Halbjahresbilanz: Deutsche Fondsbranche verwaltet über 4600 Milliarden Euro

FRANKFURT – Zur Jahresmitte verwalteten die Fondsanbieter für Anleger in Deutschland insgesamt 4625 Milliarden Euro, wie der deutsche Fondsverband BVI berichtet. Damit sei das Vermögen in den letzten fünf Jahren im Schnitt fast 7 Prozent pro Jahr gewachsen. Der größere Anteil davon entstammt Wertzuwächsen und weniger dem Neugeschäft.

Im Detail betrachtet entfällt ein großer Teil des Vermögens mit 2208 Milliarden Euro auf offene Spezialfonds. Hier sind Altersvorsorgeeinrichtungen mit 784 Milliarden Euro und Versicherer mit 530 Milliarden Euro die größten Anlegergruppen. In offenen Publikumsfonds verwalten die Fondsgesellschaften 1702 Milliarden Euro, in Mandaten 652 Milliarden Euro und in geschlossenen Fonds 63 Milliarden Euro.

Grafik 1: Verwaltetes Fondsvermögen per 30.06.2025


Quelle: BVI

Verhaltenes Neugeschäft

Der Treiber im Neugeschäft des ersten Halbjahres waren offene Publikumsfonds. Ihnen flossen 47,8 Milliarden Euro zu. Rentenfonds führten die Absatzliste mit 22,7 Milliarden Euro an. Dabei dominierten Fonds, die überwiegend in Anleihen mit bis zu drei Jahren Restlaufzeit investieren (13,6 Milliarden Euro), und Fonds mit Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen (6,9 Milliarden Euro).

Aktienfonds flossen netto 19,6 Milliarden Euro zu. Davon entfielen 19,3 Milliarden Euro auf Aktien-ETFs. Es folgten Geldmarktfonds mit 5,7 Milliarden Euro und Mischfonds mit 2,7 Milliarden Euro. Bei Immobilienfonds setzten sich indes die Abflüsse fort. Im ersten Halbjahr summierten sie sich auf 3,7 Milliarden Euro, womit das verwaltete Netto-Vermögen der Immobilienfonds seit Jahresbeginn von 122 auf 118 Milliarden Euro gesunken ist.

Beim Vermögen der Publikumsfonds liegen Aktienfonds mit 825 Milliarden Euro weiterhin vorn. Es folgen Mischfonds mit 366 Milliarden Euro. Bei den Rentenfonds mit insgesamt 286 Milliarden Euro entfallen 129 Milliarden Euro auf Fonds mit Euro-Anleihen und 70 Milliarden Euro auf Fonds mit Unternehmensanleihen.

Grafik 2: Mittelaufkommen im 1. Halbjahr 2025


Quelle: BVI

Deutschland als größter ETF-Markt in Europa

Die Statistik für ETFs weist über alle Anlageklassen hinweg ein Vermögen von 423 Milliarden Euro aus. Diese Zahl basiert auf der seit diesem Jahr laufenden Zusammenarbeit des BVI und Fondsgesellschaften, die ETFs auflegen, mit dem Zentralverwahrer Clearstream. Hinzu kommen ETF-Vermögen von Fondsgesellschaften, die sich – auch unabhängig von einer Mitgliedschaft im BVI – der neuen Erfassungsmethode auf Grundlage der Clearstream-Datenbank noch nicht angeschlossen haben, sowie ETFs bei weiteren Zentralverwahrern, insbesondere Euroclear, die dem deutschen Markt zuzurechnen sind. Mit geschätzt über 600 Milliarden Euro ist Deutschland der größte ETF-Markt in Europa.

Lebenszeichen bei geschlossenen Publikumsfonds

Das von BVI-Mitgliedern verwaltete Vermögen geschlossener Fonds ist seit Mitte 2020 von 20 auf 63 Milliarden Euro gestiegen. Die größte Gruppe hier sind Private-Equity-Fonds mit 46 Prozent des Netto-Vermögens der geschlossenen Fonds. Immobilienfonds haben einen Anteil von 32 Prozent. Vor fünf Jahren entfielen auf sie 50 Prozent. Der Markt für KAGB-konforme geschlossene Fonds ist stark von institutionellen Anlegern geprägt: Mit 59 Milliarden Euro verwalten Spezialfonds 94 Prozent des Netto-Vermögens. Die geschlossenen Publikumsfonds (4 Milliarden Euro) investieren hauptsächlich in Immobilien.

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