Green Bonds im Jahr 2025 – aussichtsreiches Anlagesegment

  • Ronald Van Steenweghen
  • Fixed Income Fund Manager
  • DPAM

MÜNCHEN – Das Jahr 2024 war ein sehr gutes Jahr für Green Bonds, sagt Ronald Van Steenweghen, Fixed Income Fund Manager bei DPAM. Und 2025? Hier sieht er weiteres Expansionspotenzial, sodass sich ein weiteres gutes Jahr anschließen dürfte.

In den Jahren 2022 und 2023 hatte der Markt für grüne Anleihen stagniert. Dies lag nach Einschätzung von Experten größtenteils am Umfeld steigender Renditen – und weniger am nachlassenden Engagement für Klimainitiativen. Hier sei der Finanzierungsbedarf nach wie vor hoch, wie Van Steenweghen betont.

Breiteres Spektrum für Green Bonds

Ein Pluspunkt für Green Bonds ist, dass sie bei Investoren und Emittenten den Ruf einer hochwertigen Anlageklasse genießen. Emittenten aus kohlenstoffintensiven Sektoren, die umfassende grüne Investitionen tätigen, würden verstärkt zu Green Bonds greifen, statt zu nachhaltigkeitsgebundenen Anleihen, weiß der Rentenexperte, weil Letztere in der Regel an verhaltensbasierte Kennzahlen gebunden seien.

Etwas komplizierter liege der Fall bei Anlegern. Hier seien hohe Transparenz, aktives Engagement der Investoren und die Ausrichtung auf glaubwürdige Net-Zero-Maßnahmen unerlässlich zu sein, um diese zu überzeugen. „Neben erneuerbaren Energien und grünen Gebäuden sind nachhaltiges Wassermanagement und auf Biodiversität ausgerichtete Projekte wichtiger geworden“, sagt der DPAM-Manager. Somit lassen sich Investments in grüne Anleihen inzwischen noch breiter streuen.

Was die Emittenten betrifft, stellt Europa auch 2025 die dominierende Kraft am Markt für grüne Anleihen, so die Einschätzung. Hier sind vor allem die großen Emittenten zu nennen, wie die EU, die Europäische Investitionsbank und die KfW. Aber auch mit neuen Marktteilnehmern aus dem Unternehmenssektor sei zu rechnen, sowie mit mehr Staatsanleihen, was eine größere Marktvielfalt verspricht. „Das zieht mehr Investoren an und erhöht die Widerstandsfähigkeit des Marktes“, erklärt Van Steenweghen.

Schließlich und endlich ist auch das „Greenium“ – der Aufschlag, den Investoren für grüne Anleihen im Vergleich zu vergleichbaren konventionellen Anleihen zahlen – fast komplett verschwunden. Die Folge daraus ist, dass sich grüne Anleihen besser in gängige festverzinsliche Portfolios integrieren lassen.

EU-Vorschriften – Für und Wider

Einerseits bleibe der regulatorische Druck zur Förderung nachhaltiger Finanzierungen hoch, wie der Experte ausführt. Andererseits bestehen nach wie vor Herausforderungen in der Praxis. Somit bleibe fraglich, ob der EU Green Bond Standard oder die Richtlinien zur Fondsbenennung erhebliche Kapitalmengen in kohlenstoffarme Investitionen lenken werden. Demgegenüber werde insbesondere die Transition-Finanzierung in vielen neuen Regelwerken vernachlässigt.

Zu bemängeln ist auch, dass uneinheitliche Regulierungsstandards drohen, den Markt für grüne Anleihen zu fragmentieren. Dadurch könne sich die „ESG-Müdigkeit“ verstärken und das Interesse der Anleger weiter nachlassen. „Damit es mit nachhaltigen Finanzierungen vorangeht, müssen schlüssige und einheitliche Vorschriften her!“, fordert Van Steenweghen abschließend.

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