Green-Bonds-Markt weiterhin attraktiv

  • Samuel Manser
  • Swisscanto

FRANKFURT – „Green Bonds haben sich als Anlageklasse etabliert“, sagt Samuel Manser von Swisscanto. Zwar habe die große Welle der Neuemissionen zuletzt abgenommen, doch generell konnte sich der Green-Bonds-Markt auf hohem Niveau stabilisieren. Trotz zahlreicher Krisenherde sei der Umbau zu einer nachhaltigeren Wirtschaft weiter im Gange.

Ab hier folgt der Marktkommentar von Samuel Manser, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund Sustainable Global Credit:

„Unser Fokus richtet sich zum einen auf Green Bonds von Banken und Versicherungen. Deren Merkmale sind: attraktive Kupons, überzeugende Nachhaltigkeitsmerkmale und eine breite Auswahl. Zum anderen bestücken wir unseren Sustainable-Anleihenfonds auch mit Green Bonds von Versorgern oder Automobilkonzernen, die einen glaubhaften Umbau des Geschäftsmodells hin zu Nachhaltigkeit und stetig sinkenden CO2-Belastungen vorweisen.

Aufgrund unserer strengen Nachhaltigkeitsphilosophie qualifiziert sich nicht jeder Green Bond automatisch für das Portfolio. Wir nehmen Emittenten und Anleihenbedingungen sehr genau unter die Lupe und ziehen jeweils eine Second Party Opinion bei.

Aussichten bei Nachranganleihen

Interessant sind im derzeitigen Umfeld auch Nachranganleihen. Mit Corporate Hybrids steht beispielsweise eine Anlageklasse zur Verfügung, die von uns genauer betrachtet wird. Aus Rendite- sowie Diversifikationsgründen sind sie gut geeignete Ergänzungen zu gewöhnlichen Anleihen. Während Green Bonds mittlerweile über einen Viertel des Fondsportfolios ausmachen, sind es bei Corporate Hybrids rund acht Prozent. Das Portfolio hat ein Durchschnittsrating von BBB+ und zählt rund 300 Positionen. Unser Hauptaugenmerk liegt entsprechend auf Investment-Grade-Anleihen, während hochverzinsliche Papiere als Beimischung dienen.

Zur Marktsituation: Nachdem im vergangenen Jahr ausgabenfreudige US-Konsumenten sowie hohe Fiskaldefizite die restriktiven Effekte höherer Zinsen konterkariert haben, könnten 2024 nun beide Stützen wegfallen: Konsumenten leiden unter höheren Lebenshaltungskosten, haben ihre Pandemie-Ersparnisse weitgehend aufgezehrt und ihre Verschuldung nimmt zu. Die zunehmende Verschuldung zwingt auch Staaten, ihre Ausgaben einzuschränken. In einem Jahr, in dem in vielen wichtigen Ländern Wahlen anstehen, sind Ausgabenkürzungen herausfordernd.

Positiv für globale Unternehmensanleihen

Trotz all dieser Risiken, die an den Märkten derzeit nicht eingepreist sind, bleiben wir für globale Unternehmensanleihen, insbesondere mit Blick auf den Faktor Nachhaltigkeit, positiv. Die Credit Spreads sind nicht günstig bewertet, liegen aber historisch betrachtet im langfristigen Durchschnitt. Die Bilanzen der meisten Unternehmen sind solide und resilient gegen potenzielle konjunkturelle Abschwächungen. Refinanzierungsprobleme drohen primär Unternehmen mit tieferen Bonitäten im High-Yield-Bereich. Schließlich wirken auch technische Faktoren unterstützend: So sollten tiefere Leitzinsen und die noch immer geringere Positionierung der Investoren in Unternehmensanleihen zu einer erhöhten Nachfrage nach solchen Werten führen.“

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