Globaler Private-Equity-Markt: Deutliche Erholung im ersten Halbjahr 2025
- Klaus Gierling
- Capital Dynamics
FRANKFURT – In den vergangenen Jahren wurden die privaten Finanzmärkte auf eine harte Probe gestellt. Doch in diesem Jahr zeigen sich Anzeichen für eine Erholung. Trotz hoher Marktvolatilität sei das weltweite Exit-Volumen im ersten Halbjahr gegenüber Vorjahr um 41 % auf 545,9 Milliarden Dollar gestiegen, erklärt Klaus Gierling von Capital Dynamics.
In dem insgesamt schwierigen Marktumfeld haben sich die Private-Equity-Manager umgestellt und ihren Anlegern mittels alternativen Instrumenten Liquidität zur Verfügung gestellt, erklärt Klaus Gierling, Senior Managing Director bei Capital Dynamics. So machten von Private-Equity-Gesellschaften geführte Transaktionen und Continuation Funds im vergangenen Jahr bereits 44% des Sekundärmarktes aus und erreichten einen Rekordwert von 75 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal 2025 wiederum sei die Zahl der Funds-Closings um 8 % gestiegen, obwohl das Gesamtvolumen zurückgegangen ist, wie Gierling weiter ausführt. Dabei hätte insbesondere das Segment mit Fonds für Beteiligungen an kleinen und mittelgroßen Unternehmen ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnet.
Anpassungsfähigkeit im anspruchsvollen Marktumfeld
Als Auslöser für die gestiegenen Exit-Aktivitäten nennt der Experte in erster Linie die Widerstandsfähigkeit von M&A-Transaktionen sowie einige bemerkenswerte Börsengänge (IPOs) – was einen wachsenden Optimismus der Anleger signalisierte. Allerdings sei es im zweiten Quartal noch einmal zu einem Rückgang der Exits um 35 % gegenüber dem Vorquartal gekommen, da viele Manager sich dafür entschieden, Transaktionen auszusetzen und auf mehr Klarheit und Stabilität am Markt zu warten, insbesondere nach der Ankündigung von Präsident Trump zum „Liberation Day” im April. Dessen ungeachtet und trotz hoher Marktvolatilität sei das weltweite Exit-Volumen im Private-Equity-Bereich im ersten Halbjahr 2025 unter dem Strich gegenüber dem Vorjahr um 41 % auf 545,9 Milliarden Dollar gestiegen.
Nach Einschätzung von Klaus Gierling bleibt der Sekundärmarkt sowohl für institutionelle Anleger als auch für General Partner von hoher strategischer Bedeutung, da er ein proaktives Liquiditätsmanagement ermögliche und die Verlängerung der Haltedauer für hochwertige Vermögenswerte erleichtere. So biete etwa der Mid-Market auf der Primärseite ein weiterhin attraktives Risiko-Rendite-Profil im Vergleich zu Large-Cap-Fonds, was auf einen geringeren Wettbewerbsdruck, moderatere Bewertungen und einen stärkeren Fokus auf Wertschöpfung durch operative und nicht finanzielle Hebel zurückzuführen sei. Unternehmen in diesem Segment seien zudem tendenziell weniger stark systemischer Volatilität ausgesetzt, was zusätzliche Widerstandsfähigkeit in schwierigen Marktzyklen bietet, resümiert der Experte.
Ausblick
„Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir sowohl eine Erholung der Deal-Aktivitäten als auch der Exits, gestützt durch eine gesamtwirtschaftliche Erholung und stärkere M&A- und IPO-Märkte“, betont Gierling. In diesem Kontext stünden weiterhin Sektoren im Fokus, die von langfristigen säkularen Trends getragen werden und in geringem Ausmaß von den Auseinandersetzungen der internationalen Zollpolitik betroffen seien. Dazu zählt der Experte beispielsweise Technologie, Gesundheitswesen, Finanz- und B2B-Dienstleistungen.
„Wir sind überzeugt, dass der Ansatz, in Mid-Market-Unternehmen zu investieren, der „Sweet Spot“ im Private-Equity-Bereich ist“, ergänzt er. Und obwohl weiterhin Unsicherheiten auf dem Sektor lasten, bleibe Private Equity ein fundamentaler Pfeiler für die Diversifikation und Stabilisierung von Portfolien, was dazu beitrage, die Volatilität zu mindern und nachhaltiges Wachstum zu unterstützen.
