Bankaktien mit Kurspotenzial
- Dr. Eduard Baitinger
- FERI AG
MÜNCHEN – „Das Kapitalmarktumfeld ist weiterhin positiv“, sagt Dr. Eduard Baitinger, Leiter Asset Allocation der FERI AG, das Risiko nachhaltiger Kurskorrekturen scheine gering. Performancepotenzial sieht er indes insbesondere bei Bankaktien, da sich das globale Zinssenkungszyklus noch in einer frühen Phase befinde.
Die jüngste Berichtssaison habe erneut gezeigt, dass die Unternehmen robuster sind als vielfach angenommen: Trotz Herausforderungen wie steigender Zollsätze konnten sie insgesamt ein starkes Gewinnwachstum erzielen und stabile Ausblicke präsentieren. Von konjunktureller Seite seien ebenfalls keine großen Störfaktoren zu erwarten. Zwar befinde sich die Weltwirtschaft in einer spätzyklischen Phase – nur wenige Regionen würden dynamisch wachsen. Doch ein signifikanter Wachstumseinbruch oder gar eine globale Rezession seien nach Baitingers Einschätzung derzeit nicht in Sicht.
Investitionen in künstliche Intelligenz (KI)
Die Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) entwickeln sich zunehmend zu einem relevanten Konjunkturtreiber, wie der FERI-Experte beobachtet. So sollen nach Schätzungen von Morgan Stanley Research bis 2028 weltweit rund 3 Billionen US-Dollar in den Ausbau von Rechenzentren fließen. Ein erheblicher Teil dieser Summe dürfte von den großen, finanziell starken US-Technologiekonzernen kommen. Hierbei seien notwendige Investitionen in Energieproduktion und Stromnetze noch gar nicht berücksichtigt – weshalb die gesamten direkten und indirekten KI-Infrastrukturinvestitionen deutlich höher ausfallen dürften. Daraus ergebe sich großes Potenzial, den Konjunkturzyklus spürbar zu verlängern und dem Börsenaufschwung trotz steigender Bewertungsrisiken längerfristig eine solide fundamentale Basis zu verleihen.
Geldpolitik stützt zunehmend die Finanzmärkte
Ein weiterer Punkt, auf den Baitinger in seiner Marktanalyse abhebt, ist die Geldpolitik, die vielerorts ebenfalls immer stärker die Finanzmärkte stütze. Zwar seien in vielen Regionen die Leitzinsen weiterhin restriktiv, zugleich würden sich aber immer mehr Notenbanken in einen Zinssenkungszyklus begeben. Auch die US-Notenbank dürfte seiner Einschätzung nach in Kürze ihren Leitzins senken und damit die geldpolitischen Rahmenbedingungen weiter lockern.
Dafür spreche auch die jüngste Outperformance von Bankaktien: Zinssenkungen durch die Notenbanken führen in der Regel dazu, dass die kurzfristigen Zinsen stärker sinken als die langfristigen – also die Zinskurve steiler wird. Für Banken bedeute dies wiederum höhere Margen, da sie sich günstiger kurzfristig refinanzieren und zu höheren Zinsen langfristig Kapital verleihen können. Sein Fazit: Da sich der globale Zinssenkungszyklus noch in einer frühen Phase befindet, sei das Performancepotenzial von Bankaktien bei weitem nicht ausgeschöpft.
