Aufschwung bei Liquid Alternatives nimmt Fahrt auf
- Ralf Lochmüller
- Lupus alpha
FRANKFURT – Liquide alternative Strategien im UCITS-Mantel verwalteten im ersten Halbjahr 2026 mit fast 300 Milliarden Euro so viel Kapital wie nie zuvor, berichtet Lupus alpha in einer aktuellen Studie. Getragen wurde diese Entwicklung von starken Mittelzuflüssen und einer soliden Wertentwicklung, erklärt CEO Ralf Lochmüller. Und erstmals seit 2022 wuchs auch die Zahl der Fonds wieder – auf 727.
„Das außergewöhnlich starke Wachstum der Anlageklasse zeigt, dass Investoren liquide alternative Strategien wieder als festen Bestandteil ihrer strategischen Asset-Allokation betrachten“, erklärt Ralf Lochmüller, Gründungspartner und CEO von Lupus alpha. „In einem anspruchsvolleren Marktumfeld steigt die Nachfrage nach Strategien, die Diversifikation, Risikokontrolle und eigenständige Ertragsquellen miteinander verbinden.“
Starke Mittelzuflüsse
Dem Segment flossen im ersten Halbjahr 2026 netto 21,5 Milliarden Euro zu. Damit wurden bereits mehr als 80% der gesamten Nettozuflüsse des Vorjahres erreicht. Der Aufschwung erfasste nahezu das gesamte Segment: 13 der 15 untersuchten Strategien verzeichneten Nettozuflüsse. Besonders gefragt war Absolute Return Bond mit Zuflüssen von netto 8,7 Milliarden Euro. Aber auch aktienbezogene Strategien wie Alternative Long/Short Equity, Alternative Equity Market Neutral und Alternative Multi Strategies profitierten stark von der weiter zunehmenden Investorennachfrage.
Rund 60% der Nettozuflüsse und 50% des Marktvolumens entfielen auf institutionelle Anteilsklassen. Die Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus vereinen inzwischen 31,4% des gesamten Marktvolumens auf sich und unterstreichen damit die zentrale Rolle defensiver Rentenstrategien innerhalb der Anlageklasse.
Solide Wertentwicklung
Neben den Mittelzuflüssen überzeugte im ersten Halbjahr auch die Wertentwicklung. Nach einem durchwachsenen Vorjahr erzielten Liquid Alternatives im Durchschnitt aller Fonds per Ende Juni 2026 eine Rendite von 4,16%. Damit positionierte sich die Anlageklasse erneut in ihrer klassischen Rolle zwischen Aktien und Anleihen.
„Diese Zahlen zeigen, dass Liquid Alternatives wieder in ihrer angestammten Rolle angekommen sind“, sagt Michael Lichter, Head of Product Management bei Lupus alpha. „Sie liefern keine Aktienersatzrendite, sondern ein eigenes Rendite-Risiko-Profil. Entscheidend ist dabei die sorgfältige Auswahl der Strategien und Fonds, denn gerade innerhalb einzelner Kategorien ist die Rendite-Streuung erheblich.“
Auch über längere Zeiträume bestätigt das Segment seinen Beitrag zur Stabilisierung von Portfolios. Über drei Jahre erzielten Liquid Alternatives eine jährliche Rendite von 6,40%, über fünf Jahre 5,08%. Gleichzeitig blieb das Risiko überschaubar: Im ersten Halbjahr lagen die Maximalverluste bei 11 der 15 Strategien im Durchschnitt klar unter dem des MSCI World Euro-hedged (-8,5%). Angesichts der begrenzten Diversifikationseffekte traditioneller Anlageklassen dürfte die Nachfrage nach robusten, flexibel einsetzbaren Liquid-Alternatives-Strategien daher hoch bleiben.
Über die Liquid-Alternatives-Studie von Lupus alpha
Seit 2008 untersucht Lupus alpha das Universum der Absolute-Return- und Liquid-Alternatives-Fonds auf Basis von Daten des Analysehauses LSEG Lipper. Die vorliegende Studie umfasst in Deutschland zum Vertrieb zugelassene UCITS-konforme Fonds mit aktivem Managementansatz. Unterschieden werden 15 Strategien mit insgesamt 727 Fonds.
