Inflation gegenüber dem derzeitigen Niveau über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren leicht verbessert. Diese Prämie wiederum bietet eine angemessene Entschädigung, falls die Inflation hartnäckig bleibt und der Lockerungszyklus weiter hinausgezögert wird. Solche Übergangsphasen stellen die Anleger bei der Vermögensallokation typischerweise vor eine Reihe von Herausforderungen.“
Starke Fundamentaldaten und günstige Zinsaussichten
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Unternehmen mit Investment-Grade-(IG)-Rating besonders gut gegen einen Wirtschaftsabschwung gewappnet sind. Die Finanzergebnisse des ersten Quartals haben die starken Fundamentaldaten der IG-Emittenten bestätigt, so dass eine substanzielle Spread-Ausweitung unwahrscheinlich erscheint. „Dies macht die Anlageklasse unserer Ansicht nach zum jetzigen Zeitpunkt zu einem sehr attraktiven Investment, das absolute Renditen von 5,5% währungsgesichert in USD und 3,9% gehedgt in EUR bietet und zudem Potenzial für Kapitalgewinne, sobald die Zinsen zu sinken beginnen.“
Das markttechnische Umfeld wirkt unterstützend
IG-Unternehmen emittierten in diesem Jahr bisher rund 30% mehr Anleihen als im Vorjahreszeitraum und profitierten von der guten Nachfrage auf dem Primärmarkt. Der Finanzierungsbedarf dürfte in etwa auf dem Niveau des vergangenen Jahres liegen. Dies bedeutet, dass sich die Primärmarktaktivitäten in der zweiten Jahreshälfte verlangsamen werden. Was die Nachfrage betrifft, so dürfte die Mittelzuflüsse das derzeitige positive Niveau beibehalten – sofern es nicht zu unerwarteten drastischen Zinsbewegungen kommt. Somit sollte die technische Verfassung des Marktes die Credit Spreads weiterhin stützen.
Busuttil fügt hinzu: „Unserer Ansicht nach ist es sinnvoll, dass Anleger ihre Allokation in IG-Unternehmensanleihen aufstocken, und dafür beispielsweise vorübergehende Kurskorrekturen nutzen. In unserem Portfolio bevorzugen wir nicht-zyklische Sektoren, die in Phasen konjunktureller Abschwächung in der Regel besser abschneiden als ihre zyklischen Pendants.
Besonders attraktiv erscheint uns der Gesundheitssektor, der sich nach einer Periode erhöhter M&A-Aktivitäten mit entsprechend gestiegenen Emissionsvolumina unterdurchschnittlich entwickelt hatte und von dem wir weiteres Aufholpotenzial erwarten. Wir favorisieren außerdem Banken, da sie im Vergleich zu Industriewerten weiterhin attraktive Bewertungen aufweisen. Die Bankbilanzen sind mittlerweile deutlich solider und die verbesserte Rentabilität unterstützt die Kapitalausstattung. Da die Arbeitslosenzahlen niedrig bleiben dürften, erwarten wir zudem keinen nennenswerten Anstieg der Rückstellungen für Kreditausfälle.“
