AllianzGI optimistisch für Staatsanleihen

  • Michael Krautzberger
  • Allianz GI

FRANKFURT – Allianz Global Investors bietet mit dem House View-Bericht eine Einschätzung für das Jahresschlussquartal 2024 und darüber hinaus. Insgesamt blicke man den kommenden Monaten positiv entgegen, sagt Rentenexperte Michael Krautzberger. Allerdings sollten Anleger auf die Rückkehr strukturell bedingter Volatilität vorbereitet sein.

Ab hier folgt die Markteinschätzung von Michael Krautzberger, Global CIO Fixed Income, Allianz GI:

„Wir bevorzugen eine längerfristige Zinsduration in verschiedenen Märkten und sind in Richtung steilere Zinsstrukturkurven positioniert, insbesondere in den USA und der Eurozone. Die Märkte beginnen, ihre Erwartungen für das US-Wachstum zu verringern. Gleichzeitig bleibt das Wachstum in Europa und China schleppend und der Inflationsdruck lässt nach, begünstigt durch sinkende Rohstoff- und Energiepreise.

Im Zuge einer möglichen Neubewertung der Lage sehen wir Opportunitäten an den Zinsmärkten, insbesondere wenn in den kommenden Monaten die Wahrscheinlichkeit einer harten Landung steigen sollte und die Zentralbanken Zinssenkungen vorziehen. Im Falle eines weiteren Rückgangs der Breakeven-Inflationsraten infolge sich auflösender kurzfristige Inflationsrisiken würden wir zudem den Portfolios einen gewissen Inflationsschutz hinzufügen.

Chancen bei Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern

In den Schwellenländern ist die Inflation schneller gesunken als die Zentralbanken die Zinsen gesenkt haben. Damit liegen die realen Renditen dort aktuell auf einem Mehrjahreshoch, was wiederum darauf hindeutet, dass die Zentralbanken genügend Spielraum für weitere Lockerungen haben.

Der Beginn des Zinssenkungszyklus der Fed dürfte entsprechenden Maßnahmen in den Schwellenländern erneuten Schwung verleihen. Darüber hinaus hat sich im Laufe des Jahres 2024 der Spread zwischen den Renditen lokaler Anleihen und US-Staatsanleihen stetig ausgeweitet, was Carry-Strategien überzeugende Chancen eröffnet.

Und schließlich scheint das Wachstum der Schwellenländer in diesem und im nächsten Jahr robust zu bleiben und deutlich über dem in den Industrieländern zu liegen. All dies spricht unserer Einschätzung nach in den kommenden Monaten für weitere sinkende Renditen von Lokalwährungsanleihen von Schwellenländern.“

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