Börsenkrisen als Chance: Was Anleger aus der Geschichte lernen können

  • Thomas Romig
  • Assenagon

MÜNCHEN – Die aktuell hohe Volatilität an den Börsen verunsichert viele Anleger. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt indes, dass sich die Aktienmärkte nach Krisen regelmäßig erholten und sogar oft neue Höchststände erreichten, wie Thomas Romig, CIO Multi Asset bei Assenagon, betont. Er rät zu „geschickten Investitionen“, die zu überdurchschnittlichen Renditen führen können.

In Zeiten hoher Volatilität und geopolitischen Wandels hält Romig eine breite Diversifikation für entscheidend. Das ist zurzeit von Belang, da insbesondere die erratische Zollpolitik der US-Regierung regelmäßig für starke Kursverluste und hohe Volatilität an den Finanzmärkten sorgt. Um solche Dynamiken entsprechend einzuordnen, könne gerade in Zeiten hoher Verunsicherung ein Blick in die Historie helfen. Schließlich würden Börsenkrisen nicht nur eine Bedrohung für Vermögen darstellen, sondern könnten besonnenen Anlegern auch Chancen eröffnen, so der Kapitalmarktexperte.

Bei seinem Blick in die Geschichte förderte Romig interessante Ergebnisse zutage: So habe es seit 1945 in den USA zwölf Bärenmärkte gegeben, in denen der S&P 500 jeweils einen Kursrückgang von mehr als 20 Prozent verzeichnete. Beispielhaft sind die Ölkrise 1973/74, das Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000, die US-Immobilienkrise, die 2007 in einem globalen Finanzcrash mündete, oder die Covid-Pandemie 2020 zu nennen. Dass zeigt, dass die Ursachen höchst vielfältig sein können, aber im Resultat führten sie zu massiven Kursrückgängen und verunsicherten die Anleger nachhaltig.

Lehren der Geschichte: Marktkorrekturen gezielt nutzen

Das Muster, dass sich aus den Ereignissen ziehen lässt, ist indes ähnlich: Nach jeder tiefgreifenden Korrektur haben sich die Aktienmärkte vollständig erholt, betont Romig, und konnten anschließend sogar neue Höchststände erreichen. Daraus folgt, dass Anleger, die gerade in Phasen starker Marktverwerfungen investierten – konkret in einem Bärenmarkt nach einem Rückgang von mehr als 20 Prozent – in der Vergangenheit überdurchschnittliche Renditen erzielen konnten, wie Romig in seiner Analyse belegt.

„Krisen sind ein natürlicher Bestandteil der Kapitalmärkte“, zieht der CIO ein Fazit. „Sie sorgen für eine Bereinigung der Investitionslandschaft und fördern die Innovationskraft von Unternehmen.“ Gleichwohl könnten situative Verluste in Umbruchphasen natürlich sehr schmerzlich ausfallen, weshalb es umso wichtiger sei, sich gemäß dem persönlichen Risiko-Rendite-Profil zu positionieren. Während langfristig orientierte Anleger mit höherer Risikotoleranz Phasen hoher Volatilität gezielt nutzen könnten, dürften konservative Investoren eher von einer breit diversifizierten Asset-Allokation profitieren. Hier gilt, dass aktive Diversifikation über mehrere Asset-Kassen hinweg Kursverluste und Volatilität am effektivsten im Rahmen halten könne.

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