Aktive ETFs: Eine neue Fondskategorie etabliert sich

FRANKFURT – Das Analysehaus Scope hat das Marktsegment der aktiven ETFs untersucht. Das Ergebnis: Daas Vermögen wächst dynamisch, neben neuen Fonds treten auch neue Anbieter auf den Markt. Die Ergebnisse der Produkte, die bereits über einen Track Record von mehr als fünf Jahren verfügen, seien zudem ermutigend.

Ab hier folgt die Mitteilung von Scope:

Das Marktsegment der aktiven ETFs in Deutschland wächst stark. Aktuell verwalten die Produkte ein Vermögen von rund 42 Milliarden Euro (Stand Ende August). Vor einem guten Jahr lag das Volumen bei 26 Milliarden Euro (Stand Ende Juni 2023). Damit ist die Branche binnen 14 Monaten um mehr als 60% gewachsen.

Aktive ETFs bilden keinen Referenzindex 1:1 nach, sondern versuchen, diesen mithilfe flexibler Portfolioanpassungen zu übertreffen. Sie vereinen die Vorteile klassischer aktiver Fonds wie die Chance auf Outperformance mit den Vorteilen von ETFs wie niedrige Kosten, hohe Transparenz oder fortlaufende Handelbarkeit. In den USA sind die Produkte bereits ein großer Erfolg, in Europa ist ihr Anteil am Gesamtvermögen aller ETFs aber noch überschaubar.

Die europäische Ratingagentur Scope hat sämtliche aktive ETFs analysiert, die in Deutschland verfügbar sind: insgesamt 97 Produkte, darunter 52 für Aktien, 34 für Anleihen, neun Mischfonds und zwei aus sonstigen Peergroups. Seit der letzten Scope-Markterhebung zu aktiven ETFs im September 2023 sind 17 neue Fonds auf den Markt gekommen, die Zahl der Anbieter hat sich von zwölf auf 19 erhöht.

In dem Marktsegment unterwegs sind sowohl etablierte Anbieter aktiv gemanagter Fonds wie PIMCO, Fidelity oder J.P. Morgan als auch reine ETF-Häuser wie Ossiam, VanEck oder First Trust. In den vergangenen 14 Monaten neu dazugekommen sind unter anderem BNP Paribas und EQ IQ (ARK). Weitere Häuser haben bereits konkrete Pläne für den Markteintritt wie Robeco, Jupiter, Janus Henderson oder Avantis (American Century). Scope rechnet damit, dass eine Reihe weiterer Anbieter auf den Markt treten wird, weil das Thema aktive ETFs an Relevanz gewinnen dürfte.

Einzelne Anbieter bestimmen den Markt

Auffällig ist die Konzentration des verwalteten Vermögens auf wenige Gesellschaften. Der Platzhirsch aus dem vergangenen Jahr, J.P. Morgan AM, der per Ende Juni 2023 ungefähr ein Drittel des Vermögens aktiver ETFs auf sich vereinte, konnte 2024 seine Dominanz ausbauen und festigt mit einem Marktanteil von nunmehr 53% seinen ersten Rang. Die Plätze zwei bis vier belegen mit zehn bis elf Milliarden Euro verwaltetem Vermögen fast gleichgewichtet Amundi, Fidelity und PIMCO.

Bei den Volumina gibt es erhebliche Unterschiede: Zwar liegt das durchschnittliche Vermögen bei mehr als 500 Millionen Euro, doch sind es im Median nur 62 Millionen Euro. Von den 97 Produkten knacken lediglich 46 die für Fondsanleger bedeutende Marke von 100 Millionen Euro. Es bestätigen sich die Ergebnisse aus dem Vorjahr: Der Großteil der volumenschwachen Fonds verfügt noch nicht über die von vielen Anlegern geforderte Historie von fünf Jahren, die in der Branche gemeinhin als „voller Marktzyklus“ definiert wird.

Aktuell gilt das Motto „The winners take it all“: Die zehn größten Produkte verfügen jeweils über ein Volumen von knapp einer Milliarde Euro und mehr und vereinen mit knapp 31 Milliarde Euro fast drei Viertel des von aktiven ETFs verwalteten Vermögens auf sich.

Etablierte Produkte präsentieren sich in guter Verfassung

Der Trend hin zu einer ansprechenden Performance setzt sich fort. Mittlerweile gibt es 22 aktive ETFs, die seit mindestens fünf Jahren am Markt sind und ein Scope-Rating tragen. Ihre Ergebnisse sind ermutigend: Mehr als die Hälfte (zwölf) trägt ein Top-Rating von (A) oder (B), kein einziger ist mit dem schwächsten Rating (E) klassifiziert. In der Breite gelingt den aktiven ETFs damit eine klar überdurchschnittliche Leistung innerhalb ihrer Peergroups.

Zurückhaltung beim Vertrieb

Bewährte Produkte werden zunehmend interessant für Anleger, insbesondere für institutionelle Kunden und Selbstentscheider. Die Chance auf eine Mehrrendite bei gleichzeitig niedrigen Kosten ist für diese Anlegergruppen hoch attraktiv. Für den breiten Vertrieb sind die fehlenden Ausgabeaufschläge und Bestandsprovisionen bei aktiven ETFs weiterhin ein Hemmschuh. Auffällig in diesem Zusammenhang ist auch die Zurückhaltung bei bank- und versicherungseigenen Fondsanbietern, die bislang größtenteils noch keine aktiven ETFs aufgelegt haben.

Hinweis: Die aktuelle Scope-Studie steht hier zum Download bereit.

Zurückzum Seitenanfang