Globale Aktienrückkäufe auf Rekordniveau

  • Katharine Dryer
  • Capital Group

MÜNCHEN – Die weltweiten Aktienrückkäufe erreichten 2025 mit einem Volumen von 1,46 Billionen US-Dollar einen neuen Rekordwert, berichtet Katharine Dryer von Capital Group. Dies bedeute einen Anstieg um 8,4 Prozent bzw. 113 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr – sehr zum Vorteil der Anleger.

„In den vergangenen zehn Jahren haben Aktienrückkäufe an den globalen Aktienmärkten deutlich an Bedeutung gewonnen“, erinnert Katharine Dryer, Equity Asset Class Lead für Europa und Asien bei Capital Group. Auch wenn sich die Ausgestaltung je nach Region und Sektor unterscheiden würden, kauften 2025 52 Prozent der Unternehmen im Index von Capital Group eigene Aktien zurück, gegenüber 36 Prozent im Jahr 2015. Im gleichen Zeitraum sei die Rückkaufaktivität um 123 Prozent gestiegen und habe damit das Dividendenwachstum von 98 Prozent übertroffen.

Zudem hat Dryer herausgefunden, dass der Wert der Aktienrückkäufe weltweit 75 Prozent der ausgeschütteten Dividenden entsprach. Dabei führten deutliche Unterschiede in der Unternehmenskultur und der sektoralen Zusammensetzung einzelner Länder dazu, dass die Spanne von 147 Prozent in den USA bis zu 13 Prozent in Australien reicht.

USA deutlich vor Europa

Im Jahr 2025 entfielen laut Capital Group 71 Prozent der weltweiten Aktienrückkäufe auf die USA, mit einem Wachstum von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit weitgehend im Einklang mit dem globalen Durchschnitt. Europäische Aktienrückkäufe machten indes lediglich 10,8 Prozent des globalen Gesamtvolumens 2025 aus, haben jedoch in den vergangenen Jahren an Bedeutung für die Gesamtausschüttungen an Aktionäre gewonnen. Auch in Japan spielen Rückkäufe eine immer wichtigere Rolle: Fast die Hälfte (48 Prozent) der im Bericht erfassten japanischen Unternehmen kaufte 2025 eigene Aktien zurück, verglichen mit weniger als einem Viertel vor zehn Jahren.

Das stärkste Wachstum verzeichneten unter den großen Märkten Kanada (67,9 Prozent), die Niederlande (53,5 Prozent), Frankreich (44,4 Prozent), Singapur (62,3 Prozent) und Japan (15,3 Prozent). Stagnierende oder nachlassende Rückkäufe meldeten das Vereinigte Königreich (1,4 Prozent), Australien (-17,5 Prozent) und China (-34,5 Prozent).

In Deutschland stagnierten die Aktienrückkäufe im vergangenen Jahr ebenfalls mit +2,0 Prozent. Die Gesamtsumme sei dabei auf rund 23 Milliarden US-Dollar gestiegen, wobei die Dynamik in Deutschland im Vergleich zu anderen großen Märkten verhalten blieb, obwohl etwa die Hälfte der Unternehmen Rückkaufprogramme aufgesetzt habe. Allerdings seien einzelne größere Programme zurückgefahren worden und hätten damit Zuwächse in anderen Teilen des Marktes weitgehend kompensiert.

Wichtige Sektoren:

Finanzwerte machten weltweit etwas mehr als ein Viertel der Aktienrückkäufe im Jahr 2025 aus, so Dryer, und stiegen um 23,1 % auf einen Rekordwert von 386 Milliarden US-Dollar. Im Technologiesektor erhöhten sie sich um 18,5 Prozent auf einen Rekordwert von 312 Milliarden US-Dollar. Auch der Lebensmitteleinzelhandel war ein Wachstumsschwerpunkt, mit einem Anstieg der Rückkäufe um 93,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wenngleich das Gesamtvolumen mit 30 Milliarden US-Dollar weniger als ein Zehntel der Ausgaben im Technologiesektor beträgt. Das Gesamtvolumen im Mediensektor sank um ein Zehntel, da große Internetunternehmen ihre Investitionen auf KI-bezogene Investitionsausgaben konzentrierten, erklärt Dryer. Im Energiesektor wiederum seien die Rückkäufe im dritten Jahr in Folge aufgrund niedrigerer Ölpreise zurückgegangen. Alles in allem hätten sich die globalen Aktienrückkäufe auf eine vergleichsweise kleine Anzahl großer Unternehmen konzentriert, so das Analyseergebnis. Demnach entfielen im Jahr 2025 nahezu ein Drittel der weltweiten Rückkäufe auf 20 Unternehmen.

Fazit

„Die weltweiten Aktienrückkäufe haben 2025 mit 1,46 Billionen US-Dollar einen neuen Rekord erreicht und sind längst kein ausschließlich US-zentriertes Phänomen mehr“, fasst die Expertin zusammen. 52 Prozent der Unternehmen würden inzwischen Rückkaufprogramme durchführen, gegenüber 36 Prozent vor einem Jahrzehnt. Als Grund für die wachsenden Beliebtheit von Rückkäufen nennt sie die effiziente Möglichkeit, überschüssige Liquidität an Anleger zurückzuführen, „nachdem Investitionsbedarf und Bilanzanforderungen gedeckt sind“. Sofern sie richtig bewertet und zum richtigen Zeitpunkt umgesetzt würden, könnten Rückkäufe die Ergebnisse für Aktionäre maßgeblich verbessern, resümiert Dryer.

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