Euroland-Aktien: Dividenden vor Rekordausschüttungen

  • Markus Zeiß
  • LBBW Asset Management

FRANKFURT – Viele europäische Unternehmen sind für ihre stabilen Dividendenausschüttungen bekannt. 2024 dürfte eine Mehrzahl der DAX-Unternehmen ihre Dividende weiter erhöhen, prognostiziert Markus Zeiß, Leiter Equity bei LBBW Asset Management.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

„Nach derzeitigen Schätzungen dürften 24 der 40 größten deutschen Konzerne ihre Dividende erhöhen“, so der Experte. Demnach würden elf weitere ihre Ausschüttung zumindest unverändert lassen. „Es ist offenkundig, dass der DAX ein von der Automobilbranche dominierter Index ist.“ Mehr als ein Drittel der bevorstehenden Ausschüttungssumme (19,6 Milliarden Euro) entfalle auf diese Branche, welche von Mercedes, BMW und Volkswagen dominiert wird. Insgesamt werden die DAX-Unternehmen im Jahr 2024 voraussichtlich 54,6 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten, ähnliche Rekorde werden auch in anderen Euroländern erwartet.

Attraktive Bewertungen im Euroland

Doch nicht nur Deutschland, auch das Euroland insgesamt beherberge viele innovative und international wettbewerbsfähige Unternehmen. „Besonders die Bereiche Technologie, Gesundheitswesen und Ingenieurwesen beinhalten international führende Unternehmen, was Potenzial für langfristiges Wachstum bedeutet“, so Zeiß. Euroland-Aktien würden außerdem im Vergleich zu ihren US-amerikanischen Pendants als günstig bewertet angesehen. „Hier gibt es eine einmalige Gelegenheit, den Spread über einen Korb von Dividendenaktien zu kaufen“, erläutert Zeiß. „Das KGV ist mit einem Schnitt von 13 attraktiv gegenüber den USA, die 17 aufzeigen.“

Doppelte Dividende durch Nachhaltigkeitsfokus

Durch den zunehmenden Fokus auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit der Euroland-Aktien bestehe außerdem die Chance auf eine sogenannte doppelte Dividende. „Unternehmen, die sich langfristig und nachhaltig aufgestellt haben, haben in der Regel weniger Risiko und profitieren von frühzeitigen Anpassungen“, so Zeiß. „Das schlägt sich finanziell positiv nieder.“

Gesundheitswesen, Technologie und Ingenieurwesen stechen heraus

Der Gesundheitssektor würde sich durch stabile Einnahmen auszeichnen, da die Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten konstant sei. „Die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen bleibt auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten stabil“, analysiert Zeiß. „Dies trägt dazu bei, dass Unternehmen aus dem Sektor widerstandsfähig gegenüber konjunkturellen Abschwüngen sind und Dividendenausschüttungen aufrechterhalten können.“

Auch Versorgungsunternehmen würden in der Eurozone dazu neigen, stabile und konsistente Cashflows zu generieren, da deren Produkte wie Strom, Wasser und Gas oftmals als grundlegend und essenziell gelten. Diese Stabilität ermögliche es ihnen, regelmäßig Dividenden auszuschütten.

Auch der Rohstoffsektor, welcher stark mit der allgemeinen Wirtschaftsleistung verbunden ist, biete Opportunitäten. „Eine wachsende Wirtschaft führt zu einer erhöhten Nachfrage nach Rohstoffen, was Unternehmen in diesem Sektor begünstigen kann“, resümiert der Experte. Auch im Ingenieurwesen erfordern Projekte wie Straßen- und Brückenbau sowie Gebäudeneu- und ausbau eine beträchtliche Menge an grundlegenden Ressourcen. „Aktien aus dem Basic Resources Sektor können daher von großen Bauprojekten und Infrastrukturinvestitionen profitieren.“

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