Gold-Investments – Zeit zum Durchatmen
- Alexander Posthoff
- Bantleon
MÜNCHEN – Aufgrund der Verunsicherungen an den Finanzmärkten steht Gold als vermeintlich sicherer Hafen zurzeit im Fokus der Anleger. So erreichte der Goldpreis im April mit 3500 US-Dollar ein Allzeithoch. Aus markttechnischer Sicht stünden die Zeichen derzeit auf Konsolidierung, wie Bantleon-Manager Alexander Posthoff berichtet, der jedoch Schwächephasen für Zukäufe nutzen würde.
„Charttechnisch befindet Gold sich mittel- und langfristig in einem sehr stabilen Aufwärtstrend“, Alexander Posthoff, Senior Portfoliomanager bei Bantleon. Im Zeitraum 2011 bis 2023 hätte das Edelmetall eine sogenannte Untertassen-Formation komplettiert. Da dies auf Basis monatlicher Schlusskurse erfolgte, sei damit der langfristige Aufwärtstrend für die kommenden Jahre bestätigt. Der Ausbruch aus der Untertasse erfolgte im März 2023 bei 2083 US-Dollar je Feinunze und verlief seitdem heftig und steil.
Starke technische Unterstützung für Gold vorhanden
Seit dem Erreichen des vorläufigen Hochs am 22. April bewegt sich der Goldpreis nun aber seitwärts, was der Experte als charttechnische Konsolidierung bezeichnet. Im Chartbild sei ein aufsteigendes Dreieck zu erkennen, das in der Regel nach oben aufgelöst wird. Als markttechnisch positiv zu werten sei, dass diese Konsolidierung zum Abbau des Überkauft-Signals des Stochastik-Indikators führte. So sei beim MACD-Indikator ein Verkaufssignal generiert worden – wohingegen Abverkäufe jedoch ausblieben. Unter dem Strich entwickelte sich somit auch dieser Indikator wieder „auf ein besonneneres Niveau“, wie der Experte beschreibt – also wieder in Richtung Nulllinie zurück.
Dies werde dem Goldpreis „ohne Zweifel“ in den kommenden Handelswochen eine starke technische Unterstützung verleihen, wenn sich die überhitzte Markttechnik entsprechend abgekühlt hat.
Unmittelbarer Anstieg des Goldpreises unwahrscheinlich
Mit einem unmittelbaren Anstieg des Goldpreises sei aktuell allerdings nicht zu rechnen, gibt Posthoff Entwarnung, zumal die Chartformationen noch eine mehrwöchige Fortsetzung der Konsolidierung zulassen würden. Faktisch sei die Entwicklung des gelben Metalls nach oben derzeit durch eine Reihe technisch markanter Hochs seit April im Anstieg begrenzt. Dazu gehören neben dem Allzeithoch unter anderem die Peaks vom 3. Juli (3366 US-Dollar) und vom 16. Juni (3451 US-Dollar). Kleinere Rücksetzer sollten indes bereits bei 3249 US-Dollar eine Unterstützung finden. Darunter bietet zudem das Tief bei 3121 US-Dollar einen charttechnischen Halt. Einen Test der 200-Tage-Linie – aktuell bei 2959 US-Dollar – sei möglich, aber aus Sicht des Experten wenig wahrscheinlich. Daher gilt sein Rat, in Schwächephasen, bei Kursen oberhalb von 3000 US-Dollar, Goldpositionen aufzustocken, sofern das zu den jeweiligen Portfolios passe.
