Gold als Rettungsanker

  • Önder Çiftçi
  • Ophirum Group

MÜNCHEN – Was zurzeit besonders gefragt ist: ein gewisser Goldanteil im Depot stabilisiert das Vermögensportfolio und bietet Anlegern Sicherheit in Krisenzeiten. Anleger wiederum, die denken, das Edelmetall würde überschätzt, irren sich – sagt Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group: „Es war nie wichtiger als heute!“

Die Zeiten sind unsicher, die Finanzmärkte nervös- Entsprechend volatil sind die Wertpapiernotierungen. Kein Wunder, dass der Blick der Anleger auch immer wieder Richtung Goldpreis gehen. Wo steht das gelbe Metall? Lohnt der Einstieg noch? Oder ist der Boom bereits ausgereizt? Für Önder Çiftçi, CEO der Goldhandelsgesellschaft Ophirum Group, keine Frage. Er hält einen „gewissen Goldanteil im Portfolio für wichtig.

Bei der Vorstellung seiner Importzölle, die angeblich mit der Ausbeutung der USA durch seine Handelspartner Schluss machen sollten, hatte US-Präsident Donald Trump offenbar Jubelstimmung an der Börse erwartet, führt Çiftçi weiter aus. Demgegenüber brachen in den Folgetagen sowohl die großen Börsenindizes in Europa und Asien als auch die amerikanischen Börsenbarometer ein, „so schnell und so steil wie lange nicht“. Die Anleger fürchteten offenbar massive Bremswirkungen auf den Welthandel und die importabhängigen US-Unternehmen, wobei das Vertrauen in die größte Volkswirtschaft der Welt sichtbar Schaden genommen habe, erklärt Çiftçi.

Im Hin und Her der US-Politik schwankt auch der Goldpreis

Dass dabei auch der Goldpreis unter Druck kam, führt der Gold-Experte auf Anleger zurück, die geschockt von Trumps Zollpolitik schnell alles verkauft hätten, auch ihre Goldbestände. Doch in den Wochen danach kletterte der Goldpreis wieder und erreichte nach Schlusskursen ein neues Allzeithoch bei rund 3400 Dollar je Feinunze. Im Tagesverlauf erreichte das Edelmetall kurzzeitig sogar einen Preis von etwa 3500 Dollar. Gold hat seine Funktion als sicherer Hafen also keineswegs eingebüßt.

In einem plötzlichen und heftigen Börsencrash sei es nicht unüblich, dass alle Assetklassen zunächst verlieren – und solange die Unsicherheit über künftige Anlagerisiken anhält, auch weiter schwanken. So sei es auch während des Höhepunkts der Finanzkrise 2008 gewesen erinnert Çiftçi. Doch als die Krise für die Investoren besser kalkulierbar war, startete Gold seinen Aufwärtstrend und ließ den Preis für die Feinunze von rund 900 Dollar bis Ende 2010 auf mehr als 1.200 Dollar steigen. Es lohne sich also, die Nerven zu bewahren.

Zurück in die Gegenwart ist festzustellen, dass angesichts der erratischen Politik von Donald Trump die Zahl der Gold-Anleger immer weiter zunimmt. Auch institutionelle Anleger, die nach Çiftçis Beobachtung ihre Anlagen vom Greenback in andere Währungen und Gold umschichten. Auch Notenbanken verschiedener Länder – darunter China, Russland, Indien oder die Türkei – würden ihre Dollar-Reserven abbauen und sich stattdessen mehr Gold in ihre Tresore legen. Daran dürfte sich nach Einschätzung des Experten mittel- bis langfristig wohl auch nichts ändern: „Diese Länder haben grundlegende Zweifel, ob ihre Dollarreserven – vor allem in Form von US-Staatsanleihen – dauerhaft werthaltig und frei verkäuflich sein werden.“

Diese Zweifel greifen derzeit immer weiter um sich. Weil Investoren beim Kauf von US-Staatsanleihen mittlerweile einen Risikoaufschlag verlangen, stiegen deren Renditen unter Trump bereits in den Bereich um fünf Prozent. Zudem haben die USA bei keiner der drei großen Ratingagenturen noch das höchste Bonitätsranking, alle haben den Schuldner USA abgestuft. Bei der jüngsten Auktion einer 30-jährigen US-Staatsanleihe mit einer Zinsrendite von 5,1 Prozent fanden sich nur wenige Käufer, die Anleiheplatzierung gestaltete sich schwierig. Die Probleme von US-Wirtschaft und -Staatshaushalt nehmen weiter zu.

Die aktuelle Situation spielt Gold auf Dauer in die Hände

US-Staatsanleihen galten bei Anlegern lange Zeit als nahezu risikolose Alternative zu Gold. Doch inzwischen haben die USA bei keiner der drei großen Ratingagenturen noch das höchste Bonitätsranking und bei der jüngsten Auktion einer 30-jährigen US-Staatsanleihe mit einer Zinsrendite von 5,1 Prozent hätten sich nur wenige Käufer gefunden, weshalb sich die Anleiheplatzierung schwierig gestaltete. Überdies werde erwartet, dass die US-Staatsverschuldung aufgrund von Trumps Steuersenkungsplänen weiter steigen wird. Sollte zudem die US-Wirtschaft auch noch in eine Rezession abrutschen, könnte es noch schlimmer kommen, ahnt Çiftçi.

Wenn die amerikanischen Schuldenpapiere nicht mehr gefragt sind, werden Anleger vor allem auf Gold ausweichen, auch wenn es keine Zinserträge generiert, so sein Fazit: „Anleger tun also gut daran, ihr Dollar-Risiko zu senken – und stattdessen mittel- und langfristig auf Gold als Stabilitätsanker zu setzen.“

Über Ophirum

Die Ophirum GmbH ist ein auf Edelmetalle spezialisiertes Unternehmen und im Retail-Goldhandel in Deutschland aktiv.

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