Goldminenaktien im Fokus

  • Stefan Breintner
  • DJE Kapital AG

MÜNCHEN – Der Goldpreis eilt zurzeit von Rekord zu Rekord, was die Besitzer von Münzen, Barren oder Gold-ETFs erfreut. Aber auch Goldminenaktien befinden sich im Aufwind. Der Goldpreis beschert den Rohstoffminen hohe Cashflows, wie Stefan Breintner von der DJE Kapital AG beschreibt, und den Anlegern letztlich satte Kursgewinne.

„Goldminenaktien haben sich im bisherigen Jahresverlauf (prozentual) besser entwickelt als der Goldpreis selbst“, sagt Stefan Breintner, Head of Research & Portfoliomanagement bei der DJE Kapital AG. In Euro gerechnet stand per 26.08.2025 beim HUI-Goldminenindex ein Plus von über 50 % einer Wertsteigerung von ca. zwölf Prozent beim Goldpreis gegenüber. Damit hätten sich Aktien von Goldproduzenten auch deutlich besser entwickelt als der breite Rohstoffmarkt. Auf Sicht der letzten fünf Jahre zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Einer Preissteigerung von etwa 70 % bei physischem Gold in Euro gerechnet steht ein Kursplus von knapp 40 % beim HUI-Goldminenindex gegenüber – oder rund 50 %, wenn die in diesem Zeitraum gezahlten Dividenden berücksichtigt werden, wie Breintner beschreibt.

Cashflow als Schlüsselfaktor

Den Kursaufschwung führt der Experte vor allem auf eine Neubewertung der börsennotierten Produzenten zurück. Belastungsfaktoren wie Kosteninflation, hohe Investitionen, Währungsabwertungen und operative Herausforderungen hätten die Branche zuvor unter Druck gesetzt. Doch derzeit trete eher die Stabilisierung der Förder- und Produktionskosten in den Vordergrund, was mittelfristig zu einer Verbesserung der Margen beitragen und die Attraktivität des Sektors weiter erhöhen könnte.

Ausgehend von einer Kostenbelastung für die Förderung einer Feinunze Gold, den sogenannten „All In Sustaining Costs“, von ca. 1500 bis 1700 Dollar erbringt ein höherer Goldpreis einen freien Cashflow. Bei niedrigeren Preisen würde hingegen ein negativer Cashflow entstehen. Diese Beispielrechnung verdeutlicht das aktuell hohe Cashflow-Potenzial: Bei einem Goldpreis von rund 3500 Dollar je Feinunze ist die freie Mittelgenerierung historisch hoch, was man für den gesamten Sektor sagen könne. Unter dem Strich ergeben sich daraus deutlich solidere Bilanzen und zugleich Möglichkeiten, die Aktionäre am Erfolg stärker zu beteiligen – zum Beispiel durch Aktienrückkäufe.

Schwache Prognosequalität als Belastung

Ein wesentlicher Grund dafür, dass Goldminenaktien in den vergangenen fünf Jahren hinter der Entwicklung des Goldpreises zurückgeblieben sind, liege in wiederholten Verfehlungen bei den kommunizierten Produktions- und Kostenzielen sowie in politischen Unsicherheiten bzw. Verwerfungen in zentralen Förderregionen, beklagt Breintner. Zahlreiche Unternehmen der Branche hätten regelmäßig ihre eigenen Förderprognosen verfehlte, was das Vertrauen der Investoren belastete. Diese operative Volatilität habe dazu beigetragen, dass selbst in einem insgesamt positiven Marktumfeld für Gold viele Minenaktien unterdurchschnittlich performten.

Anlegerrisiken im Blick

Für Privatanleger, die an einem Engagement in Goldminen interessiert sind, sind derartige Probleme nur schwer einzuschätzen. Hinzu komme, dass neue Projekte im Goldsektor generell komplex seien und die Inbetriebnahme in der Regel mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Breitner taxt den Zeitraum vom Fund (Exploration) eines interessanten Goldvorkommens bis zur Förderung am Minenstandort auf ca. 20 Jahre. Zumal auch auf den „letzten Metern“ eines neuen Projektes oftmals neue, unerwartete Probleme auftreten können. So hätte die südafrikanische Goldfields wegen Problemen am wichtigsten Wachstumsprojekt Salares Norte in der Atacama-Region im Norden Chiles 2024 mehrfach ihre Prognosen anpassen müssen.

Insofern tun interessierte Anleger gut daran, sich erfahrenen und erfolgreichen Portfoliomanagern anzuvertrauen, die gegebenenfalls auch durch Experten vor Ort die Risiken und Chancen besser einschätzen können. Daneben dürfte natürlich der Goldpreis der wichtigste Gewinntreiber für Goldminen bleiben.

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