Die wesentlichen Trends im ETF-Markt

  • Martin Bechtloff
  • Franklin Templeton

MÜNCHEN – Der Aufschwung des ETF-Markts ist schwindelerregend. Immer mehr Anleger greifen zu ETFs – für die Kernallokation, die taktische und aktive Asset Allocation oder die Portfoliokonstruktion insgesamt, wie Martin Bechtloff von Franklin Templeton beschreibt. Ihr Vorteil: einfach, transparent und flexibel. Die wesentlichen Trends im Jahr 2025.

„Gerade in diesen volatilen Zeiten können die Liquiditäts- und Risikomanagementvorteile von ETFs den entscheidenden Unterschied machen“, sagt Martin Bechtloff, ETF-Experte bei Franklin Templeton. Er ist zudem überzeugt, dass diese nicht nur passive oder alternative Indexstrategien begünstigen werde, sondern auch aktives Management.

Seinen Berechnungen zufolge verzeichnete der europäische ETF-Markt Ende 2024 ein Rekordvolumen von 2,25 Billionen US-Dollar. Vor allem aber dürfte der Markt weiterhin stark wachsen: auf 4,5 Billionen US-Dollar bis 2030. In diesem Jahr stehen indes vier Themen im Fokus, wie aktuelle Trends zeigen: Aktive ETFs, ESG-Lösungen mit geringen Tracking Errors, Faktorstrategien und Modellportfolios sowie Digitalisierung ganz generell.

Trend 1: Der Aufstieg aktiver ETFs

Aktive ETFs verzeichneten 2025 die höchsten Zuflüsse aller Zeiträume, wie Bechtloff berichtet. Im ersten Quartal entfielen rund 8 % aller Nettozuflüsse auf aktive Strategien, obwohl diese nur 2,5 % des Gesamtmarktes stellen. Besonders erfolgreich waren vollständig aktive Aktien-ETFs mit hohem Überzeugungsgrad („High Conviction“), die allein 63 % der YTD-Zuflüsse auf sich vereinten.

Trend 2: ESG bleibt gefragt – aber differenzierter

Allen aktuellen Strömungen zum Trotz gewinnen ESG-ETFs weiter an Bedeutung, weiß Bechtloff – aber Anleger würden nun stärker differenzieren. So verzeichneten Strategien mit niedrigem Tracking Error, etwa CTB- und Klima-ETFs, deutlich höhere Zuflüsse als SRI- oder ESG-Leader-Produkte mit höherem Tracking Error. Insgesamt flossen ESG-ETFs im ersten Quartal 2025 rund 9 Milliarden US-Dollar zu – das entspricht etwa 10 % der Gesamtzuflüsse.

Trend 3: Faktorstrategien und Modellportfolios im Fokus

Nach Bechtloffs Beobachtung erleben Faktor-ETFs derzeit ein Comeback: Mit Zuflüssen von 8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024, vor allem in Dividenden- und gleichgewichtete Strategien, steigt das Interesse an gezielten Marktsegmenten, wie er erklärt. Gleichzeitig würden sich ETF-Modellportfolios als effizientes Steuerungsinstrument für Anlageentscheidungen etablieren – insbesondere in digitalen Beratungslösungen.

Trend 4: Digitalisierung, neue Akteure und Sparpläne

Der übergeordnete Trend am ETF-Markt dürfte indes sein, dass die Zahl der ETF-Anbieter ebenso wächst wie die Nutzung über digitale Plattformen. So sei bei Privatanlegern festzustellen, dass diese zunehmend auf Sparpläne mit ETFs setzen – ein Trend, der das Wachstum zusätzlich beschleunige. „ETFs entwickeln sich damit endgültig von passiven Index-Trackern zu passgenauen Portfoliobausteinen mit strategischem Mehrwert“, erklärt der Experte.

Fazit

Das Jahr 2025 markiert eine starke Weiterentwicklung in der ETF-Evolution. Investoren setzen verstärkt auf aktive und ESG-nahe Strategien mit klarer Datenbasis, während Digitalisierung und Modelllösungen den Zugang erleichtern. Die einst rein passiven Produkte würden so zu hochpräzisen Werkzeugen der Portfoliosteuerung – und damit eine neue Ära der Geldanlage prägen.

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