Fünf Themen, die die Evolution der nachhaltigen Investmentlandschaft bestimmen

  • Jennifer Wu
  • J.P. Morgan Asset Management

FRANKFURT – Jennifer Wu von J.P. Morgan Asset Management hat fünf Themen identifiziert, die nachhaltige Investments derzeit vor allem bestimmen. So müssten beispielsweise Klima- und Naturrisiken ihrer Ansicht nach genauer bepreist werden.

Ab hier folgt der Marktkommentar von Jennifer Wu, Global Head of Sustainable Investing bei J.P. Morgan Asset Management:

Erstens schafft aus ihrer Sicht das globale politische und regulatorische Umfeld mehr Möglichkeiten für Investments. Der Inflation Reduction Act in den USA und der Green Deal Industrial Plan der Europäischen Union dürften den grünen Übergang beschleunigen. Auch wird die bisherige regulatorische Fragmentierung in verschiedenen Ländern durch Standards etwa zur Nachhaltigkeits- und Klimaberichterstattung des International Sustainability Standards Board (ISSB) oder die EU-Offenlegungserklärung (SFDR) verringert.

Zweitens geht Jennifer Wu davon aus, dass sich Marktstandards weiterentwickeln und angleichen werden. So nimmt vor allem im Bereich der Kohlenstoffmärkte die Standardisierung zu. Diese sind ein wichtiges Instrument für Investoren, die eine weitere Dekarbonisierung der Wirtschaft fördern wollen. Auch Anbieter von Emissionszertifikaten setzen auf mehr Transparenz.

Drittens werden sich Anleger, die sich klimaneutrale Ziele für ihre Investments gesetzt haben, stärker mit der Umsetzung der Investments befassen. Der politisch unterstützte Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft werde viel Kapital in innovative Klimatechnologien und -lösungen fließen lassen – und damit sowohl Renditechancen als auch Herausforderungen mit sich bringen, die es in einem zukunftsorientierten Portfolio zu berücksichtigen gilt.

Entsprechend müssen viertens aus Sicht von Jennifer Wu Klima- und Naturrisiken genauer bepreist werden. Beispielsweise gelte es, den wirtschaftlichen Beitrag der Natur und die langfristigen Risiken für Anlageportfolios durch Naturzerstörung besser zu verstehen und zu quantifizieren.

Und fünftens entwickelt sich nach Einschätzung der Expertin die Definition von nachhaltigem Investieren stetig weiter. „Anlageziele reichen von der reinen Maximierung der finanziellen Rendite über die Abwägung finanzieller Ziele mit verbesserten ökologischen oder sozialen Ergebnissen bis hin zur aktiven Priorisierung nachhaltiger Resultate“, sagt Wu. So könnten Investoren mit nachhaltigen Zielen auch in Unternehmen mit hohen Emissionen investieren und aktiv an den Chancen teilhaben, die sich aus der Transformation dieser Unternehmen ergeben, anstatt diese aus ihren Portfolios auszuschließen. Die Expertin führt aus, dass selbst Anleger ohne nachhaltiges Ziel sich mit dem Thema Nachhaltigkeit aus Gründen des Risikomanagements befassen müssen, etwa weil sich Verbraucherpräferenzen ändern oder technologische Innovationen vor allem in Bereich Nachhaltigkeit stattfinden.

Zurückzum Seitenanfang