Hohe laufende Renditen im Rampenlicht
- Roland Hausheer
- Swisscanto
MÜNCHEN – Die Trump’sche Zollpolitik hat die Marktvolatilität angeheizt. Zwar scheint die Investoren inzwischen nicht mehr vom Worst-Case-Szenario einer tiefen Rezession auszugehen. Doch das sei nicht die einzige Gefahr, dir drohe, wie Swisscanto-Manager Roland Hausheer rät, und was zugleich hohe laufende Renditen attraktiv mache.
Neben der Gefahr einer tiefen globalen Rezession droht auch weiterhin ein erhöhter Inflationsdruck, wie Roland Hausheer, Head Credit Specialities bei Swisscanto, ausführt. Nicht zuletzt aufgrund des globale Handelsstreits, was aber von der strengeren Migrations-Politik in den USA sowie dem historischen Fiskalpaket diesseits des Atlantiks zusätzlich befeuert werde. „In diesem Umfeld der Marktverwerfungen rücken hohe laufende Renditen ins Rampenlicht“, sagt der Experte.
Hochverzinsliche Anlageklassen stark gesucht
Am Markt zeigt sich das an der gestiegenen Beliebtheit von Anleihen – und hier insbesondere bei hochverzinslichen Anlageklassen mit kürzerer Duration, die sowohl hohe laufende Renditen als auch eine tiefere Sensitivität gegenüber zunehmenden Inflationssorgen bieten. Die Attraktivität besteht darin, dass Anleihen mit hohen laufenden Renditen einen Puffer gegen potenzielle Kursrückschläge liefern. Zusätzlich unterstützend wirke die relativ stabile Entwicklung der Fundamental-Daten von Emittenten in den Anleihesegmenten High Yield, CoCos (Contingent Convertibles) und Corporate Hybrids.
Gesunde Verfassung der Emittenten
Die gesunde Verfassung der Emittenten bezieht Hausheer einerseits auf eine gesunkene Nettoverschuldung sowie ein sich normalisierendes, aber weiterhin positives EBITDA-Wachstum. Zugleich spiegele sich dies andererseits in den tiefen Ausfallraten (Defaults) und Distressed Ratios wider – wobei deren Niveau im vergangenen März aufgrund der globalen Unsicherheiten leicht angestiegen sei. Als Reaktion daraus haben im April 2025 im Zuge der Marktverwerfungen auch die Risikoprämien in den genannten Anleihen-Segmenten zugelegt. Im High-Yield-Bereich registrierte der Experte zwischenzeitlich sogar einen Spread-Anstieg von rund 176 Basispunkten auf 426 Basispunkte. „Dieses Spread-Niveau reflektiert eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 50 bis 60% und entschädigt damit bereits für eine erhebliche Verlangsamung des Wirtschaftswachstums“, betont Hausheer.
Allerdings könnte es aufgrund der anhaltenden Unsicherheit bezüglich der künftigen Zollpolitik dazu kommen, dass sich die Spreads über alle Anleihen-Segmente weiter ausweiten. Dies vor allem dann, wenn es zu größeren Kapitalabflüssen in den einzelnen Anlageklassen kommen sollte. Doch hierfür hat der Swisscanto-Manager bisher noch keine Anzeichen gesehen.
Der Vorteil besicherter Anleihen
Dessen ungeachtet empfiehlt er, etwa bei High-Yield-Anleihen sich auf besicherte Anleihen von Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten zu fokussieren. Hintergrund ist, dass deren Gläubiger im Falle eines Konkurses oder einer Liquidation eines Unternehmens aufgrund der Besicherung Vorrang vor den Ansprüchen anderer Anleihegläubiger sowie den Aktionären haben. „Darüber hinaus schützen besicherte Anleihen ihren Wert in einem Wirtschaftsabschwung in der Regel besser als normale Hochzinsanleihen“, führt er weiter aus. Andererseits sei die langfristige Performance besicherter High-Yield-Anleihen mit dem breiten High-Yield-Markt durchaus vergleichbar.
