Hedgefonds rücken stärker ins Rampenlicht
- Kenneth J. Heinz
- HFR Research
MÜNCHEN – Die Anzahl neu aufgelegter Hedgefonds hat zu Beginn des Jahres 2026 weiter zugenommen, nachdem bereits 2025 ein neues Zwischenhoch erreicht wurde. Die Fondsliquidationen verharren hingegen auf historisch niedrigem Niveau, wie Kenneth J. Heinz, Präsident von HFR Research, berichtet.
Nach Zahlen von HFR Research erreichte das gesamte verwaltete Vermögen der Hedgefondsbranche zu Beginn des Jahres 2026 mit geschätzt 5,16 Billionen US-Dollar ein neues Rekordniveau. Die Zahl neu aufgelegter Fonds ist im Jahr 2025 auf 562 gestiegen und erreichte damit den höchsten Jahreswert seit 2021, wie aus dem aktuellen HFR Market Microstructure Report hervorgeht. Die Liquidationen von Hedgefonds blieben demgegenüber auf historisch niedrigem Niveau: Insgesamt wurden schätzungsweise 287 Fonds geschlossen – deutlich unter den 406 Schließungen im Jahr 2024 und der niedrigste Stand seit 2004.
„Die Zunahme von Hedgefonds-Neugründungen spiegelt die starke Nachfrage institutioneller und privater Investoren wider, getrieben durch die branchenweite Performance, defensive und opportunistische Risikopositionierung sowie ein liquides, gering korreliertes Renditeprofil im Vergleich zu Alternativen wie Private Equity und Private Credit“, erklärt HFR-Präsident Kenneth J. Heinz.
Hedgefonds als Mittel zur Diversifikation
Die Volatilität über alle Anlageklassen hinweg habe sich gegen Ende des ersten Quartals 2026 deutlich erhöht und somit das Interesse an spezialisierten, niedrig korrelierten und liquiden Strategien zur Diversifikation geopolitischer, energiebezogener und makroökonomischer Risiken verstärkt. Insofern habe sich das Branchenwachstum auf ein neues Rekordniveau beschleunigt, Manager und Investoren erweitern den Umfang ihrer Zusammenarbeit zunehmend durch Co-Investment-Möglichkeiten, die die starke Performance dieser Ansätze unterstreichen. „Die Volatilität und Unsicherheit haben infolge des militärischen Konflikts im Iran Rekordniveaus erreicht“, führt er weiter aus. Und auch wenn sich die Treiber der Volatilität im Jahresverlauf verändern können, werde Volatilität in den kommenden Monaten ein prägendes Merkmal bleiben.
135 neue Fonds im 4. Quartal 2025
Im vierten Quartal 2025 wurden nach HFR-Angaben schätzungsweise 135 neue Fonds aufgelegt, angeführt von Equity-Hedge- (65) und Makro-Strategien (35). Dies stellt eine Verschiebung gegenüber dem Vorquartal dar, in dem Relative-Value-Arbitrage-Strategien die Neugründungen dominierten. Auf der Liquidationsseite stellten im vierten Quartal 2025 schätzungsweise 72 Fonds ihre Geschäftstätigkeit ein, angeführt von Equity-Hedge- (35) und Relative-Value-Strategien (17).
Die durchschnittliche Managementgebühr sank im vierten Quartal 2025 branchenweit gegenüber dem Vorquartal um 1 Basispunkt auf geschätzte 1,33 %, während die durchschnittliche Performance Fee um 3 Basispunkte auf 15,83 % anstieg. Für im Jahr 2025 aufgelegte Fonds lag die durchschnittliche Managementgebühr bei etwa 1,25 %, während die durchschnittliche Performance Fee 17,92 % betrug.
HFR schätzt, dass Goldman Sachs, UBS, JP Morgan und Morgan Stanley auch zu Beginn des Jahres 2026 die führenden Prime Broker im Hedgefonds-Segment blieben, während SS&C GlobeOp, Citco Fund Services und IFS State Street weiterhin die führenden Fondsadministratoren darstellen.
HFR lanciert Co-Investment-Index
HFR hat im März 2026 den HFR Co-Investment Index (HFRCINV) eingeführt, einen leistungsstarken Index, der die aggregierte Performance ausgewählter Fondsmanager abbildet, die Investoren Zugang zu „Best Ideas“ und Co-Investment-Möglichkeiten bieten. Der Index ist investierbar und weist zum 16. März 2026 eine annualisierte Rendite über fünf Jahre von 18,47 % sowie eine Sharpe Ratio von 1,04 auf. Weitere Informationen zu diesem branchenweit neuartigen Index sind unter HFR.com verfügbar.
