„Es ist nie zu spät für Gold!“

  • Benjamin Louvet
  • Ofi Invest Asset Management

FRANKFURT – „Wir befinden uns eindeutig in einem Bullenmarkt für Gold“, sagt Benjamin Louvet von Ofi Invest. Dennoch sei es aus seiner Sicht nie zu spät, in Gold zu investieren. Unter anderem korreliere Gold wenig mit anderen Anlageklassen und gelte als sicherer Hafen. Zudem seien mehrere Länder gewillt, ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern.

Ab hier folgt die Markteinschätzung von Benjamin Louvet, Head of Commodities bei Ofi Invest Asset Management:

„Der Hauptgrund, warum der Goldpreis steigt, ist die Zinswende in den USA im September dieses Jahres. Wir gehen davon aus, dass weitere Zinssenkungen den Goldpreis beflügeln werden. Grund dafür ist die hohe Verschuldung der großen Volkswirtschaften. Die Schulden in den USA, in China und in Europa steigen immer weiter, und die Schuldenlast würde untragbar, wenn die Zinssätze steigen. Daher sollten die Realzinsen noch lange Zeit niedrig bleiben.

Der Anstieg der westlichen Gold-ETF-Bestände bestätigt diesen Trend. Auch die geopolitische Lage hat die Preisentwicklung von Gold begünstigt. Hinzu kam, dass die Entscheidung der amerikanischen Regierung, russische Vermögenswerte wegen der Invasion in der Ukraine einzufrieren, sich positiv auf den Goldpreis ausgewirkt hat. Denn einige Länder, die in der Vergangenheit Gold und Dollar als sicheren Hafen verstanden haben, stocken ihre Goldbestände auf, weil sie im Falle von Spannungen oder Konflikten mit den USA ihre Dollarbestände in Gefahr sehen. Dies ist vor allem in China der Fall, wo Anleger massiv in Gold investieren und den Dollar meiden.

Es ist zwar schwer zu sagen, wann die Gold-Rallye enden wird. Aus unserer Sicht ist es jedoch nie zu spät, in Gold zu investieren. Denn erstens korreliert Gold wenig mit anderen Anlageklassen und gilt als sicherer Hafen. Zweitens sind geopolitische Spannungen seit Beginn dieses Jahrhunderts so bestimmend wie noch nie. Drittens scheinen mehrere Länder gewillt zu sein, ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern. Und schließlich profitiert Gold als Vermögenswert, der keine Zinsen bietet, immer dann, wenn die Renditen anderer Vermögenswerte sinken. In dem Maß, in dem die Zentralbanken also ihre Zinsen senken, wird Gold attraktiver. Historisch gesehen hat ein Rückgang der Zinssätze um 1 Prozent den Goldpreis um durchschnittlich 22 Prozent steigen lassen.“

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