Ausblick 2026: Small Caps und Internationale Aktien am besten positioniert

  • Tim Murray
  • T. Rowe Price

MÜNCHEN – Die Wirtschaft läuft mit zwei Geschwindigkeiten, sagt Tim Murray von T. Rowe Price. Während Bereiche mit Bezug zur KI einen Boom erleben, hinken andere Segmente hinterher. Da er andererseits davon ausgeht, dass diese Zwei-Geschwindigkeiten-Wirtschaft eine Rezession vermeiden wird, bevorzugt er für 2026 Aktien gegenüber Anleihen – und hier insbesondere Small Caps.

„Die fiskalische Expansion kommt gerade erst in Gang, was die Ausgaben für KI weiter ankurbeln wird“, sagt Tim Murray, Kapitalmarktstratege bei T. Rowe Price, in seinem Ausblick auf 2026. Zudem dürfte die Priorisierung der Deregulierung durch die Trump-Regierung die Gesamtwirtschaft zu einem gesunden Wachstum führen, führt er weiter aus. Hinsichtlich der verschiedenen Anlageklassen erachtet er die Bewertungen fast überall als überzogen, was die Aussichten wiederum etwas trübe.

Inflationsrisiko führt zu Untergewichtung von Anleihen

Auf der Habenseite zählt Murray die expansive Fiskalpolitik auf, die einschließlich der Steueranreize für Investitionen das Wachstum stützen sollte. Dem gegenüber wirkten viele Maßnahmen der US-Regierung inflationär, was den Wert von Anleihen mindert. Darunter die Einschränkung der Einwanderung und die Einführung von Zöllen.

Im Vergleich der Aussichten für internationale und US-Aktien sieht Murray wiederum mehr Potenzial bei Nicht-US-Aktien, da diese in KI-bezogenen Sektoren zu den USA aufholen würden. Außerdem erscheine die chinesische Regierung entschlossen, Innovationen im Bereich KI und anderen Technologien zu fördern, um die wirtschaftlichen Einbußen und die steigende Arbeitslosigkeit aufgrund des starken Einbruchs des Immobilienmarktes im Land auszugleichen.

Small Caps und Internationale Aktien am besten positioniert

Obwohl die fiskalischen Anreize in den USA beträchtlich sind, präzisiert der Experte, sei die Hinwendung zu expansiven Maßnahmen außerhalb der USA – insbesondere in Ländern wie Deutschland – abrupter gewesen, sodass diese relativ gesehen eine größere Wirkung haben dürften. Unter dem Strich zeigt er sich in den USA gegenüber Wachstums- und Substanzwerten als neutral eingestellt, wohingegen er bei internationalen Aktien Substanzwerte bevorzugt.

Insbesondere Small Caps dürften Murray zufolge am meisten von einer Verschiebung der Marktverhältnisse profitieren. „Aufgrund der enormen Marktkapitalisierung der Magnificent Seven würde selbst eine moderate Verlagerung hin zu Small Caps einen relativ großen Schub für kleinere Aktien bedeuten“, betont er. Zudem würden Small Caps in der Regel auch am meisten von niedrigeren kurzfristigen Zinsen profitieren.

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