Hedgefonds-Vermögen auf Rekordniveau

  • Kenneth J. Heinz
  • HFR

MÜNCHEN – Das in der globalen Hedgefonds-Branche verwaltete Kapital verzeichnete im dritten Quartal 2026 einen weiteren Anstieg – bereits im 16. Quartal in Folge – und belief sich Ende September auf 5,64 Billionen US-Dollar, wie HFR-Präsident Kenneth J. Heinz aus dem aktuellen Report seines Hauses berichtet. Dabei legten Investoren im laufenden Jahr rund 34,5 Milliarden US-Dollar netto an neuem Kapital an.

„Die Entwicklung des Branchenkapitals im dritten Quartal spiegelte einen Wandel des gesamten Finanzmarktumfelds und einen deutlichen Kontrast zum zweiten Quartal wider“, erklärt Kenneth J. Heinz, Präsident von HFR. Das dritte Quartal sei von kräftigen Zinsanstiegen sowie von Volatilität bei Technologie- und KI-Werten geprägt gewesen. „In diesem Zeitraum investierten Anleger weiterhin in leistungsstarke Fonds, die das sich rasch wandelnde geopolitische und finanzielle Umfeld erfolgreich gemeistert haben – sie boten defensiven Portfolioschutz und nutzten zugleich die Chancen, die sich aus Volatilität und Marktverwerfungen ergaben“, führt Heinz weiter aus. Im Vorfeld der US-Zwischenwahlen seien Hedgefonds nunmehr auf ein breites Spektrum möglicher politischer Ergebnisse und deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte vorbereitet.

Das gesamte Kapital der Hedgefonds-Branche verzeichnete laut HFR-Report einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorquartal und belief sich zum Ende des dritten Quartals auf 5,64 Billionen US-Dollar. Investoren legten schätzungsweise netto 34,5 Milliarden US-Dollar an neuem Kapital an und glichen damit performancebedingte Rückgänge von 27,4 Milliarden US-Dollar mehr als aus. In den ersten drei Quartalen 2026 stieg das gesamte Branchenkapital um 480 Milliarden US-Dollar, einschließlich Kapitalzuflüssen von Investoren in Höhe von insgesamt 124,1 Milliarden US-Dollar.

Anders als bei den kräftigen Vermögenszuwächsen im ersten Halbjahr hätten neue Mittelzuflüsse von Investoren im dritten Quartal vor alleem die performancebedingten Rückgänge ausgeglichen, die sich auf die Substrategien Technologie und Special Situations konzentrierten.

Wertentwicklung

Hedgefonds verzeichneten laut HFR im dritten Quartal eine uneinheitliche Wertentwicklung, wobei größere Fonds erneut besser abschnitten als kleinere. Der HFRI Asset Weighted Composite legte im Quartal um 1,2 Prozent zu, während der gleichgewichtete HFRI Fund Weighted Composite leicht um 0,6 Prozent nachgab.

Angeführt wurde die Strategie-Performance vor allem vom HFRI Macro (Total) Index, der um 4,3 Prozent zulegte. Getragen wurde dies von starken Beiträgen des HFRI Macro Systematic Diversified/CTA Index, der im dritten Quartal 5,7 Prozent gewann und damit seine Rendite seit Jahresbeginn per Ende September 2026 auf 15,7 Prozent steigerte.

Der zinssensitive, auf festverzinsliche Wertpapiere ausgerichtete HFRI Relative Value (Total) Index gab im dritten Quartal 2026 angesichts steigender Zinsen leicht um 0,45 Prozent nach. Bei den RV-Substrategien lag der HFRI RV: Fixed Income-Asset Backed Index vorn, der im Quartal um 0,8 Prozent zulegte.

Equity-Hedge-Strategien verloren im dritten Quartal infolge der Volatilität bei KI- und Technologieaktien an Wert; der HFRI Equity Hedge (Total) Index fiel im Quartalsverlauf um 2,1 Prozent. Die größten Verluste unter den Substrategien verzeichneten der HFRI EH: Fundamental Growth Index und der HFRI EH: Technology Index mit Rückgängen von 4,3 bzw. 3,3 Prozent im dritten Quartal.

Auch Event-Driven-Strategien erzielten im dritten Quartal negative Renditen, da die Erwartungen an ein starkes IPO-Geschäft durch die Volatilität im Technologiesektor gedämpft wurden. Der HFRI Event-Driven (Total) Index gab im Quartal um 1,9 Prozent nach. Angeführt wurden die Rückgänge unter den ED-Substrategien vom HFRI ED: Special Situations Index, der im dritten Quartal 4,4 Prozent verlor.  

Vermögenswachstum

Macro-Strategien verzeichneten im dritten Quartal das stärkste Vermögenswachstum der Branche: Ihr Kapital stieg um schätzungsweise 40,0 Milliarden US-Dollar, einschließlich Nettozuflüssen von 8,8 Milliarden US-Dollar, auf insgesamt 897,4 Milliarden US-Dollar. Angeführt wurden die Vermögenszuwächse unter den Macro-Substrategien von quantitativen, trendfolgenden CTA-Strategien, deren Volumen gegenüber dem Vorquartal um 23,5 Milliarden US-Dollar zunahm.

Das gesamte in Relative-Value-Arbitrage-Strategien (RVA) verwaltete Vermögen stieg im dritten Quartal 2026 um 19,2 Milliarden US-Dollar, einschließlich Nettozuflüssen von 14,7 Milliarden US-Dollar, und belief sich zum Quartalsende auf schätzungsweise 1,45 Billionen US-Dollar. Angeführt wurden die Vermögenszuwächse unter den RVA-Substrategien von Multi-Strategy-Fonds, deren verwaltetes Vermögen (AuM) um 19,8 Milliarden US-Dollar auf den Rekordwert von 900 Milliarden US-Dollar zum Quartalsende stieg.

Das gesamte in Event-Driven-Strategien (ED) verwaltete Kapital sank im Quartalsverlauf trotz Mittelzuflüssen von Investoren in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar um 20,5 Milliarden US-Dollar auf insgesamt 1,57 Billionen US-Dollar. Angeführt wurden die Rückgänge unter den ED-Substrategien von Special-Situations-Fonds, deren Volumen im dritten Quartal um 30,3 Milliarden US-Dollar schrumpfte.

Auch das Vermögen in Equity-Hedge-Strategien (EH) ging im dritten Quartal 2026 zurück: Es sank gegenüber dem Vorquartal trotz Allokationen von Investoren in Höhe von 6,0 Milliarden US-Dollar um schätzungsweise 31,6 Milliarden US-Dollar auf 1,72 Billionen US-Dollar AuM zum Quartalsende. Angeführt wurden die Rückgänge unter den EH-Substrategien von Technologie- und Healthcare-Fonds, deren Volumen im dritten Quartal um 30,3 Milliarden US-Dollar sank.

Die Mittelzuflüsse konzentrierten sich im dritten Quartal erneut auf die größten Häuser der Branche: Firmen mit einem verwalteten Vermögen von über 5 Milliarden US-Dollar verbuchten im Quartal schätzungsweise 36,6 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen, während mittelgroße Firmen (1 bis 5 Milliarden US-Dollar AuM) geringe Nettoabflüsse von 2,3 Milliarden US-Dollar verzeichneten und kleinere Firmen (unter 1 Milliarden US-Dollar AuM) marginale Zuflüsse von 190 Millionen US-Dollar erzielten.

In den ersten drei Quartalen 2026 flossen Firmen mit einem verwalteten Vermögen von über 5 Milliarden US-Dollar netto schätzungsweise 113,7 Milliarden US-Dollar zu, während mittelgroßen Firmen (1 bis 5 Milliarden US-Dollar AuM) 8,0 Milliarden US-Dollar und kleineren Firmen 2,4 Milliarden US-Dollar zuflossen.

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