CRISPR/Cas: Molekulare Genschere als „radikaler Gamechanger“

  • Dr. Heinz-Werner Rapp
  • Gründer und Leiter des FERI Cognitive Finance Institute

FRANKFURT – FERI hat die Zukunftschancen der „Genschere“ CRISPR/Cas analysiert und ordnet diese als „radikalen Gamechanger für Krankheitsbekämpfung, Pflanzenzüchtung und biotechnologische Forschung“ ein. Sie sei jedoch nicht frei von Risiken und schaffe „völlig neue Bedrohungsszenarien“, betont FERI-Manager Dr. Heinz-Werner Rapp.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

Mit der „Genschere“ CRISPR/Cas verfügt die Menschheit erstmals über ein niederschwelliges Universalwerkzeug zum gezielten Verändern von Erbgut. CRISPR/Cas wird damit zum radikalen „Gamechanger“ für Krankheitsbekämpfung, Pflanzenzüchtung und biotechnologische Forschung. In Kombination mit Künstlicher Intelligenz wird der Ansatz enorme Dynamik und Breite gewinnen – auch für heute noch unbekannte Anwendungen.

Diese Entwicklung ist jedoch nicht frei von Risiken: Mögliche Mutationen oder böswillige Bio-Manipulationen schaffen völlig neue Bedrohungsszenarien. „Der Grat zwischen Fluch und Segen ist bei dieser Technologie sehr schmal. Großen Wachstumschancen stehen enorme Risiken gegenüber – auch mit Blick auf politische oder militärische Missbrauchsmöglichkeiten“, sagt Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des FERI Cognitive Finance Institute, in einer aktuellen Analyse zum disruptiven Potential der neuen CRISPR/Cas-Technologie.

Gesetzgeber machen Weg frei für zukünftiges Wachstum

Das Kürzel CRISPR/Cas steht für ein molekularbiologisches Verfahren, mit dem sich ein DNA-Strang an einer beliebigen Stelle durchtrennen lässt, um ihn dort gezielt zu verändern. Dieses bahnbrechende Verfahren ermögliche sprunghafte Innovationen in zahlreichen Anwendungsgebieten. Darunter seien neue Möglichkeiten zur Heilung von Erb- und Infektionskrankheiten, zur Bekämpfung von Krebs sowie zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von Pflanzen.

Um diese Zukunftschancen zu realisieren, würden derzeit weltweit die bislang strengen Gentechnikgesetze gelockert. Großbritannien habe als erstes Land bereits eine Marktzulassung für eine CRISPR/Cas-basierte Therapie erteilt, die US-Gesundheitsbehörde folgte vor wenigen Tagen. „Die enorm vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Genschere eröffnen künftig hohes Wachstumspotential. Investoren und Unternehmer sollten CRISPR/Cas und dessen weitere Entwicklung deshalb schon heute sehr genau beobachten“, erklärt Rapp.

Geopolitische Risiken und mögliche Fehlentwicklungen

Neben spektakulären Zukunftschancen erzeuge die CRISPR/Cas-Technologie jedoch auch neuartige Risiken und Bedrohungsszenarien. Neue Krankheiten, Resistenzen, Mutationen und ein unkontrolliertes Artensterben seien ebenso denkbar wie eine ungewollte oder gezielte Freisetzung pandemiegefährlicher Viren; zudem könnten irreversible Schäden im globalen Genpool resultieren.

Die relativ einfache und zugleich preiswerte CRISPR/Cas-Technologie begünstige zudem einen Missbrauch der Genschere durch selbsternannte Gendesigner – ebenso wie die Entwicklung spezieller Biowaffen durch Schurkenstaaten und skrupellose Militärs. Aus diesen Gründen sei die politische und gesamtgesellschaftliche Verantwortung bei diesem Thema immens. „Investoren sollten auch diese Bedrohungsszenarien sehr genau im Blick behalten. In der heutigen Welt geopolitischer Konflikte ist nicht automatisch von einem wohlmeinend-friedlichen Gebrauch neuer Technologien wie CRISPR/Cas auszugehen“, warnt Rapp.

Die Analyse „CRISPR/Cas - Molekulare Genschere revolutioniert Biotechnologie und Medizin“, ist beim FERI Cognitive Finance Institute als „Cognitive Briefing“ erschienen und steht hier zum Download zur Verfügung.  

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