Die 3 D Megatrends – Deglobalisierung, Dekarbonisierung und Demografie – im Jahr 2024

FRANKFURT – In den letzten Jahren haben sich die drei „Ds“ – Deglobalisierung, Dekarbonisierung und Demografie – zu Megatrends entwickelt, die auch im Jahr 2024 einen disruptiven Effekt haben werden, so die Markteinschätzung von Schroders. Was als Nächstes kommt und wo die Chancen liegen.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

Insgesamt gestalten die drei „Ds“ die Investmentlandschaft neu. Das Verständnis der drei „Ds“ – wie sie sich auf die Weltwirtschaft auswirken, welche Bedeutung sie für die Volatilität an den Märkten haben und wie aktive Anleger ihre Vermögenswerte optimal allokieren sollten – dürfte ein Schlüssel sein, um zu verstehen, was als Nächstes kommt und wo die Chancen liegen.

Deglobalisierung

Der jahrzehntelange Globalisierungsprozess geht zu Ende, da die Welt immer protektionistischer wird, wodurch sich attraktive Chancen näher am eigenen Land ergeben. Wie verwundbar globale Lieferketten sind, zeigten Covid-19 und die Lockdowns im Jahr 2020. Insbesondere Abhängigkeiten von China wurden schmerzhaft bewusst. Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China, die bereits vor der Pandemie bestanden, haben sich weiter verschärft, was diese Risiken noch erhöht und die Inflation beschleunigt hat.

Als Reaktion auf diese Störungen entsteht eine neue internationale Dynamik: Multinationale Unternehmen diversifizieren ihre Produktionsstandorte und verlagern die Produktion näher an ihre Heimatländer. Dieser Prozess wird als Reshoring bezeichnet. Der Trend bedeutet eine Abkehr vom globalisierten Modell der erweiterten Lieferketten, das den internationalen Handel in den letzten Jahrzehnten bestimmt hat.

Dekarbonisierung

Die Reaktionen der Regierungen und des Privatsektors auf den Klimawandel haben sich in den letzten Jahren beschleunigt. Die Ergebnisse der COP28 lassen erwarten, dass sich der Übergang zu klimafreundlichen Alternativen weiter beschleunigen wird, da Länder mit zunehmenden physischen Schäden aufgrund steigender Temperaturen und unbeständigerem Wetter konfrontiert sind.

Die einzelnen Länder dürften die Dekarbonisierung der Stromerzeugung nun zügig vorantreiben, da die Emissionen in den nächsten sieben Jahren um mehr als 40 % gesenkt werden müssen – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen bis 2050. Der Übergang zu Netto-Null-Emissionen ist ein zentrales neues Strukturmerkmal für die Weltwirtschaft, da er einen radikalen Wandel sowohl im Energiesystem als auch in anderen zentralen Wirtschaftssektoren erfordert.

Demografie

Weltweit ist in vielen Industrieländern eine Alterung der Bevölkerung zu beobachten. Während die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, gibt es in vielen Ländern nicht genügend junge Menschen, um sie auf dem Arbeitsmarkt zu ersetzen. Diese Situation hat sich durch die Pandemie noch verschärft, da seit dem Jahr 2020 eine große Zahl von Menschen aufgrund von Frühverrentung oder Langzeitkrankheit aus dem Erwerbsleben ausgeschieden ist.

Dieser Arbeitskräftemangel könnte erhebliche Auswirkungen auf die Inflation und das Wirtschaftswachstum haben, da die Löhne steigen werden. In diesem Umfeld werden die Unternehmen mehr für produktivitätssteigernde Technologien wie Robotik, Automatisierung und KI ausgeben müssen, während die Arbeitnehmer höhere Lohnerhöhungen fordern werden, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen.

Wesentliche Erkenntnisse:

  • Die globale Lieferkette ist von verschiedenen Bedrohungen betroffen. Unternehmen verlagern ihre Produktion immer mehr in näher gelegene Regionen (Reshoring).
  • Die Pandemie hat den langfristigen Inflationsdruck erhöht und die Spannungen zwischen China und dem Westen verschärft.
  • Der Strukturwandel in der Wirtschaft beschleunigt die Energiewende, indem er die Abhängigkeit von traditionellen Energiequellen zugunsten erneuerbarer Energien verringert.
  • Politische Entscheidungsträger weltweit nutzen Gesetze, Subventionen und Steuern, um den Wandel voranzutreiben.  
  • Durch die jüngsten geopolitischen Spannungen müssen sich Länder dringend von ihrer Abhängigkeit von traditionellen Energieträgern lösen. Die Bereitschaft, die Energiewende voranzutreiben, hat zugenommen.
  • Technologische Innovation wird ein Schlüsselfaktor im langfristigen Kampf gegen den Klimawandel sein. Investitionen in grüne Technologien und die erforderliche Infrastruktur werden in den kommenden Jahren zunehmen.
  • Der demografische Wandel führt zu einem Mangel an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt.
  • Der steigende Inflationsdruck und der Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt stellen weitere Herausforderungen dar.

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